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Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen


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Durcheinander

Am vergangenen Dienstag spät abends ist unser Freund gestorben. Friedlich. Viel schneller, als von allen erwartet. In aller Ruhe. Mit vier Frauen an seiner Seite. Das hat ihm bestimmt gefallen…

Seit dem ist alles noch ein wenig chaotischer. Ich bin durcheinander. Es passiert gerade so unglaublich viel. Und nicht nur Trauriges. Also bin ich einen Moment niedergeschlagen, möchte weinen, mich verkrümeln, richtig trauern…

Im nächsten Augenblick bin ich mir meiner Verantwortung für die Kinder bewusst. Wie hat Fabian am Mittwochabend gesagt, als er mit ein bisschen weinen in der Küche überrascht hat? „Wie lange wird das denn dauern, Mama? Dass du so traurig bist?“ T. und ich haben versucht ihm zu erklären, dass das nicht einfach so weg geht, dass es besser wird, immer wieder kommt und vor allem – bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Dass es nicht DEN einen, richtigen Weg gibt zu trauern.

„Boah, wie anstrengend!“ war sein Kommentar und ich habe mir vorgenommen, einen Großteil der Trauerarbeit mit mir selber zu „erledigen“ und ihn da rauszuhalten. Vielleicht ist ihm das zu viel, vielleicht ist er aber auch einfach noch nicht so weit.

Trotzdem habe ich ihn gebeten, sich zu überlegen, ob er mit zu Trauerfeier und Beerdigung kommen möchte. Unser Freund war ein sehr spezieller Mensch und genauso speziell wird garantiert auch diese Feier. Nicht nur, dass er im kompletten schottischen Ornat verbrannt wird, weil er zu Lebzeiten immer in Schottland am glücklichsten gewesen ist und eine starke Verbindung dort hin hat, nein, es gibt ein ausdrückliches Verbot „schwarz“ zu tragen, schließlich ist es eine Feier! Allein schon der Gottesdienst wird sehr besonders, weil der Pfarrer, der uns alle durch unsere Jugend und Pubertät begleitet hat, extra aus Regensburg kommt und garantiert für die eine oder andere Überraschung gut ist. Und auch die Feier im Anschluss wird wohl eher eine große Party mit unglaublich vielen Menschen…alles in allem vielleicht ein guter Moment, um F. (so er möchte) einmal zu einer Beerdigung mitzunehmen. Aber selbstverständlich werden wir hier seinen entsprechenden Wunsch respektieren, die Oma wird einspringen und auf alle Fälle B. bis zur Feier nehmen.

Überhaupt war der Mittwoch ein unglaublicher Tag.

Ganz in der Früh also die Nachricht von A.´s Tod, ein kurzes Telefonat mit meiner lieben Freundin S., ein paar erste Tränen.

Um halb zehn hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Keins von denen, wo man richtig brennend hingeht, schon im Vorhinein weiß, dass man extrem betrübt sein wird, wenn man den Job nicht bekommt, aber für mich ein guter Anfang. Übung. Training. Real life. Und ich habe mich nicht gedrückt. Bin hingefahren. Habe es gut gemeistert. Ist auch mehr so ein Vorab-Termin gewesen, die Stelle wird eh erst im neuen Jahr aktuell, aber es lief gut, ich hab ziemlich genau gemerkt, wo es noch hakt, wo ich mehr hätte sagen sollen, wo vielleicht weniger. Gut. Zufrieden.

Danach einen richtig großen Milchkaffe gekauft, ins Auto eingestiegen und erst mal eine halbe Stunde lang geheult. Die Sonne hat gescheint und die ganze Willkür ist mir so unglaublich auf den Sack gegangen. So viele Leute, die an meinem geparkten Auto vorbeigehastet sind, grimmig, stoisch, mit sich beschäftigt. Am liebsten hätte ich das Fenster runter gekurbelt und ihnen ins Gesicht geschrien: „Was ist los? Warum schaust du so? Vor ein paar Stunden ist ein junger, wichtiger Mensch gestorben. Das ist unfair. Unfair. Unfair. Und du bist nicht dankbar, dass du leben darfst. Du bist nur grimmig!“

Zum Glück hatte ich noch Zeit, bevor ich den kleinen B. vom Kindergarten abholen musste, bin noch ein bisschen spazieren gegangen und hab mich von Wind und Sonne streicheln lassen.

