meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen


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Mein überbordendes Herz

Diesen Titel habe ich heute schon den ganzen Vormittag in meinem Kopf.

Dazu musste ich mir aber erstmal über die genaue Bedeutung des Wortes „überbordend“ klar werden.

Interessant, weil der Duden dazu

„1. über die Ufer treten und

  2. über das normale (und erträgliche) Maß hinausgehen“

als Erklärung liefert.

Und nachdem mein Herz gerade nicht über die Ufer tritt – auch wenn ich die bildliche Vorstellung einigermaßen entzückend finde – trifft es das mit dem über das normale (und vielleicht auch erträglich) Maß hinausgehend ziemlich genau.

Und eigentlich ist das etwas unglaublich Schönes. Wenn da nicht schon wieder dieses merkwürdige EIGENTLICH in der Lücke sitzen würde.

Echt jetzt. Ich bin gerade auf eine merkwürdig kribbelige Art und Weise wohlig zufrieden.

Es sind ein paar Entscheidungen, nein, ein paar SEHR WICHTIGE Entscheidungen getroffen worden. Von uns. Meint von T. und mir. Und von mir für mich alleine. Die unsere Zukunft betreffen. Die nähere. Also um genau zu sein sogar die aller nächste.

Dass ich mit meiner beruflichen Situation unzufrieden bin, ist ja hinlänglich bekannt. Nicht zuletzt wegen des doofen Selbständigseins. Ist halt nix für mich. Und ich jammere und lamentiere ja schon wirklich lange. Was ich jetzt auch nicht mehr wirklich gut verbergen kann, da mein schlechtes Gewissen, mein Antrieb, ein Teil meiner (Blog-)Seele, endlich auch von blog.de hier her gekommen ist und mir ab sofort (hoffentlich) wieder auf die Füße steigt!

Jedenfalls müsste ich, um das, was ich wirklich aus vollem Herzen machen möchte, tun zu können, mal eben ein Sozialpädagogikstudium „absolvieren“. Und nachdem ich a) nicht mehr die Jüngste und b) nicht die Geduldigste bin – muss es jetzt halt ohne gehen.

Ich will hauptberuflich in der Flüchtlingsarbeit tätig sein. So. Also müssen mir eine freche Bewerbung, sämtliche ehrenamtliche Erfahrungen und eine Weiterbildung im kommenden Jahr (die zeitlich überschaubar ist – sind nur sieben Wochenenden) helfen, in den gewünschten Bereich „reinzurutschen“. Punkt. Ist nicht grad üppig, ich weiß, aber Sozialpädagogen wachsen ja im Augenblick auch nicht gerade auf Bäumen…

Was aber sofort eine nächste Entscheidung nach sich gezogen hat.

Die Nordsee…

Verdammte Hacke!

Wie kann das sein, dass ich als gebürtige Bayerin, die ich seit fast acht Jahren in diesem elenden oberbayrischen Dorf wohne und seit mehreren Jahren den intensiven Wunsch hege und pflege, mit Kind und Kegel an die Nordsee zu ziehen, dort noch einmal ganz von vorne anzufangen – mich plötzlich wohlfühle, einlebe, soziale Kontakte (über das normale Maß hinaus) aufbaue und pflege, mich in die Dorfgemeinschaft einbringen MÖCHTE? Was ist denn da passiert?

Ich kann es nicht genau erklären, klar, bisher habe ich mich vielleicht tatsächlich auch irgendwie dagegen gewehrt. Wollte nicht mehr „Anschluss“, in keinem Verein sein, keiner Gemeinschaft angehören, mich nicht irgendwo einbringen oder engagieren.

Und das ist jetzt halt einfach so „passiert“. Und ja, da sind wirklich Nette dabei. Und natürlich auch solche, die meine schlimmsten Vorurteile bestätigen. Aber jetzt gerade in diesem Moment fühle ich mich zum ersten Mal wohl. Und angenommen. Ich kann was bewegen. Ich werde gehört. Und ernst genommen. Ich bin Teil einer großen und guten Gemeinschaft. Das ist ziemlich cool.

Und was macht mein lieber T.? Mich auslachen? Sich über mich lustig machen? Unseren gemeinsamen Lebenswunsch vehement einfordern?

Mitnichten. Im Gegenteil. Nachdem wir endlich die Dinge ausgesprochen, beim Namen genannt hatten, hat er mir seine Unterstützung und sein Vertrauen zugesichert. Wir wollen, wir müssen aus diesem Haus ausziehen. Unbedingt. Schon allein wegen des bösen Nachbar-Karmas. Das ist klar. Gleichzeitig muss die Oma aus ihrer Wohnung raus. Wegen des bösen Katzen-Karmas. Aha.

T. und ich wissen: wir brauchen ein Haus. Damit wir Platz haben. Und einen Garten. Und keine direkten Nachbarn. Also über oder unter uns.

Hier also Plan A für die aller nächste  Zukunft der Familie E.:

  1. Wir suchen uns ein Haus mit zwei Wohnungen und einem Garten hier bei uns in der Gemeinde – für die Oma und uns – zur Miete
  2. Ich suche mir den Traumjob (die erste Bewerbung läuft schon – Daumen drücken!)
  3. Nachdem ich dann etwas mehr arbeiten werde und die Oma im Frühjahr in Rente geht (was nicht heißt, dass sie komplett aufhören wird zu arbeiten), kann und will sie einen Teil der Kinderbetreuung übernehmen – klingt nach Entlastung (Praxistest steht natürlich aus…)
  4. T. kann sich in seiner Arbeit (die er wirklich gerne mag, wie er mir versichert hat) eine echte Zukunftsperspektive aufbauen und seine Energie neu aufbauen – eventuell ebenfalls durch Entlastung durch Oma
  5. Frau glücklich und zufrieden weil sie endlich tut, was sie schon immer wollte
  6. Oma glücklich und zufrieden, weil sie nicht mehr so alleine und mehr in die Familie eingebunden ist
  7. Mann glücklich und zufrieden, weil Frau glücklich und etwas vom familiären Druck weg ist
  8. Kinder glücklich und zufrieden, weil Mama und Papa glücklich und Oma in der Nähe

Ja, ich geb ja zu, das ist definitiv die rosanste aller Versionen! Ganz so einfach isses nicht. Das weiß ich auch. Und die ganzen Unbekannten in dem Spiel sind auch nicht zu unterschätzen. Klar.

Und die Nordsee einfach so abzuschreiben – das geht natürlich auch nicht einfach so.

Also weiter, Schritt für Schritt. Immer mit der Ruhe.

T. und ich fahren jetzt erstmal nach Berlin. Das ham wa uns verdient. Nur er und ich. Von Freitag bis Sonntag. Wir sind eingeladen zu einer Geburtstagsfeier. Grund genug, ein ordentliches „Pärchen-Wochenende“ draus zu machen. Und die Oma kann gleich mal überprüfen, ob den Dreien das taugt, so drei Tage zusammen zu verbringen! Guter Plan! Ick freu mir!

