meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen


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Durcheinander

Am vergangenen Dienstag spät abends ist unser Freund gestorben. Friedlich. Viel schneller, als von allen erwartet. In aller Ruhe. Mit vier Frauen an seiner Seite. Das hat ihm bestimmt gefallen…

Seit dem ist alles noch ein wenig chaotischer. Ich bin durcheinander. Es passiert gerade so unglaublich viel. Und nicht nur Trauriges. Also bin ich einen Moment niedergeschlagen, möchte weinen, mich verkrümeln, richtig trauern…

Im nächsten Augenblick bin ich mir meiner Verantwortung für die Kinder bewusst. Wie hat Fabian am Mittwochabend gesagt, als er mit ein bisschen weinen in der Küche überrascht hat? „Wie lange wird das denn dauern, Mama? Dass du so traurig bist?“ T. und ich haben versucht ihm zu erklären, dass das nicht einfach so weg geht, dass es besser wird, immer wieder kommt und vor allem – bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Dass es nicht DEN einen, richtigen Weg gibt zu trauern.

„Boah, wie anstrengend!“ war sein Kommentar und ich habe mir vorgenommen, einen Großteil der Trauerarbeit mit mir selber zu „erledigen“ und ihn da rauszuhalten. Vielleicht ist ihm das zu viel, vielleicht ist er aber auch einfach noch nicht so weit.

Trotzdem habe ich ihn gebeten, sich zu überlegen, ob er mit zu Trauerfeier und Beerdigung kommen möchte. Unser Freund war ein sehr spezieller Mensch und genauso speziell wird garantiert auch diese Feier. Nicht nur, dass er im kompletten schottischen Ornat verbrannt wird, weil er zu Lebzeiten immer in Schottland am glücklichsten gewesen ist und eine starke Verbindung dort hin hat, nein, es gibt ein ausdrückliches Verbot „schwarz“ zu tragen, schließlich ist es eine Feier! Allein schon der Gottesdienst wird sehr besonders, weil der Pfarrer, der uns alle durch unsere Jugend und Pubertät begleitet hat, extra aus Regensburg kommt und garantiert für die eine oder andere Überraschung gut ist. Und auch die Feier im Anschluss wird wohl eher eine große Party mit unglaublich vielen Menschen…alles in allem vielleicht ein guter Moment, um F. (so er möchte) einmal zu einer Beerdigung mitzunehmen. Aber selbstverständlich werden wir hier seinen entsprechenden Wunsch respektieren, die Oma wird einspringen und auf alle Fälle B. bis zur Feier nehmen.

Überhaupt war der Mittwoch ein unglaublicher Tag.

Ganz in der Früh also die Nachricht von A.´s Tod, ein kurzes Telefonat mit meiner lieben Freundin S., ein paar erste Tränen.

Um halb zehn hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Keins von denen, wo man richtig brennend hingeht, schon im Vorhinein weiß, dass man extrem betrübt sein wird, wenn man den Job nicht bekommt, aber für mich ein guter Anfang. Übung. Training. Real life. Und ich habe mich nicht gedrückt. Bin hingefahren. Habe es gut gemeistert. Ist auch mehr so ein Vorab-Termin gewesen, die Stelle wird eh erst im neuen Jahr aktuell, aber es lief gut, ich hab ziemlich genau gemerkt, wo es noch hakt, wo ich mehr hätte sagen sollen, wo vielleicht weniger. Gut. Zufrieden.

Danach einen richtig großen Milchkaffe gekauft, ins Auto eingestiegen und erst mal eine halbe Stunde lang geheult. Die Sonne hat gescheint und die ganze Willkür ist mir so unglaublich auf den Sack gegangen. So viele Leute, die an meinem geparkten Auto vorbeigehastet sind, grimmig, stoisch, mit sich beschäftigt. Am liebsten hätte ich das Fenster runter gekurbelt und ihnen ins Gesicht geschrien: „Was ist los? Warum schaust du so? Vor ein paar Stunden ist ein junger, wichtiger Mensch gestorben. Das ist unfair. Unfair. Unfair. Und du bist nicht dankbar, dass du leben darfst. Du bist nur grimmig!“

Zum Glück hatte ich noch Zeit, bevor ich den kleinen B. vom Kindergarten abholen musste, bin noch ein bisschen spazieren gegangen und hab mich von Wind und Sonne streicheln lassen.

Am Nachmittag schnell mit F. die Hausaufgaben korrigieren, ihn trösten, dass er in der Mathe-Probe nur eine Drei hat (was gar nicht so einfach ist, wenn alles nur Konzentrations-Fehler sind…) und dann los zum Schwimm-Training. Ich fühle mich kalt von innen, kann gar nicht so viel anziehen, dass ich nicht mehr friere. Trotzdem gehe ich mit B. ein bisschen im Herbstlaub spazieren, genieße das Alleinsein mit ihm, Hand in Hand, nur wir beide. Und dann kriegt er noch eine Portion Schwimmbad-Pommes zum Aufwärmen, seine Backen glühen und seine Welt ist in Ordnung. Schön.