Am Nachmittag schnell mit F. die Hausaufgaben korrigieren, ihn trösten, dass er in der Mathe-Probe nur eine Drei hat (was gar nicht so einfach ist, wenn alles nur Konzentrations-Fehler sind…) und dann los zum Schwimm-Training. Ich fühle mich kalt von innen, kann gar nicht so viel anziehen, dass ich nicht mehr friere. Trotzdem gehe ich mit B. ein bisschen im Herbstlaub spazieren, genieße das Alleinsein mit ihm, Hand in Hand, nur wir beide. Und dann kriegt er noch eine Portion Schwimmbad-Pommes zum Aufwärmen, seine Backen glühen und seine Welt ist in Ordnung. Schön.

Am Abend ist dann noch das Treffen der Gruppe „Sprache, Schule, Ausbildung, Job“ des Asylhelferkreises bei mir im Ort (deren Gruppenleiterin ich bin). Ich habe viel vorbereitet, mir tage- und nächtelang Gedanken gemacht. Bin trotzdem zerstreut, müde und durcheinander. Fasse dann aber schnell den Entschluss mit offenen Karten zu spielen. Erkläre den immerhin fast zwanzig Anwesenden, dass gerade ein Freund von mir gestorben ist und ich auf ihr Verständnis und ihre Mithilfe hoffe. Und dann läuft es. Sie sind toll. Es wird ein super konstruktives, klares, entspanntes Treffen. Wir finden in allen offenen Fragen schnell einen Konsens, teilen Gruppen und Zeiten ein, es läuft ohne Animositäten und Befindlichkeiten. Ich bin so stolz! Was für eine Gruppe! Am Ende kassiere ich ein dickes Lob für meine Vorbereitung, mein Engagement und meinen Einsatz und ich bin erleichtert, froh, traurig und alles gleichzeitig. Wieder sitze ich im Auto und heule. Scheint ein guter Platz dafür zu sein.

Und so vergeht seitdem kein Tag, an dem nicht etwas Tolles, Aufregendes, Besonderes, Glückliches passiert. Auf der anderen Seite bin ich einfach immer und immer wieder traurig, nachdenklich und auf eine besondere Art verletzt.

Und nach wie vor tief besorgt, was da an den Grenzen, nur ein paar hundert Kilometer von hier, mit den Menschen und natürlich vor allem mit den Kindern geschieht. Politische Willkür hat mich schon immer schrecklich mitgenommen, mich so unglaublich hilflos und ohnmächtig gemacht. Kein gutes Gefühl. Gerade kann ich es ganz gut durch die Arbeit im Dorf kanalisieren, mich darauf konzentrieren, aber es geht trotzdem nicht spurlos an mir vorbei.

Dieses ganze widerliche rechte, propagandistische Zeug, mit dem man Tag für Tag konfrontiert wird, tut da nur sein Übriges… damit bin ich noch nicht durch, ganz bestimmt nicht. Aber ich muss mir eben meine Kräfte einteilen. Mein eigenes Durcheinander sortieren. Tun, was ich eben tun kann. Und wenn dann wieder „Kapazitäten“ frei sind…mal sehen…

Heute lerne ich erst mal die afghanische Familie kennen, die letzte Woche neu in unserer Gemeinde angekommen ist. Vater, Mutter und zwei Kinder. Die Kinder dürfen drei Monate lang nicht in die Schule (so viel zum Thema Behördenwillkür) obwohl rein integrativ das für sie sicher der allerbeste Weg wäre. Das sagt sogar der Schulleiter. Aber einen Hortplatz, den konnte ich ihnen ergattern. Und da werde ich sie mal zum ersten „Beschnuppern“ hinbegleiten. Das wird. Ich bin zäh. Und unnachgiebig wenn es sein muss. Ich glaube, dass merken die hier in der Gemeinde langsam auch.

Das Wetter ist herrlich. Ich werde den kleinen B. abholen und wir werden dort hin spazieren und die Luft genießen. Jeden schönen Moment. Das ist so wertvoll. Keiner weiß genau, wann es womöglich der letzte ist.


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Erschöpfung

Das war ja mal schon richtig lange kein Thema mehr! 😀

Gestern hat es mich quasi aus dem Nichts richtig gebeutelt.