Und jetzt lass ich mein Herz noch ein bisschen überborden. Fühlt sich irgendwie schön an…

 


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Vorgeschmack…

…auf Sommer!
Der erste Tag, an dem ich sowohl Sommerkleid, als auch Flipflops gleich in der Früh angezogen habe. Auf die Gefahr hin den ganzen Morgen kalte Füße zu haben! Ein bisschen vorsommerliches Risiko muss schon sein! B)

Auch, wenn ich weiter nachdenklich bin und noch nicht alles wirklich rosig läuft, bin ich einfach guter Laune. Nervige Alltagsdinge gehen mir leicht von der Hand und wenn ich jetzt noch mein mich immer nachmittags zwischen drei und ungefähr halb fünf ereilendes „Mittags-Tief“ überwinden kann, dann bin ich echt anstrengend gut drauf…

Vermutlich hätte diese Zeit, in der ich nachmittags so müde und lustlos bin, durchaus ihre Berechtigung. Und wenn es eine Möglichkeit gäbe, ein bisschen auszuruhen, vielleicht sogar ein kleines Mittagsschläfchen einzubauen, wäre das vermutlich am Sinnvollsten.
Aber es ist eben auch die Zeit, in der B. aus dem Kindergarten kommt und meine ungeteilte Aufmerksamkeit will. In der F. seine restlichen Hausaufgaben erledigen muss und zumindest ein halbes Auge und ein halbes Auge von mir braucht. Und ich hänge wie ein Schluck Wasser in der Kurve und bin nicht wirklich bei der Sache…das ist echt blöd. Mag nicht wirklich spielen, mag mich nicht recht auf die Hausaufgaben konzentrieren…und muss da doch irgendwie durch. Da habe ich noch keine passende Lösung finden können!
Wenn ich den ganzen Tag hier im Büro bin, kann ich die Konzentration und die Aufmerksamkeit ja auch halten. Nur durch die Heimfahrerei, B. aus dem Kindergarten abholen, da fährt mein Körper irgendwie runter, auf Sparflamme, Richtung Feierabend…
Aber nur so „halb“ für die Kinder da zu sein ist halt auch immer mit einer gehörigen Portion schlechtem Gewissen verbunden. Nicht gut.

Später, wenn das Tief „überwunden“ ist, ist aber wieder alles prima. Sogar das Aufstehen fällt mir im Moment mehr oder weniger leicht…verrückt!

Gestern war ich zum ersten Mal bei Reha-Sport. Und es war tatsächlich der erhoffte weitere „Baustein“ in meinem neuen Leben.
Ein wunderschönes, neues, sauberes, helles Fitness-Studio mit ausschließlich (und das jetzt bitte nicht so ganz ernst nehmen!) alten, dicken und kranken Leuten! Hier geht es nicht darum Muskeln aufzublasen und sich im Spiegel dabei zu bewundern (entsprechend frisch und testosteronlos ist hier auch die Luft!), hier geht es um Wohlfühlen und Gesundheit.

Ich wurde super herzlich von der Leiterin der Lungensportgruppe empfangen und dann sind wir gleich erstmal raus zum Nordic Walking. Dabei hat sie mir erklärt, ich könne aus dem kompletten Kursprogramm alles machen was ich wolle (da ich von Seiten des Arztes aus der Reha keinerlei Einschränkungen bekommen habe), verschrieben hat der mir erstmal fünfzig Einheiten, wobei sie gesagt hat, der Hausarzt kann mir die beliebig weiter verschreiben, mit meiner Indikation quasi lebenslänglich. Ich kann also neben der besagten Lungensportgruppe Ausdauertraining, von einem Trainer begleitetes Krafttraining und spezielle Stunden, wie zum Beispiel Pilates, Beckenbodentraining, Wassergymnastik… machen. Und das alles auf Verordnung, das heißt für lau. Und mit Leuten denen es genauso geht wie mir. Gleichgesinnten sozusagen. Ich find´s toll. Und wenn ich als absoluter Sportmuffel das sage…:D

Sorgen macht mir gerade mein angespannter Mann. Ich meine, ich könnte es ja verstehen, wenn er mit und wegen mir angespannt wäre. Das ganze emotionale Hin und Her der letzten Wochen. Meine vielen Tiefs in den letzten Monaten. Ich glaube, das alles hat schon ganz schön gezehrt an ihm.
Aber um ihn und mich geht es glaube ich im Moment gar nicht. Auch wenn wir natürlich wie immer zu wenig Zeit für uns haben. Zum Reden. Und Pläne schmieden. Und Lachen. Und Paar sein.
Nein, meine Sorgen beziehen sich gerade auf ihn und die Kinder.

Ich kann keinen konkreten „Anfangs-Zeitpunkt“ festmachen, ich weiß nur, dass es mir zum ersten Mal richtig bewusst geworden ist, als er zu uns an die Nordsee gekommen ist. Das heißt, es kann sein, dass es schon länger so ist, es mir aber, vor lauter vollem Kopf vorher gar nicht richtig aufgefallen ist. Oder ich mich vielleicht genauso verhalten habe, wer weiß.
Er ist sehr streng. Auf der einen Seite. Schnell genervt. Hat konkrete Vorstellungen, wie sich die Jungs verhalten sollen, die aber eben nur in dem Moment gelten, in dem sie für ihn wichtig sind. Klingt verwirrend, oder? (Und so kommt es bei den Jungs glaube ich auch an…) Also ein konkretes Beispiel. T. hat Stress am Morgen. Die Frau hat sich nochmal im Bett umgedreht, B. hat keinen Bock aufzustehen, er muss sich noch ein Hemd bügeln (weil das Eheweib den häuslichen Pflichten nicht ordnungsgemäß nachkommt!)… Also ist der erstbeste Kandidat für Ärger F., weil der kurz mit seinem Bruder „Guten-Morgen-Kuscheln“ will (wofür natürlich nach Erwachsenem-Ermessen überhaupt keine Zeit ist) und wird angeblafft. Der wiederum befindet sich in einer Phase (die meines Erachtens nach schon viel zu lange andauert…*seufz*), in der er auf Druck ausschließlich mit Gegendruck (bzw. Provokation) reagiert. Bedeutet in diesem Fall, er tut, als hätte er T. nicht gehört und drückt seinen Bruder extra freundlich. Ziel erreicht, T. ist richtig sauer. Stimmung im Eimer
In aller Regel häufen sich dann in kürzester Zeit solche Situationen, B. ist stoisch und folgt nach wie vor wie eine Scheibe altes Toastbrot (wie zum Kuckuck folgt eine Scheibe altes Toastbrot???), F. provoziert T….und ich steht dazwischen, versuche T. zu bremsen, B. anzuschieben und F. zu erklären, dass sein Verhalten nicht wirklich produktiv ist und er sich nicht über Konsequenzen (wenn der Papa zum Beispiel keine Lust zum Vorlesen hat) zu wundern braucht.