Ok, der Vormittag war zum in die Tonne treten! Richtig scheiße! Eine ganz ekelhafte Arbeit und als ich mich endlich, nach mehreren Stunden voller Konzentration, dem Ende näherte, meinte mein Chef nur lapidar, er hätte da ein paar falsche Sachen ausgedruckt und ich hätte halt besser aufpassen müssen! Er druckt was falsch aus, gibt es mir (tackert die Blätter sogar noch zusammen) und ich bin schuld, weil es mir zwar aufgefallen ist, ich aber nicht an ihm gezweifelt habe, sondern von einer Absicht ausgegangen bin. Sonst, wenn ich ihm einen Fehler unterstelle, dann fällt er in der Regel mit den Worten: „Du weißt doch, dass ich keine Fehler mache!“ aus allen Wolken!
Ganz fertig gekriegt habe ich es gestern zwar nicht, war aber unglaublich froh und erleichtert, als ich um halb zwei im Auto gesessen bin…

Mit den Jungs war ich dann eine ganze Zeit lang draußen im Garten, das Wetter war so unglaublich herrlich!

Wir sind dann noch schnell zum Drogeriemarkt gefahren, der kleine B. braucht für den Kindergarten noch einen Zahnputzbecher und wir wollten mal nachsehen, ob die Geburtstagsfotos für die Oma vielleicht schon abholbereit wären. Auch da war alles lustig und entspannt, die Jungs haben sich für den Abend noch mit Badewannenzeug eingedeckt – aber als wir dann auf den Parkplatz kommen, plötzlich, aus heiterem Himmel: Sprache weg! Ohne Vorwarnung, ohne Kopfweh, ohne Stress (zumindest in diesem Augenblick), ohne Augenflimmern – einfach so!

Ich glaube, wenn ich meinen empathischen F. nicht dabei gehabt hätte, wäre ich durchgedreht! Ich bin so erschrocken. Und er war so lieb! Hat gleich gesagt, ich müsste mich wohl ausruhen und wenn wir noch schnell einkaufen gehen wollen, dann würde er alles bestellen und mit der Kassiererin reden und den Wagen schieben und überhaupt! Das war so lieb und das, obwohl ich weiß, dass er eigentlich genauso eine Scheiß-Angst hatte wie ich!
Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich wieder komplett gefangen hatte, insgesamt vermutlich fast zwei Stunden. Eigentlich hatte ich vermutet, dass mich im Anschluss, so wie sonst, gleich die Kopfschmerzattacke heimsuchen würde – aber nichts… Ganz komisch, ganz unheimlich und beängstigend.

Und nachdem der kleine B. ziemlich arg von einer Erkältung mit blödem Husten gebeutelt ist, haben er – und in der Folge natürlich auch T. und ich – nicht wirklich gut geschlafen und sich die dringend benötigte Erholung logischerweise auch nicht eingestellt.
Und als um sechs Uhr der Wecker geklingelt hat, war ich wirklich nicht ganz sicher, ob es sich lohnen würde, überhaupt aufzustehen oder ob ich nicht doch mal einen Tag einfach nur unter der Decke verbringen sollte…
Aber ich hatte um 7:30 Uhr beim Landratsamt einen Termin zur Anmeldung unseres neuen Autos vereinbart und so habe ich es dann doch letztlich raus ins Kalte geschafft.

Gerade geht es mir eigentlich ganz gut, klar, die Müdigkeit sitzt mir in den Gliedern, ich hoffe, meine Abwehrkräfte sind stark genug und halten mir die Erkältung vom Leib, auf die hab ich ja so überhaupt keine Lust!

Nachdem der kleine B. heute Nachmittag noch Turnen hat und F. sowohl Gitarre als auch Theater-AG (ja, der Mittwoch, der hat es echt in sich) werde ich im Anschluss mit den Jungs einfach mal gar nichts machen. Sieht aus, als würde das Wetter mitspielen und uns gnädig einen richtig schönen, grauen, dunklen und verregneten Nachmittag schenken, den wir ohne schlechtes Gewissen mit ein paar Lebkuchen eingerollt auf dem Sofa verbringen können.

Der November hat noch so unglaublich viele Termine, ich glaube, ich muss mir das ein bisschen einteilen, manches vielleicht sogar absagen oder verschieben. Es wird dringend Zeit (wieder mal) ein bisschen besser auf mich zu schauen. Das ist wichtig. Wichtiger, als bei allen anstehenden Bastel-Nachmittagen in Kindergarten oder Schule, den Laternenumzügen, Elternstammtischen, Weihnachtsfeiern, Geburtstagsfesten u. ä. dabei zu sein. Ich muss mit meinen Kräften haushalten, mich ausruhen, Prioritäten setzen.
Never ending Story…


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Schon wieder Montag??

Kaum zu glauben! Im Moment habe fast täglich das Gefühl, dass mich die Zeit quasi überholt… Es waren doch gerade noch Sommerferien, Schulanfang, Oktoberfest, Zeitumstellung…

Dabei möchte ich sie gerade gerne anhalten, die Zeit. Ihr und mir eine Pause gönnen, mehr den Augenblick genießen. Und nicht immer nur rennen, hetzen, antreiben…
Ein leidiges Thema!

Das Wochenende war wirklich herrlich!
Freitag, nach einem ausgiebigen Mittagsschläfchen mit dem kleinen B., bin ich mit den beiden Jungs und dem (momentan) besten Freund von F. zum Schwimmen gegangen. Hat erstaunlich gut geklappt, auch wenn ich froh war, dass T. in der letzten Stunde noch zu uns gestoßen ist. Das Anziehchaos mit drei Kindern, noch dazu, wenn eins davon ein kleiner, bockiger, fast Zweijähriger ist, der sich im Moment so überhaupt nicht alleine anziehen will…

Am Abend haben wir alle zusammen ins große Bett eingekuschelt endlich den ersten Teil von Harry Potter angeschaut. Ein Herzenswunsch von F., nachdem er mit dem Papa das Buch „plattgemacht“ hat…
Nur ich scheine ein Problem mit Fantasyfilmen zu haben, ich war die einzige, die die halbe Nacht gruseligste Alpträume hatte…sehr merkwürdig!

Am Samstag war so herrliches Wetter und Feiertag und noch dazu hat am kommenden Freitag die Oma Geburtstag – also sind wir gleich in der Früh in den Englischen Garten gefahren um einen ausführlichen Herbstspaziergang mit „Foto-Shooting“ zu machen, schließlich beschwert sich meine Mutter ein ums andere Mal, dass sie keine Bilder von den Jungs hat. Die kriegt sie jetzt. Rahmen sind schon besorgt, Fotos gestern noch bestellt – Wunsch erfüllt!

Ein richtig schöner, entspannter Vormittag!

Am Nachmittag haben wir zuerst F. zu seinem Freund zum Übernachten gebracht (auf vielfachen Wunsch der beiden Helden!) und B. zur Oma.

Unser Plan: Wir fahren in die Stadt und spielen kinderloses Ehepaar. Nur wir beide, ein bisschen Essengehen, ein schöner Film im Kino, eine ruhige Nacht.

Es hat grandios angefangen: Super Parkplatz, super Plätze im Kino (obwohl wir relativ spät dran waren), ein netter Tisch in einem hübschen Restaurant, leckeres Essen, ein entspanntes aber trotzdem tiefes und emotionales Mann-Frau-Gespräch und ein wirklich cooler Film („Who am I“ für alle Interessierten).
Ungefähr eine viertel Stunde vor Ende des Films hat meine Tasche vibriert…kein gutes Zeichen…

Im Kino während des laufenden Filmes seine Mailbox abzuhören ist tatsächlich schwieriger als man vermuten möchte!
F. wollte jedenfalls abgeholt werden, er könne nicht schlafen und sein Bein täte ihm irgendwie weh.

Wir haben uns entschlossen, den Rest des Films noch anzusehen (wenn auch ein wenig zappelig. Also ich zumindest.), haben kurz angerufen und Bescheid gesagt, dass wir unterwegs sind und haben eine weitere halbe Stunde (so gegen halb elf) ein völlig erschöpftes, den Tränen nahes Kind in unser Auto eingepackt. Scheint ein wirklich grausiger, langweiliger Abend gewesen zu sein und F. ist einfach nicht zur Ruhe gekommen. Ja, zuhause ist es halt doch am Schönsten! 😉
Er war völlig fertig und aufgelöst und ist auch wirklich gleich eingeschlafen.

T. und ich haben das ganze mit Humor genommen und nur die ganze Zeit rumgewitzelt, wenn wir schon einmal ohne Kinder unterwegs sind, einmal richtig Zeit haben für uns, abends miteinander unterwegs sind…dann passiert so was…

Gestern waren wir drei beim Frühstücken (eigentlich war das ja noch als restliche Pärchenzeit eingeplant – aber was soll´s?), T. hat dann den kleinen B. abgeholt, F. hat seine restlichen Hausaufgaben gemacht und ich Muffins gebacken.