Ganz normal, könnte man meinen. Ja, finde ich auch. Lediglich das „Wie“ ist mir zu heftig. Und T.´s Verhalten zu unüberschaubar. Einen Tag ist etwas lustig, was am nächsten Tag schon zu einem fiesen Rüffler führen kann. Einen Tag ist etwas erlaubt, was am nächsten krass geahndet wird. Der Ton ist (schnell) scharf und besonders zwischen T. und F. ist es oft „lieblos“. Was sich krasser anhört, als es gemeint ist.
Ich glaube, F. erinnert T. immer und immer wieder an ihn selbst als Kind. F. ist verspielt. Zerstreut. Kann schlecht Prioritäten setzen. Verspricht viel und oft Dinge, die er dann nicht hält (normal für ein Kind, oder?). Verschludert und verschlampert alles! Und ich meine wirklich alles! Er hat null Zeitmanagement!
Und natürlich will T. für F. nur das allerbeste, ihm Dinge ersparen, Wege, Mühsal.
Ist sauer, wenn der seine Hilfestellungen, seinen Rat nicht annimmt. Manchmal sogar, wenn er sich wie ein Kind und nicht wie ein Erwachsener verhält…

Und ich klinge gerade wie die gnädige Mutter Theresa der Erziehung!
Logisch macht mich der ganze Scheiß auch sauer! Logisch könnte ich kotzen, wenn er die fünfte Mütze verloren und das zwanzigste Pausenbrot zuhause vergessen hat! Natürlich macht es mich sauer, wenn er wieder eine drei in der HSU-Probe hat, weil er die Fragestellung nicht ordentlich gelesen und nur zwei statt drei Antworten hingeschrieben hat. Klar regt mich sein ewig dreckiges und unaufgeräumtes Zimmer auf und ich möchte ihn hin und wieder für seine frechen Antworten an die Wand tackern. Und natürlich flippe ich manchmal aus, schreie ihn an, bin unsachlich und gemein (was mir in der Regel hinterher sehr leid tut…). Aber was bringt das alles?
Er ist ein ganz normales Kind. Mir hilft tatsächlich in solchen Momenten mit Freundinnen und Bekannten zu sprechen, und mich an deren „Elend“ zu laben. An ihren Geschichten von ihren Kindern. Die unterscheiden sich nämlich nur bedingt. Da ist auch die Rede von Schlamperei. Und von Aufsässigkeit. Und von Schulproblemen. Und Vor-Pubertät.
Und letztlich macht mich das dann ganz ruhig. Weil unsere Sorgen sind irgendwie immer ein bisschen kleiner. Und harmloser. F. ist nämlich empathischer. Und cooler. Und netter. Und zuverlässiger. Und verständiger. Und höflicher.
Und diese Ruhe wünsche ich auch T. Vielleicht sollte ich ihn mal mit meinen Freundinnen zum Kaffee trinken schicken?

Heute Abend werden wir grillen. Und zwar mega-super-entspannt! Und ich werde ein Gespräch anzetteln! Zwischen T. und F. Jaha! Macht Euch schon mal drauf gefasst meine Lieben! Auch aus ganz egoistischen Gründen! Ich habe nämlich keine Lust noch die nächsten hundert Jahre Euer Vermittler zu sein! Also gut! Die nächsten zehn mach ich´s noch, aber dann ist Schluss! Versprochen!!!!


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Viel zu tun

Und damit meine ich nicht nur meine Gedanken- und Herzensarbeit.

Tatsächlich ist bei uns in der Arbeit die Hauptsaison angebrochen und entsprechend geht es auch zu. Obwohl ich das eigentlich ganz gerne habe. Wenn was los ist. Nichts ist schlimmer als Zeit abzusitzen. Und so habe ich konstant zu tun und kann meine ersten Vorsätze aus den letzten Wochen direkt in die Tat umsetzen.

Nein sagen. Prioritäten setzen. Oder auch setzen lassen. Und meinen eigenen Perfektionismus ein bisschen eindämmen.
Klappt zumindest hier im Büro ganz gut. Ich habe so viel zu tun, dass es unmöglich ist, jeden Tag alles zu erledigen. Und nachdem ich von mehreren Seiten meine Aufgaben zugeteilt bekomme, muss ich selbst, und falls das nicht geht, der Chef, Prioritäten setzen. Dann muss ich nicht diskutieren warum ich was noch nicht gemacht habe, sondern kann die Leute direkt an die richtige Stelle weiterleiten.
Und lerne so auch das Gefühl auszuhalten, dass es eben schon in Ordnung ist, wenn ich in den mir gegebenen fünf Stunden NICHT alles schaffe und mein Schreibtisch am Ende nicht leer ist.
Ich versuche mir am Morgen einen Überblick zu verschaffen und mir die Zeit einzuteilen, muss dann natürlich ganz oft spontan und schnell auf das Tagesgeschäft reagieren, um dann aber zum „Plan“ zurück zu kehren. Ohne Hektik.

Vermutlich strahle ich das gerade auch aus. Das Bedürfnis nach Ruhe, Gelassenheit und Ordnung. Und das dazu nötige Selbstbewusstsein. Jedenfalls sind alle (inklusive meines „Lieblingskollegen“!) nett zu mir und lassen mich weitestgehend in Ruhe.

Was nicht bedeutet, dass ich nicht trotzdem hier weg will. Nein.
Diese eine Sache ist in den letzten Wochen mehr als deutlich geworden. Ich habe hart daran gearbeitet und viele Tränen darüber geweint. Obwohl ich es ja schon wusste ist es jetzt klipp und klar: keine Selbständigkeit mehr für mich. Ein Angestelltenverhältnis muss her. Und zwar eins, das (uuuuaaaa, das hört sich für meine Ohren immer noch verboten langweilig an…) mit viel Ruhe, Gleichmäßigkeit und Ordnung verbunden ist. Finanziell. Zeitlich. Emotional.
Das ist, was ich brauche. Im Moment. In nächster Zeit. In naher Zukunft.

Auch die Richtung kristallisiert sich mehr und mehr heraus. Ich hatte in der Reha mehrere Termine mit einer sehr feinen Psychologin in der Reha. Die hat mich erst weinen lassen. Dann reden. Und mir dann geholfen zu sortieren.
Und dabei ist rausgekommen: „klassisches“ Büro eher nicht mehr. Zu langweilig. Alles Soziale: im Augenblick nicht. Zu aufregend, zu unruhig, unkonkrete Arbeitszeiten. Bei freien Kapazitäten auf die Freizeit, sprich ehrenamtliches Engagement, verschieben. Für den Moment.
Also eher „back to the roots“. Der Buchhandels-/Verlagsbereich. Das kann ich, das mag ich, die Möglichkeiten sind vielfältig, einzig und allein Teilzeitstellen sind eher rar. Aber ich habe schon ein bisschen meine Fühler ausgestreckt…mal sehen.

Das ist also der berufliche Bereich. Was nicht heißen soll, dass dadurch alles bereits geregelt und in trockenen Tüchern ist. Das bleibt ein langer Weg. Die Unterlagen für 2014 wollen steuerberatergerecht sortiert, vorbereitet und zum Abschluss gebracht, das weitere Jahr geplant werden. Ein Gespräch mit dem Steuerberater, wer muss wie viel verdienen, damit unser Lebensstandard gesichert ist? Auch wichtig für meine Gehaltsvorstellungen bei möglichen zukünftigen Arbeitgebern. Wird das wohl alles realistisch sein? Oder mache ich mir selber was vor?

Ach ja…jedenfalls ist das ja nur der eine Teil in meinem Leben.
Und da bin ich nach wie vor noch nicht wirklich viel weiter. Wobei, so ganz stimmt das auch nicht.

Heute habe ich mich zum Beispiel zur Reha-Sport-Gruppe in meiner Nähe angemeldet. Ja! Und das, obwohl ich bis vor einigen Wochen noch geschworen habe, dass ich Sport hasse! Ich meine, eine richtig große Liebe wird es zwar wahrscheinlich nicht. Aber ich habe Blut geleckt. Und erst habe ich gedacht, Reha-Sport klingt schon arg nach Sitz-Tanz mit anschließendem Kaffeekränzchen – ich bin (sehr schmerzhaft! :D) eines Besseren belehrt worden! Und deshalb freue ich mich, wenn ich mir am Montag die örtliche Lungensportgruppe mal näher anschauen kann!!

Und über die gesundheitlichen Fortschritte gibt es auch viel zu sagen.
Und die emotionalen „Vorkommnisse“ werde ich am Wochenende aufarbeiten. Eins nach dem anderen.
Ich freue mich. Es ist was passiert. Ich bin mindestens fünf Schritte weiter. Das ist gut. Sehr gut.
Mir geht es gut.


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Neuer Tag (Dienstag, 11. Februar ´14)

Die beseelte Stimmung hat gestern genau bis 20:10 Uhr angehalten. Dem voraus gegangen war ein lustiger Nachmittag mit den Kindern am Spielplatz, konzentriertes Hausi machen mit F., Lego spielen mit B. – also alles normal und gut.

F. durfte gerade noch den letzten Buckelpisten-Wettbewerb von Olympia im Fernsehen anschauen, B. hat schon geschlafen, da klingelt es und unsere unglaubliche Nachbarin steht vor der Tür und fängt sofort an, sich aufzuführen.

T. war erst mal ziemlich überrascht! Was war passiert? Nachdem bei uns ja in den letzten Monaten immer und immer wieder die Heizung ausgefallen ist und wir jedes Mal den Vermieter angerufen haben, wurde dem das vermutlich etwas lästig und er hat uns gebeten, wir sollten doch immer gleich bei besagtem Nachbarn klingeln, der würde das mit dem Handwerker koordinieren.
T. meinte zu ihm, dass das eher blöd wäre, weil wir uns mit denen nicht wirklich gut verstehen und der Mann ja in regelmäßigen Abständen austickt.

Scheinbar hat der Vermieter das unseren Nachbarn gesagt, worauf hin sich die Dame von oben dazu genötigt sah, die Dinge klar zu stellen. Also sie wollte eigentlich kein Gespräch führen oder etwas klären, sondern sich lediglich aufführen und sich auskotzen.

Wow, das ging sofort zur Sache, F. und ich lauschten erst völlig gebannt aus dem Wohnzimmer, von wegen unsere Kinder würden ständig ihr Spielzeug im Garten benutzen (was nach der Auseinandersetzung im Herbst überhaupt nicht mehr vorgekommen ist, ich wache akribischst über meine Kinder) und was wir uns da beim Vermieter beschweren müssten, wir würden ja alles verdrehen und überhaupt.

Nachdem wir sie darauf hingewiesen hatten, dass eins unserer Kinder bereits schliefe, konnte sie sich leider trotzdem nicht mäßigen. T. allerdings auch nicht…

Ein großes Problem, das ich auch schon bei der Auseinandersetzung mit ihrem Mann hatte, ist, dass sie sehr gerne ihre Meinung, ihre Wut und ihren Ärger loswerden wollen, im Gegenzug an unserer Meinung aber nicht interessiert sind. Sie hat immer nur geschrien, wir sollten sie ausreden lassen, ich bin aber nicht sicher, ob sie in den fünf Minuten, in denen sie wie ein Tornado durch den Hausflur gerauscht ist, auch nur irgend etwas von dem gehört hat, was wir gesagt haben. Ich glaube nicht.

Fakt ist, wir wollen einfach nur unsere Ruhe. Wir wollen nicht befreundet sein, wir wollen keinen Ärger. Auf normalem menschlichen Weg scheint das nicht mehr zu klären sein, also sollte man meinen, wir könnten uns einfach aus dem Weg gehen, uns bestenfalls ignorieren.

Es kommt mir so vor, als wären, sowohl der Mann, als auch seine Frau, zutiefst frustriert. Beide scheinen mit ihrer Lebenssituation extrem unzufrieden, man sieht keinen von beiden je lachen oder mit den Kindern scherzen, in der Regel kommen sie am Nachmittag nach Hause und verschwinden dann bis zum nächsten Morgen in ihrer Wohnung. Normal ist nichts von ihnen zu hören, außer wenn sie ihre Kinder anschreien.

Jetzt ist es ja grundsätzlich so, dass ich denke, jeder soll so leben können und dürfen, wie er mag. Ob zufrieden oder frustriet, ob viel in der Wohnung oder draußen im Garten – völlig egal. Allerdings muss das dann natürlich für beide „Parteien“ gelten…

Was mich wirklich wütend macht (und auch irgendwie hilflos) ist diese Ignoranz. Da hat sich diese Familie einen Mikrokosmos geschaffen, in dem sie davon ausgehen, dass sie sich grundsätzlich auf dem richtigen Weg befinden, dass sie immer recht haben und dass alle anderen, die diese Meinung womöglich nicht teilen, scheiße sind. Da wird nicht nachgedacht, nicht überlegt, kein Kompromiss gesucht: entweder es läuft so, wie sie es wollen, oder gar nicht. Und wenn dann noch dazu kommt, dass solche Leute keinen wirklichen Sinn im Leben haben, unglücklich und unzufrieden sind, ist das eine hochexplosive Mischung.

Mein letzter Satz war dann irgendwie so: „Weißt du S., es spielt auch gar keine Rolle wie du das alles findest, wir werden sowieso demnächst hier ausziehen.“ Das war ihr dann aber scheinbar auch nicht so recht, würde es sie doch in ein eher schlechtes Licht rücken. Vor einigen Jahren sind schon einmal Mieter ausgezogen, weil sie des Theaters mit denen überdrüssig waren.
Es reicht! Das ganze Haus scheint von deren schlechter und negativer Energie durchwabert, selbst wenn man sie nicht sieht und nicht hört, man kann die schlechte Luft förmlich riechen und fühlen. Es darf nicht sein, dass das so einen großen Einfluss auf unser Leben hat.

Alle Zeichen stehen auf Umzug. Wie deutlich muss das denn noch alles werden? Umso sicherer und stabiler ist unser Entschluss, um so freier werden die Gedanken und Gefühle, umso leichter fällt der Abschied. Das ist genau das, was wir jetzt noch brauchen. Der letzte „Anschubser“.
Wir gehen in den Norden. Wir fangen ein neues Leben an. Wir werden wieder Herren (und Frauen) über unsere Zeit, über unser Denken und Fühlen.
Wir stellen uns neuen Herausforderungen und lassen Altlasten, Energiefresser und böse Energie hinter uns.
Ja, das klingt euphorisch und idealistisch, und natürlich wird auch im Norden nicht alles rosarot und streichelzart. Wir werden auch dort eine Realität, einen Alltag haben. Aber wir werden freier sein. Und darauf kommt es an. Und wir sind zusammen, das ist das Wichtigste.
Endlich aktive Schritte Richtung Zukunft. Die Zukunft wird uns nicht einfach überrollen, wird können sie mitgestalten, die Weichen stellen.

Wow, ich sollte Politiker werden. Unheimlich viele pathetische Worte…. :DD

Darauf habe ich lange gewartet. Ich fühle mich endlich nicht mehr hilflos und klein, bereit den Schwanz einzuziehen und zu kapitulieren. Ich fühle mich stark, sicher und zuversichtlich. Wir werden es schaffen!