Heute ist nämlich wirklich B.´s erster richtiger Kindergartentag. Und aus diesem Anlass gibt es ein Verabschiedungsfrühstück – mit anschließendem „Umzug“ zu den Großen! Ich bin wirklich stolz! Auf ihn! Er ist ein prima kleiner Kerl, der aufrecht seinen Weg geht, sich super entwickelt hat und eine wirkliche Bereicherung für unsere kleine Familie ist.
Und auf T. und mich bin ich auch stolz! Wieder ein Abschnitt geschafft! Bis hier hin sind wir schon gekommen, konnten maßgeblich beeinflussen, wie er sich entwickelt und die ersten Weichen für seine Zukunft stellen! Sehr schön! (Fast) alles richtig gemacht!

Den Nachmittag haben wir dann mit Chaoswohnungaufräumen und Gartenarbeit verbracht und haben wirklich was geschafft! Die Wohnung ist wieder bewohnbar, der Garten ordentlich und fast komplett winterfest.
Wir waren sehr zufrieden und von der Herbstluft ordentlich durchgelüftet am späten Nachmittag fertig, die Kinder sind in die Badewanne gesprungen, ich hab eine leckere Gemüsepizza gemacht und wir haben den Tag und das Wochenende gemeinsam beschlossen.

Und heute? Wieder ein strahlender, freundlicher, warmer Herbsttag.
F. kommt um zwei aus der Schule nach Hause, ich hole das Kindergartenkind ab, schnell Hausaufgaben kontrollieren – und raus! Momentan noch ohne Ziel, aber das wird sich dann schon ergeben…
Und so hat mich die Herbstdepression noch gar nicht so richtig in ihren Klauen (bis auf einige wenige Ausreißer in den letzten Wochen) und ich bin angenehm ruhig und zufrieden.

So soll es sein, so kann es bleiben…


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Dunkel, kalt. stürmisch, regnerisch….

…so ist es heute draußen. So richtig herbstlich eben.
Nur in meinem Herzen, da ist es heute warm, weich und zärtlich.

Gestern war gelinde gesagt ein richtiger Sch…tag! Wieder Stau (trotz Aussparung der A99 und Wahl eines Alternativweges), dreistündigem Stromausfall in der Arbeit (was richtig Zeit und Nerven gekostet hat), als der Strom wieder da war, wollte der Server nicht mehr so richtig, weswegen ich eigentlich erst so gegen 12:30 Uhr so richtig zum Arbeiten gekommen bin. T. war zum Glück daheim und so konnte ich bis nachmittags bleiben.

Schnell noch einkaufen, schnell noch ein Geburtstagsgeschenk besorgen, schnell heim. Ich war wie erschlagen…

Schön war allerdings, dass T. sein Zuhausesein auch zum Wohl der Familie genutzt und einen riesen Berg Wäsche weggebügelt hat! Er war richtig zufrieden, hat er doch normalerweise auch nicht gerade viel Zeit für sich alleine, das hat ihm glaube ich schon gut getan…

Jedenfalls war dann sogar noch Zeit ein paar Minuten intensiv miteinander zu reden, dann hat er F. noch ein bisschen HSU abgefragt (hoffentlich ist dieses leidige Thema „Hecke und Sträucher“ jetzt abgeschlossen und sie schreiben heute endlich diese vermaledeite Probe!) und ich mit dem kleinen B. mit seinem Bauernhof gespielt. Es war richtig friedlich und angenehm.

Auf Wunsch eines einzelnen Herrn habe ich dann noch Schnitzel mit Pommes gemacht und bis auf ein kleines Bett-geh-Debakel (Tom und Jerry läuft einfach zu spät! Das ist er um kurz nach acht aus!! – Wir haben noch gestern Abend beschlossen, dass wir es ab sofort aufnehmen werden, dann können wir selber entscheiden, wann und wie viel die Jungs anschauen!) war der Tag um halb neun dann zu Ende.

Und jetzt kommt das Highlight: T. und ich haben bereits die VIERTE Nacht ohne den kleinen B. in unserem Bett verbracht!!! Der ist zwar abends nicht wirklich zeitig zum Schlafen zu bewegen, schläft dann aber tief und fest…Herrlich!!

Und heute?
Heute bin ich froh, wenn der Arbeitstag rum ist und ich mich vor-wochenendlich mit den Jungs daheim einkuscheln kann. Brrr….
Bis dahin erwartet mich allerdings durchgängig noch ein riesiger Haufen Kostenangebote, Rechnungen etc., irgendwie habe ich das Gefühl die Herren Bauleiter gehen davon aus, dass sie nur noch in dieser Woche alle ihre Sachen erledigen können, sehr merkwürdig.