(Und wenn sie noch einmal „Kleine Schrazen“ zu meinen Kindern sagt, spring ich ihr ins Gesicht!!! >:-[ )


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Ein Neuanfang (Samstag, 11. Januar ´14)

Und es wird immer klarer und klarer, dass der Umzug in den Norden nicht einfach nur ein Umzug sein wird. Viel mehr der Anfang eines neuen Lebens.

Es gibt Dinge, die möchte ich gerne hinter mir lassen. Die sollen zurückbleiben.
Aber wäre eine Art Flucht die richtige Lösung? Nein, sicher nicht. Also muss Klärung her. Und Ordnung.
Das fängt bei ganz einfachen, pragmatischen Sachen, wie dem Ausmisten an. Ich werde keine Altlasten mitnehmen. Nicht wieder einfach die Kartons aus dem Keller in den Umzugswagen stellen. Nicht zum zehnten Mal eine Hose einpacken, die mir in hundert Jahren nicht mehr passen wird, auch wenn sie noch so schön ist. Kein überflüssiges Küchen-Klimbim mehr. Es muss ausgemistet, aussortiert, sauber gemacht werden. So, wie es eben einem echten Neuanfang würdig ist.

Es geht aber auch um einen emotionalen Neuanfang.
T. und ich hängen seit vielen Jahren immer und immer wieder wegen der gleichen Themen in der Kurve. Wir finden keinen Weg, da wirklich auf die Spur zu kommen, an einem Strang zu ziehen.
Gerade beim Thema Geld und einem verantwortungsvollen, gemeinsamen Umgang damit, scheitern wir regelmäßig. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen und Bedürfnisse. Ich habe es gerne geregelt, geordnet, übersichtlich. T. hingegen lebt quasi von Tag zu Tag, frei nach der Devise „Irgendwie geht es immer!“
Für mich: ANSTRENGEND!

Wenn wir aber dieses Haus-Traum-Projekt verwirklichen wollen, werden wir uns eine ganze Menge Geld leihen müssen, wir werden ordentlich Buch führen müssen, es sollte alles möglichst straight und klar geregelt sein, kein Gemauschel, kein Hintenrum. Wir beide. Gleichberechtigt. Offen und ehrlich. Eine echte Herausforderung, aber zwingend notwendig. Für mich. Für uns. Und für die Verantwortung, die wir beide für unsere Familie tragen.

Sich gemeinsam ein Haus zu kaufen ist nochmal ein richtig großer Schritt. Für die Beziehung. Ich meine, wir sind fast zehn Jahre zusammen. Wir sind seit dreieinhalb Jahren verheiratet, haben Höhen und Tiefen gemeinsam durchlebt. Und trotzdem ist dieses Haus noch einmal eine Art Bekenntnis. Zueinander. Es wird uns noch enger aneinander binden. Über einen sehr langen Zeitraum.

Und so sehr ich T. auch liebe und davon überzeugt bin, dass wir unser restliches Leben miteinander verbringen werden, so ist da trotzdem in dieser Situation ein Moment des Zweifels. Wow, wir werden also wirklich zusammen bleiben. Ich weiß nicht genau, wie ich das besser erklären soll.

Da treffen sich zwei Menschen, mitten im Leben. Finden sich toll. Beschließen zusammen zu sein. Tragen in erster Linie die Verantwortung für sich selbst.
Nach und nach lernen sie sich besser kennen, werden vertrauter miteinander.
Erleben Dinge, die sie zusammen schweißen. Machen gemeinsam Krisen durch und gehen (bestenfalls) gestärkt daraus hervor.
Dann bekommen sie ein Kind. Und sind von diesem Moment an untrennbar miteinander verbunden. Sie sind jetzt Mutter und Vater. Bis an ihr Lebensende. Und tragen gemeinsam Verantwortung.
Dann heiraten sie. Bekennen sich öffentlich zueinander. Für den Rest ihres Lebens. Trotzdem bleibt irgendwie ein Hintertürchen offen. Was wäre, wenn man sich trennen würde? Blöd für das Kind. Nervig und aufreibend vielleicht – aber trotzdem „möglich“.
Dann, wie in unserem Fall, das zweite Kind. Oha, obwohl nicht für möglich gehalten, die Verantwortung wird tatsächlich noch größer. Ein Kind kriegt man immer irgendwie durch, aber zwei? Alles wird noch einmal auf den Kopf gestellt.

Und jetzt also ein gemeinsames Haus. Nicht nur ein gemeinsamer Traum sondern dessen Verwirklichung. Mit all seinen guten, aber eben auch schlechten Seiten.
Ein weiterer „Meilenstein“. Auf unserem Weg. Und das Hintertürchen schließt sich ein gutes Stück weiter. Also, was gilt es zu tun?
Ich habe mich entschieden. Ich werde ehrlich zu mir sein. Alle Gefühle, wie sie da auch gerade so kommen wollen, zuzulassen, alle Gedanken durch zu spinnen, mich trauen mir auch unangenehme, Angst machende Fragen zu stellen. Was für eine Chance. Was für eine Gelegenheit. Ich habe Schiss, ohne Zweifel. Es fühlt sich ein wenig wie eine „Liebes-Inventur“ an. Mal schauen, was da so alles ist….

Aber auch ganz andere Sachen wollen bedacht und besprochen werden. Was passiert zum Beispiel mit unseren Eltern?
Meine Mutter wird ja vermutlich mitkommen, aber auch da gilt es vorab noch jede Menge (unangenehme, weil bislang aufgeschobene, aber zu einer Klärung beitragende) Gespräche zu führen.
Und T.´s Mama? Wir sind dann nicht mehr nur drei Fahrstunden sondern vermutlich acht von ihr entfernt. Was passiert, wenn es ihr nicht mehr gut gehen sollte? Wer kümmert sich um sie? Gibt es einen Plan für die Zukunft? Wo will sie sein? Was braucht sie? Wie stellt sie es sich vor? Bislang weiß sie von nichts, dazu war es zu unkonkret.

Und mein Vater? Wird er weiter seine Enkel sehen können. Ebenfalls fast neunhundert Kilometer entfernt. Kann er uns überhaupt besuchen oder gibt es da zu viel Theater, wenn dort eben auch meine Mutter wohnt? Was ist mit seiner Frau? Und gibt es auch hier einen Plan für die Zukunft?

Das sind Gespräche, die eigentlich mehr als überfällig sind. Wir sind die einzigen Kinder unserer Eltern, haben keine Geschwister und sind so nun mal in der Verantwortung (schon wieder Verantwortung, ist ja gruselig!!).

Aber wer ist denn hier eigentlich verantwortlich? Wir Kinder? Oder zuerst mal unsere Eltern? Müssen die nicht eigentlich vorsorgen, Pläne schmieden und uns vor allem einweihen? Oder kann man einfach nach dem Motto „Wenn es dann so weit ist, wird es schon irgendeine Lösung geben“ leben? Ist das fair? Fakt ist, es ist auch nicht ok, dass wir uns eigentlich seit Jahren davor drücken, Klartext mit unseren Eltern und allen eventuell Betroffenen zu sprechen.

Schnell notieren: guter Vorsatz für mein Leben, ich werde es bei meinen Kinder anders machen, offen reden, sie einbeziehen, teilhaben lassen!

Und bei all der Vorfreude, was da auf uns zukommt, auf das neue Leben, muss aber auch unbedingt Platz sein für Traurigkeit und Angst, das habe ich schon gemerkt.

Speziell bei mir hat diese Angst natürlich damit zu tun, dass ich in meinem fast vierzigjährigen Leben noch nie wo anders als in einem Dunstkreis von ungefähr 50 Kilometern gelebt habe. Gut, ich bin wahnsinnig oft umgezogen, aber eben immer nur innerhalb meiner „Komfortzone“.
Urlaub? Abenteuerreisen? Logisch. Gerne. Auch sehr viel weiter weg.
Woanders leben? In Gedanken: immer. In der Tat: noch nie.

Mir sind in dieser Gegend jeder Feldweg, jeder Laden, jeder Tratsch, jeder schöne Fleck vertraut. Ich bin rechts der Isar geboren, habe meine Kindheit in einer spießigen Einfamilienhaus-Siedlung verlebt, bin von zuhause aus und in die Innenstadt gezogen, habe Schulen besucht, gearbeitet, geliebt und gehasst, meine Lieblings-Oma ist hier gestorben und beerdigt, ich habe Freunde gefunden und verloren, habe meinen Buchladen gegründet, T. finden und lieben dürfen, meine Kinder geboren, bin es gewohnt bayerisch zu sprechen und zu hören…
ein großer Schritt also.

Werde ich meine Freunde verlieren? Wird die Distanz zu groß sein? Kann ich neue Freunde finden, mich öffnen, mich in eine neue Gemeinschaft einfinden, sein wie ich wirklich bin, werde ich akzeptiert und gemocht?

Und da sind ja auch noch die Ängste von F. In seinem siebenjährigen Leben ist er bislang vor größeren Veränderungen verschont geblieben. An den einen Umzug kann er sich nicht mehr erinnern, war er doch noch ein Baby. Auch er ist hier natürlich geborgen. Sicher. Sein längster bester Freund, mit dem er schon über die Hälfte seines Lebens befreundet ist, ist hier. Nicht im Norden.
Sein Opa. Sein Kinderarzt. Die Bücherei. Der kleine Tante-Emma-Laden, wo er sonntags alleine Semmeln holen darf. Vertraute Wege. Bekannte Situationen.
Und jetzt? Eine neue Schule. Neue Freunde finden. Vertrauen aufbauen. Mutig sein. Neue Sicherheit herstellen. Aber: endlich ein eigenes Trampolin! Versprochen. Und einen Hund. Endlich wieder. Unseren alten Joe vermisst er schmerzlich, muss immer noch, mehr als zwei Jahre nach dessen Tod, weinen, wenn er ein Foto von ihm sieht.
Die Gewissheit, er bekommt endlich mehr Freiheit und Freiraum. Einen großen Garten. Viel Platz zum Spielen, zum Fantasieren, zum Junge-sein, zum groß werden. Das wünsche ich mir so sehr für ihn.
Und natürlich auch für Baby B. Dem das alles im Moment noch herzlich egal ist. Klar, auch er wird sich in einem neuen Kindergarten eingewöhnen müssen, aber er wird, wo auch immer, durch seinen unglaublichen Charme, auch dort sämtliche Herzen im Sturm erobern. Und ansonsten hat er Mama, Papa, F. und Oma. Mehr braucht er – noch – nicht. Glückliches Kind.

Und T.? Hat schon einmal den großen Schritt gewagt als junger Mann. Ich glaube, so wahnsinnig viel hält ihn hier nicht. Er ist gerne hier, ohne Zweifel. Aber trotzdem ist er ein wenig lässiger als ich. Da wo wir alle zusammen sind, da ist auch sein Zuhause. Trotzdem wird es sicher auch für ihn kein Spaziergang, kein einfacher Schritt. Seine berufliche Zukunft. Auch er wird sich neu sortieren, neu einfinden, ausprobieren müssen, was er will, mag und kann.

Ich bin so zuversichtlich, trotz aller Gedanken und Gefühle. Ich weiß einfach, dass es der richtige Schritt ist. Es wird uns allen gut tun. Hoffe ich. Glaube ich. Weiß ich.
Ich gehe jetzt ins Bett, Kopf und Herz für heute ausschalten.
Morgen planen wir unsere erste Erkundungsreise. Keep on going.


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Und wieder ein waschechter Herbsttag (Mittwoch, 13. November)

Es ist einfach nur grau. Beim Aufstehen ist es dunkel. Und kalt. Sehr kalt. Dann geht zum Glück irgendwann die „Sonne“ auf. Und es wird ein wenig heller. Aber wirklich nur ein wenig. Unter diesem eintönig unfreundlichen, grauen Himmel scheint alles irgendwie still zu stehen. Kein Luftzug, keiner der kahlgefegten Äste bewegt sich. Kein Vogelgezwitscher. Keine Eichhörnchen. Ruhig und still. Nur vereinzelt kann man Krähen sehen und hören. Gruselig.
Und wahrlich ganz und gar nicht mein Wetter. Brrrr.
Da hat heute morgen nur noch der knallrosa Kuschelpulli geholfen. Das sagt alles.
Das ist, als würde die ganze Energie und Lebenslust von diesem Himmel „gedeckelt“.

Vielleicht fühle ich mich auch nur so komisch, weil mein Blutdruck langsam runtergeht. Gestern tagsüber war alles ein wenig schwerer und mühsamer. Ich hatte Kopfweh und ständig so einen Druck auf den Augen, der nur besser wurde, wenn ich sie zugemacht habe.
Mehrmaliges Blutdruckmessen hat dann gezeigt, dass mein Blutdruck sich langsam in Richtung eines normalen Wertes bewegt und mir ist klar, dass ich die ganzen letzten Jahre mit diesem Bluthochdruck auch immer irgendwie „drüber“ war. Das Hibbelige, die Energie, das Aufgedrehte, vermutlich auch zum Teil darauf zurück zu führen. Und jetzt muss ich mich echt erst an die neue Situation gewöhnen. Und mein Körper mit mir.
Unfassbar, was das bedeutet. Was ich meinem Körper all die Jahre womgölich damit angetan habe.