Und morgen ist frei und außerdem der letzte Schultag vor den einwöchigen Herbstferien und am Samstag sind wir bei Freunden zum Geburtstagfeiern eingeladen und überhaupt… sieht alles ganz positiv und optimistisch aus.


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Und die Aussichten? Heiter bis wolkig…

Und ich meine ausnahmsweise nicht das Wetter. Obwohl diese Prognose hier wohl ebenfalls zutrifft. Noch ist es unglaublich neblig. Ein ganz dichter, mehliger Nebel. Der trist, aber gleichzeitig unheimlich verheißungsvoll ist. Das ist ein bisschen, als dürfte man ein Päckchen noch nicht auspacken. Man weiß schon, dass etwas drin ist, was man sich sehr wünscht, was man sehr mag, im Moment betrachtet man es aber nur von außen.
Der Nebel wird aufbrechen, spätestens mittags. Die Sonne wird scheinen. Es wird warm werden. Herrliche Aussichten!

Am Wochenende waren wir viel zuhause, man glaubt gar nicht, was im Herbst in Haus und Garten so alles zu erledigen ist!
T. und F. haben die Hecke geschnitten, das Sandspielzeug ist aussortiert, gewaschen und verpackt, Fahrzeuge und Gartenspielzeug in der Garage verstaut, die Pflanzen, die auf der Terrasse „übersommern“ dürfen, wieder in die Wohnung geräumt, der Esstisch herbstlich dekoriert, der Kindersachenbasar in zwei Wochen vorbereitet, das HSU-Projekt von F. („Hecken und Sträucher und ihre Früchte“) zufriedenstellend, dank eines schönen Spaziergangs gestern Morgen, erledigt… wir waren fleißig und haben eigentlich alles geschafft, was wir uns vorgenommen haben.

Nur meine Laune ist leider ziemlich wechselhaft. Mal geht es mir super, ich könnte Bäume ausreißen, die Welt umarmen, bin wach und aktiv – im nächsten Augenblick bin ich traurig, genervt, unglaublich müde, habe Kopfweh und bin lustlos. Die Frage, die mir in diesem Zusammenhang durch den Kopf geistert ist: Was ist denn jetzt schon wieder los???????
Aber ich versuche es mit Fassung zu tragen, allerdings weiß ich, dass das für T. eine echte Herausforderung ist. Umso dankbarer bin ich, dass er in diesen Tagen weder ausgeflippt ist, noch mit angemeckert oder gar ausgelacht hat. Nein, er war eher stoisch (sehr gut!) und liebevoll. Danke, mein Herz!

Auch diese Woche wird sicherlich heiter bis wolkig.

Sie hat nur vier Arbeits- und Schultage für uns alle. Das ist ja schon mal grundsätzlich erfreulich! Was genau diese vier Tage bringen werden? Wir werden es sehen. Sicher für uns alle viel Arbeit. Da gibt es bei F. einen neuen Lese-Pass, der bis Anfang November bewältigt werden will. Der kleine B. hat diese Woche „Oktoberfest“ und Fototermin im Kindergarten und ist zu seinem ersten Kindergeburtstag eingeladen. Wir haben am Mittwoch Elternabend in der Schule und jede Menge vorzubereiten.

Wir fahren nach Rügen. In der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag werden T. und F. und ich aufbrechen. Eine kleine Ferienwohnung ist gebucht. Die Sinne sind geschärft. Der Termin für die Hausbesichtigung am Samstag vereinbart.

Ich bin sehr, sehr, sehr aufgeregt. Ist es möglich, dass wir unser Traumhaus gefunden haben? Kann es sein, dass wir schon am Wochenende eine Entscheidung treffen können? Was natürlich noch lange nicht heißt, dass die Bank für unsere Finanzierung auch eine positive Entscheidung treffen wird…. 😉
Wie wird uns die Gegend gefallen? Und die Infrastruktur? Und das Meer? Und die Schule? Und die Leute?

B. werden wir diesen Wahnsinns-Marathon nicht antun, der darf mal wieder ein Wochenende mit der Oma verbringen, F. kommt allerdings mit, schließlich ist sein Wohl und Weh für unsere Entscheidung maßgeblich. Für ihn wird so ein Umzug definitiv am Schwersten. Also wollen wir ihn wirklich von Anfang an mit einbeziehen und alles dafür tun, dass er sich wohl fühlt und diesen Schritt mittragen kann.

Und so fiebern wir dem Wochenende entgegen, werden noch einmal versuchen, alle unsere (relevanten) Fragen zu formulieren, laden die Akkus vom Foto auf, planen die beiden Tage – und dann geht´s los. Vielleicht (endlich) Richtung Zukunft….


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Natürlich…

…wäre es vermessen gewesen, davon auszugehen, dass dieses Mega-Hoch mindestens noch bis Jahresende dauern würde. Aber genossen hätte ich es schon!

Nun, aus dem Super-Hoch ist jetzt auch nicht gleich ein elendiges Tief geworden. Nein. So schlimm ist es nicht. Eigentlich ist alles ganz okay. So montagmäßig halt. Ich hab zwei richtig blöde Nächte hinter mir (obwohl B. sehr brav in seinem Bett geblieben ist!) mit wenig Schlaf, schlechten Träumen, Bauchweh…keine Ahnung, was los ist.

Das Wochenende war schön, wir waren tatsächlich auf der Wies´n und hatten richtig Glück. Nachdem es gegen Mittag wie verrückt geschüttet hat, haben sich viele scheinbar erst am frühen Nachmittag entschlossen, doch noch zu kommen (nachdem der Himmel aufgerissen ist) – und wir sind wieder nach Hause! Perfekt. Viel mehr als einmal mit F. Ketten-Karussell zu fahren, rosa Zuckerwatte und eine Portion Mandeln zu verspeisen, einmal Dosen zu werfen, war auch nicht drin. Gerade B. (selbst wenn er die meiste Zeit auf den Schultern von T. gesessen ist) war von all den Gerüchen, den Menschen, der Musik und dem Lärm doch ganz schön überfordert.

Gestern waren wir auf dem Hoffest eines großen Gutes in der Nähe, da war allerhand geboten. Veganes, vegetarisches und ökologisches Essen, viele Aktionen für Kinder (Kürbisschnitzen, Brotbacken, Gewinnspiele…), Verkaufsstände und, und, und. Das war wirklich nett und auch hier haben wir mit dem Timing wieder alles richtig gemacht – wir sind gegangen, als die meisten gekommen sind!

Gerade entwickelt sich der Montag, den ich schon als furchtbaren Tag verloren geglaubt habe, doch noch als Gewinn. F. hat einen Freund zu Besuch und erst sind die drei (ja, sie haben freiwillig den kleinen B. mitgenommen) eine Stunde draußen im Garten zum Toben gewesen, wodurch ich sie jetzt ohne jedes schlechte Gewissen, vor den Fernseher setzen konnte. Zum 137ten Mal „Ich – einfach unverbesserlich“.

Und ich kann hier am Schreibtisch im Wohnzimmer sitzen, mit einem Ohr bei den Jungs und den Augen im vorherbstlichen Garten – und natürlich dem Bildschirm…
Und das lässt mich fast vergessen, dass ich total Rückenweh habe, weil ich heute echt sechs Stunden am Stück in der Arbeit am Schreibtisch gesessen und ununterbrochen Rechnungen geschrieben habe.
Es lässt mich vergessen, dass mein Bauch noch immer zwickt und ich immer noch todmüde bin…

Also, jetzt soll der Abend beginnen, ich werde noch ein bisschen nach der „Sonne“ von letzter Woche suchen, kann ja noch nicht so weit sein!


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Herbst

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Jetzt ist es amtlich: es wird Herbst. Ohne Wenn und Aber. Da hilft kein Zaudern und Jammern: da ist er!
Dabei zeigt er sich sogar von seiner aller schönsten Seite! Es ist einfach herrlich Draußen!
In der Nacht richtig kühl, am morgen neblig, die Sonne lässt sich nur erahnen – aber dann, dann bricht der Himmel auf, der Himmel strahlt in sattem, klaren Blau und es wird spätsommerlich warm!
So mag ich das! Bestimmt ein Vorbote auf das bevorstehende Oktoberfest! Zu dieser Zeit ist es bei uns quasi immer schön und der Bayer rühmt sich für den landesfarbenen Himmel…wunderbar!
Ich habe T. schon angedroht, dass ich am Wochenende unbedingt mein Dirndl ausführen muss. Und wenn es nur zu einem ausgiebigen Spaziergang in der Münchner Innenstadt ist! Nur ein Wies´n-Besuch mit den Kindern scheint tatsächlich unerschwinglich. Kostet die Maß doch heuer fast überall schon über 10 Euro, und so ist das auch mit allen anderen Köstlichkeiten und selbstverständlich auch den Fahrgeschäften…vielleicht gehen wir am Familiennachmittag. Und vielleicht spendiert der Chef ja ein paar Wies´n-Marken für das Augustinerzelt…