Gestern gab es noch einen wilden Schreckmoment, der mal eben zwei Familien aus der Fassung gebracht hat. F. wurde ja gestern von der lieben Mama seines besten Freundes zur Musikschule gefahren und sollte dort auch wieder abgeholt und nach Hause gebracht werden. Die Schule fängt um viertel nach Drei an und ist um Vier zu Ende.
Um viertel nach fünf war mir doch ein wenig mulmig zumute, als F. immernoch nicht da war. Gerade als ich bei besagter Mama anrufen wollte, klingelte mein Telefon. Sie war dran. Nachdem sie gerade im Stall gearbeitet hat, hat sie ihren Vater zur Musikschule geschickt um die drei Jungs abzuholen. Der hat also auf dem Parkplatz hinter der Schule geparkt und ist erstmal sitzen geblieben, weil er nicht genau wusste, wann der Unterricht zu Ende ist. Dann ist er wohl eingeschlafen….
Die drei Jungs sind also raus aus der Schule und haben auf dem Platz davor ein bisschen gespielt. Irgendwann ist ihnen dann kalt geworden und sie sind wieder reingegangen. Dann haben sie angefangen sich Sorgen zu machen, der größte Junge hat dann wohl auch ein bisschen geweint. Klug, wie sie sind, sind sie zurück zur Musikschullehrin ins Zimmer, wo diese gerade den nächsten Kurs abgehalten hat. Der große Junge kennt zum Glück die Telefonnummer von Zuhause, die haben dann dort angerufen und die arme A. war natürlich außer sich vor Sorge. Sie hat gedacht, der Opa hätte vielleicht eine Unfall gehabt oder so. Der Opa – endlich wieder aufgewacht – hat sich gewundert wo die Kinder bleiben, ist zur Musikschule gegangen und hat da weiter gewartet und sich nicht mehr weggetraut, weil er Angst hatte, dass sie sich wieder verpassen könnten. Langer Rede kurzer Sinn: nach einer guten Stunde hatten sie sich endlich gefunden und F. war um halb sechs wohlbehalten zurück.
Sie haben toll reagiert, zusammen gehalten, F. hat die beiden anderen getröstet, scheinbar hat ihm das alles nichts ausgemacht. Beim Abendessen war er dann ganz blass und hat gesagt, er fühlt sich nicht gut. Und plötzlich ist es aus ihm herausgebrochen und er musste sehr weinen. Natürlich hat er auch Angst gehabt und schon gedacht, sie würden garnicht mehr abgeholt werden. Armer, tapferer Hase!

Abends habe ich im Bett noch lange mit T. geredet. Das heißt viel mehr, er hat das Gespräch mit mir gesucht. Ist ja nicht so, als wäre das üblich. Wir haben überlegt, wie ein neues Leben aussehen könnte, wie sich die Umstände verändern müssten, damit es uns allen gerecht wird.
Ich war mir bewusst, dass es uns alle verändern wird, wenn ich „aus der Reihe tanze“ und mich plötzlich anders verhalte, als bisher.
Es hat einen direkten Einfluss auf alle um mich rum. Positiv wie negativ.
Positiv ist ganz klar, was es mit den Kindern und mir macht. Ich bin wirklich viel entspannter, habe nicht ständig im Hinterkopf, was ich noch alles erledigen müsste sondern bin, wenn ich bei ihnen bin, ganz bei ihnen. Das scheint neu zu sein und wir alle beginnen es zu genießen. Allerdings zeigt es mir natürlich ein nicht gerade besonders erfreuliches Bild von mir „vorher“ auf. Immer mehrere Sachen im Kopf, niemals auf eine Sache (oder ein Kind!) wirklich konzentriert und fokussiert. Gruselig.
Jetzt müssen wir nur noch eine Lösung finden für die Sachen, die natürlich dadurch irgendwie auflaufen. Klar kann ich heute und morgen die Bügelwäsche, die sich inzwischen mannshoch stapelt, verschieben, als nicht so wichtig zur Seite schieben. Aber irgendwann geht das halt einfach nicht mehr. Dann muss es ja trotzdem getan werden. Und dann droht es mich natürlich eiskalt umso härter zu erwischen. Also scheint alles noch sehr extrem im Moment. Ich muss einen guten Mittelweg schaffen. Oder eine andere Lösung finden. Weiter bin ich noch nicht.
T. war erst ziemlich angepisst und verärgert, war dann aber sehr offen dafür, eine wirkliche Lösung für uns alle zu suchen. Eine Möglichkeit, dass wir als Familie das Positive daraus ziehen und einen guten Weg finden. Ich finde es ziemlich cool. So ein Gespräch, das mit einer eher verfahrenen Ausgangslage begonnen hat, in dieser Art und Weise auf die Reihe zu kriegen, das wäre uns vermutlich vor einigen Wochen noch nicht so gelungen. Vielleicht ja auch ein bisschen ein Verdienst meines neuen, nicht gleich so aufbrausenden Selbst. Dem niedrigeren Blutdruck sei Dank!

Heute steht der Tag im Zeichen des Rausgehens. Hilft ja nix. Wir werden zum Rollerfahren und Fußballspielen in einen großen Park in der Nähe fahren und diesem grauen Tag einfach trotzen. Wir alle können frische Luft und Bewegung dringend gebrauchen!!!

Immer weiter, Schritt für Schritt…


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Eine neue Woche… (Montag, 11. November)

…aber die Lust darauf hält sich leider in Grenzen. Das geht mir oft so am Montagmorgen, dass ich mich frage, wo zum Kuckuck denn das Wochenende hinverschwunden ist.
Gerade noch war es Freitag. Und schon sitze ich wieder – einigermaßen übellaunig – im Büro. Wenigstens fühle ich mich heute mal nicht gerädert und todmüde, drei ausgiebigen Mittagsschläfchen in den letzten drei Tagen sei Dank!
Also, was war denn eigentlich alles los?

Freitag war ich noch einmal bei der Hausärztin. Die Situation stellt sich jetzt so dar: es war ein kleiner Schlaganfall. Vermutlich ausgelöst durch Streß, begünstigt durch besagte Engstelle in der Hauptaterie zum Kopf. Diese Engstelle hat keinen „Hintergrund“, es gibt also keine Entzündung, keine Autoimunkrankheit oder sonstige Scheußlichkeiten. Sie ist einfach da. Wie lange kann keiner sagen. Vielleicht auch schon von Geburt an.
Jetzt, wo ich aber von ihr weiß, kann ich nicht mehr so weiterleben wie vorher. Sagt meine Ärztin. Also weiterhin eine große Menge an unterschiedlichsten Tabletten (ich glaube, ich nehme mehr als meine 94-jährige Oma…), regelmäßige Blut- und Blutdruckkontrollen und hin und wieder ein MRT um zu überprüfen, ob das Ding noch da ist oder sich freundlicherweise von selbst wieder in Luft aufgelöst hat. Und eben weniger Streß, weniger Kaffee, weniger Hektik, mehr Ruhe, mehr Entspannung, weniger Essen (weniger Gewicht), mehr Sport (natürlich nur „moderat“ = mein neues Lieblingswort!). That´s it. Das ist ein ganz mekwürdiges Gefühl. Auf der einen Seite bin ich natürlich komplett erleichtert, dass es weder HIV, noch Borrelien, noch sonst irgendwas schreckliches ist. Auf der anderen Seite ist das Ding nun mal da, ich weiß es jetzt, ich bin schon irgendwie verunsichert und muss diesen Wink mit dem Zaunpfahl als das sehen, was er war/ist: eine Warnung. So geht es nicht weiter. Vor allem, weil natürlich bei einem weiteren Schlaganfall deutlich schlimmere Sachen passieren können und ich nicht mehr so viel Glück haben muss. Provozieren sollte ich es also nicht unbedingt.

Was mir tatsächlich schon gut gelingt, ist eine gewisse Gelassenheit. Wenn es zu einer Situation kommt, in der ich normalerweise gleich ausgeflippt und mein Blutdruck nach oben geschnellt wäre, versuche ich ganz kurz inne zu halten und abzuwägen. Lohnt es sich oder nicht? Ist Schreien notwendig? Ist es wirklich so schlimm/dramatisch/schrecklich? Und meistens ist meine Antwort ganz klar: NEIN!
Ja, die Kinder spielen Fußball in der Wohnung. Draußen ist Scheiß-Wetter. Was sollen sie also sonst machen. Früher: Seid ihr komplett verrückt, hört sofort auf sonst ist der Ball gleich weg! Gestern: Spielt bitte nur im Flur, macht die Türen von Küche, Wohnzimmer und Bad zu. Leichter. Entspannter. Und so muss ich auch nicht mit Herzrasen darauf hören, ob sie sich meinem Verbot trotzdem wiedersetzen und ich weitermotzen/eingreifen/den Ball wegnehmen muss. Was soll schon passieren?