Was ist sonst noch erzählenswert?
Vielleicht, dass der Alltag uns schon wieder komplett in seinen Fängen hat? Unglaublich. Montag haben F. und ich den ganzen Schulkram eingekauft, hergerichtet, eingeräumt, sortiert – wir waren inklusive eines kurzen Zahnarzttermines tatsächlich bis zum frühen Nachmittag beschäftigt. Turnbeutel füllen (wo sind denn die Turnschuhe? Und warum zum Kuckuck sind die so dreckig??), Malkasten auswaschen, Pinsel auf Vordermann bringen, Federmäppchen ergänzen und aufhübschen, die Liste der Lehrerin abarbeiten, sämtliche Dinge beschriften, Lederhose für den ersten Schultag herrichten, Hemd bügeln (F.´s Klasse singt den Abc-Schützen am ersten Tag ein (bayrisches) Ständchen)…
Der Dienstag lief dann relativ rund, ich habe F. mit seinem ganzen Kram in die Schule gefahren, schnell der Lehrerin Hallo gesagt – reibungslos.
Selbst B. geht jetzt wieder ohne größere Proteste oder Weinkrisen in den Kindergarten – ich glaube, wir haben uns alle mehr oder weniger wieder in unseren Alltag hineingefunden.

Gestern hatte F. dann seine erste Gitarrenstunde, der Lehrer ist wirklich toll (ja, gut, super aussehen tut er nebenbei dann auch noch – ist mir aber fast überhaupt gar nicht aufgefallen!) und F. hat gestern sage und schreibe dreimal für zehn Minuten geübt. Freiwillig. Was bei drei Liedern, die jeweils nur aus der Note „g“ bestehen nicht so wahnsinnig aufregend – nein, nach kürzester Zeit sogar eher nervend ist. Natürlich habe ich ihm das nicht gesagt, habe ihn stattdessen für sein Engagement und das schöne und saubere Anspielen des einen Tones gelobt! Bin ich froh, wenn er das besser kann! J

Jedenfalls braucht er jetzt eine Gitarre und zwei Bücher und einen Fußhocker und einen Notenständer und eine Tasche für den ganzen Kram. Bildung ist teuer! Der Schulkram hat schon knapp 50 Euro gekostet (ohne Arbeitsbücher, Kopiergeld etc.) – und jetzt auch noch das ganze Musikzeug…. Ich frage mich wirklich, wie man das macht, wenn man mehrere Schulkinder und/oder ein geringes Einkommen hat. Jonglieren wir doch schon mit dem Geld und überlegen, ob der Musiklehrer uns seine Gitarre vielleicht noch bis Anfang Oktober leiht, bis wieder unsere Gehälter auf dem Konto, unsere Rechnungen bezahlt sind… Eigentlich müsste Musikunterricht umsonst sein, oder?

Ansonsten glaube ich, T. und mir wird gerade mal wieder bewusst, wie sehr wir uns diesen Umzug, den Ortswechsel, die Veränderung wünschen. Wie sehr das zu unserem Wohlbefinden beitragen würde. Flexibler, selbst bestimmter, weniger eingeengt zu sein. Mehr Raum, mehr Zeit für uns als Familie.
Obwohl ich sagen muss, dass wir beide gerade eine richtig gute Zeit miteinander haben. Wir sind sehr nachdenklich, die letzte „Krise“ hat ihre Spuren hinterlassen. Aber wir versuchen offen zu sein. Respektvoll. Liebevoll. Zärtlich. Gehen aufeinander zu. Sind lustig und ausgelassen. Das tut so gut! Natürlich ist viel zu tun. Klar haben wir viele Baustellen. Logisch kommen wir nicht ohne viel Arbeit ans Meer. Aber das alles ist viel leichter und einfacher, wenn wir uns nah sind. Da kann man auch mal großzügig sein, über bestimmte Dinge hinweg sehen… Hoffentlich hält das noch ein bisschen an, das gibt uns beiden glaube ich gerade die Möglichkeit uns ein wenig auszuruhen, durchzuatmen, die Akkus wieder aufzuladen…

Und so genieße ich das Wetter, die gute Stimmung, den letzten Arbeitstag vor dem Wochenende und freue mich auf das was kommt! B)