Das klingt jetzt alles ganz leicht, in Wirklichkeit ist das echt noch „Schwerstarbeit“. Vor allem das rechtzeitige Anhalten, nicht gleich Lospoltern, nachdenken, abwägen, das kostet schon noch ziemlich viel Energie. Aber das Ergebnis gefällt mir. Ich bin stolz und glücklich, entspannter und zurück bleibt das Gefühl, dass es auch den Jungs gut tut. Im besten Fall müssen sie dann auch nicht mehr täglich hundert Mal über sämtliche gesetzten Grenzen latschen, wenn die Grenzen ein wenig lockerer und weicher sind. Was im Umkehrschluß nicht bedeutet, dass ich sie alles machen lasse, sie nicht mehr erziehe.

Schwer ist es glaube ich im Moment für alle anderen. Mir kommt es so vor, als wären die Leute, die davon erfahren, nicht so erschüttert, weil es so schockierend ist, dass einem so etwas schon in verhältnismäßig jungen Jahren passieren kann. Es fühlt sich eher so an, als würden sich viele denken: Die hat doch alles so super im Griff, die schafft immer alles und jetzt stellt sich plötzlich heraus, dass dem garnicht so ist. Aufgefallen ist mir das vor allem im Kindergarten. Wo Eltern ungläubig staunen und im Moment ganz unsicher mit mir umgehen. Wo es merkwürdig erscheint, wenn ich bei einem anstehenden Fest meine Hilfe verweigere. Einfach, weil ich nicht will. Weil es zusätzlicher Stress wäre. Aber früher hast du doch….

Leicht ist es auch nicht für T. oder meine Mutter. Klar, augenscheinlich fehlt mir nichts mehr. Keine Schmerzen mehr (Gott sei Dank!!), kein sichtbares Leiden oder Defizit. Ich gehe wieder arbeiten, kümmere mich um die Kinder. Schwer zu vermitteln, dass wir alle nicht wieder in diesen „Trott“ verfallen dürfen. Noch dazu, wo es für die beiden natürlich auch viel bequemer und einfacher wäre. Das ist garnicht als Vorwurf gemeint, ich kann das wirklich gut verstehen und nachvollziehen. Das alles läuft ja schon seit vielen Jahren so. Wir haben uns alle an unsere Rollen und Aufgaben gewöhnt. Ist doch klar.
Aber gerade den Alltag, das „Daily Business“ umzustellen, neu zu sortieren, das ist garnicht so einfach. Und auch nicht so leicht zu klären. T. arbeitet schließlich auch den ganzen Tag. Und tut unheimlich viel darüber hinaus. Ist sich nie zu schade oder zu fein im Haushalt, bei den Kindern mitzuhelfen. Auch, wenn er sich lieber ausruhen oder etwas anderes tun würde. Also wie soll es gehen, wenn von mir etwas weg soll, dann kann es ja nicht eins zu eins zu ihm. Er hat ja selber genug.
Also müssen nicht etwa die Aufgaben umverteilt werden sondern sich vielleicht sogar ändern. Ich bin zum Beispiel drauf und dran, mir eine Putzfrau zu suchen. Einfach um Zeit „freizuschaufeln“, die ich viel lieber mit meinen Kindern, mit T. oder auch mal mit mir alleine verbringe. Und nebenbei auch nicht das elendige Gefühl haben muss, etwas nicht geschafft zu haben, die dreckige Wohnung „aushalten“ zu müssen oder was sonst noch so der Preis für das Nichterledigen ist…

Fakt ist: ein Anfang ist gemacht. Trotzdem ist noch nicht abzusehen, was da noch alles auf mich/uns zukommt, wie weitreichend die Veränderung sein muss…

Das Wochenende war sehr schön, sehr ereignisreich und trotzdem war wie immer eigentlich zu wenig Zeit für alles.
Samstag haben wir ausprobiert wie es ist, wenn ich mit Baby B. den Wochenendeinkauf erledige und T. in der Zwischenzeit die Wohnung aufräumt. Für mich war es sehr angenehm. Baby B. war sehr handsam und umgänglich und ich konnte in aller Ruhe Sachen erledigen. Ich war sogar so entspannt, dass ich ihm im Drogeriemarkt erlauben konnte, mit einem Kindereinkaufswagen durch die Gänge zu poltern. Dafür habe ich sonst wahrlich keine Nerven, aber wir hatten Zeit, ich war entspannt – und er einfach nur happy!
T. sagt, für ihn war es auch ok. Er war wirklich fleißig und hat viel geschafft. Und außerdem hat er die kaputte Waschmaschine repariert!! Nachdem die letzte „Reparatur“, bei der lediglich eine Socke zwischen Trommel und Türe durchgerutscht ist, 150 Euro gekostet hat, haben wir uns gefragt, ob sich das nochmal lohnt oder wir uns gleich eine neue kaufen sollen…. T. hat dann ganz entschlossen die Waschmaschine aufgeschraubt und tatsächlich ist nur ein Stecker rausgerutscht, der verhindert hat, dass die Maschine angefangen hat zu waschen. Wie herrlich!! T. natürlich stolz wie Bolle, wir haben 150 Euro gespart und können einfach mit unserer alten Maschine weiterwaschen! Besser geht es nicht! T. war an diesem Tag definitv mein „Daily hero“!
Und so war das eine neue Erfahrung für uns alle mit dem Samstagmorgen, mal schauen, ob wir es etablieren wollen.
Nachmittags haben wir uns dann volle Pulle ins Einkaufszentrums-Chaos gestürtz und erfolgreich für beide Kinder Schuhe, Handschuhe und Schals gekauft und so unser „Winter-Soll“ auf einen Schlag erfüllt! Der anschließende Spaziergang hat sein übriges getan, dass es ein wirklich arbeitsreicher aber sehr zufrieden stellender Samstag gewesen ist.
Am Sonntag war es ähnlich. Am Morgen war das Wetter noch ganz in Ordnung und so haben wir die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen und endlich den Garten winterfest gemacht. Das Baumhaus ausgeräumt und gesaugt, die Hängematte zerlegt, Sandspielzeug verräumt, Laub gerächt, gekehrt…schön war´s. Und wieder ein Punkt auf unserer Liste abgehakt. Mittags haben wir ausgiebig geschlafen, mit F. noch ein paar Sachen für die Schule erledigt, angefangen das Wäsche-Chaos zu beseitigen, gekocht, gefernseht, viel geredet und Konflikte mit F. gelöst…Trotzdem schade, dass es schon wieder vorbei ist. Freie Zeit zusammen tut uns einfach gut. Ich freu mich wie narrisch auf die Weihnachtsferien! Zwei Wochen frei!

Bis dahin ist aber noch ein bisschen Zeit. Und so ist jetzt wieder mein Schreibtisch dran, später ist dann St.-Martins-Umzug, der Tag ist also schon wieder komplett verplant.
Aber es geht weiter. Und das fühlt sich so gut an.