Am Abend ist dann noch das Treffen der Gruppe „Sprache, Schule, Ausbildung, Job“ des Asylhelferkreises bei mir im Ort (deren Gruppenleiterin ich bin). Ich habe viel vorbereitet, mir tage- und nächtelang Gedanken gemacht. Bin trotzdem zerstreut, müde und durcheinander. Fasse dann aber schnell den Entschluss mit offenen Karten zu spielen. Erkläre den immerhin fast zwanzig Anwesenden, dass gerade ein Freund von mir gestorben ist und ich auf ihr Verständnis und ihre Mithilfe hoffe. Und dann läuft es. Sie sind toll. Es wird ein super konstruktives, klares, entspanntes Treffen. Wir finden in allen offenen Fragen schnell einen Konsens, teilen Gruppen und Zeiten ein, es läuft ohne Animositäten und Befindlichkeiten. Ich bin so stolz! Was für eine Gruppe! Am Ende kassiere ich ein dickes Lob für meine Vorbereitung, mein Engagement und meinen Einsatz und ich bin erleichtert, froh, traurig und alles gleichzeitig. Wieder sitze ich im Auto und heule. Scheint ein guter Platz dafür zu sein.

Und so vergeht seitdem kein Tag, an dem nicht etwas Tolles, Aufregendes, Besonderes, Glückliches passiert. Auf der anderen Seite bin ich einfach immer und immer wieder traurig, nachdenklich und auf eine besondere Art verletzt.

Und nach wie vor tief besorgt, was da an den Grenzen, nur ein paar hundert Kilometer von hier, mit den Menschen und natürlich vor allem mit den Kindern geschieht. Politische Willkür hat mich schon immer schrecklich mitgenommen, mich so unglaublich hilflos und ohnmächtig gemacht. Kein gutes Gefühl. Gerade kann ich es ganz gut durch die Arbeit im Dorf kanalisieren, mich darauf konzentrieren, aber es geht trotzdem nicht spurlos an mir vorbei.

Dieses ganze widerliche rechte, propagandistische Zeug, mit dem man Tag für Tag konfrontiert wird, tut da nur sein Übriges… damit bin ich noch nicht durch, ganz bestimmt nicht. Aber ich muss mir eben meine Kräfte einteilen. Mein eigenes Durcheinander sortieren. Tun, was ich eben tun kann. Und wenn dann wieder „Kapazitäten“ frei sind…mal sehen…

Heute lerne ich erst mal die afghanische Familie kennen, die letzte Woche neu in unserer Gemeinde angekommen ist. Vater, Mutter und zwei Kinder. Die Kinder dürfen drei Monate lang nicht in die Schule (so viel zum Thema Behördenwillkür) obwohl rein integrativ das für sie sicher der allerbeste Weg wäre. Das sagt sogar der Schulleiter. Aber einen Hortplatz, den konnte ich ihnen ergattern. Und da werde ich sie mal zum ersten „Beschnuppern“ hinbegleiten. Das wird. Ich bin zäh. Und unnachgiebig wenn es sein muss. Ich glaube, dass merken die hier in der Gemeinde langsam auch.

Das Wetter ist herrlich. Ich werde den kleinen B. abholen und wir werden dort hin spazieren und die Luft genießen. Jeden schönen Moment. Das ist so wertvoll. Keiner weiß genau, wann es womöglich der letzte ist.


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Immer noch Ferien…

Ich persönlich finde Sommerferien anstrengend.sky-667182__180

Sehr anstrengend.

Vielleicht fände ich sie nicht so anstrengend, hätte ich

  • entweder ebenfalls fast sieben Wochen frei
  • oder kein schulpflichtiges bzw. ferienberechtigtes Kind…

So aber ist es Jahr für Jahr ein turbulentes Geplane und Geschiebe und Gehoffe, dass am Ende das ganze Geplane und Geschiebe auch wirklich aufgeht.

Die erste Woche war ja noch ganz ok, F. hat sich tagsüber in zwei verschiedenen Ferienprogrammen vergnügt und B.s Kindergarten war noch offen.

Diese Woche ist da schon durchaus heikler. F. wurde am Sonntag von seinem, auf der Durchreise befindlichen, Patenonkel abgeholt und mit in das beschauliche Kaarst genommen, wo auch noch das zweite Patenkind dazu gestoßen ist und die drei ein paar Tage miteinander verbringen. So mit allem Drum und Dran. Duisburger Zoo. Kletterpark. Das volle Programm eben.

Für mich übrigens auch. So rein mütterlich gesehen. Klar war F. schon öfter von zuhause weg. Mal eine Woche mit der Oma an der Nordsee oder so. Aber noch nie mit jemanden, der mir jetzt nicht so „nah“ steht. Und so hat schon im Vorfeld dieser Reise mein Verstand ganz klar gesagt, wie unglaublich cool das alles ist, wie lässig F. ist, dass er sich das traut, wie sehr mich das freut, dass sich die beiden näher kommen und dass sich der Patenonkel so engagiert, dass diese Reise auch ein guter Grundstein für die Zukunft und die Beziehung der beiden sein kann…

Mein Herz hingegen schreit und weint und wehklagt, das alberne Ding! Das obergluckige! Ruhe jetzt! Es wird schon nix passieren! Und wenn er Heimweh hat kann er mich ja anrufen (was er im übrigen bislang nur in sehr begrenztem Umfang hatte – da haben zwei kleine Telefonate völlig ausgereicht!). Und im allerallerallerschlimmsten Fall bin ich in sechs – also gut, sagen wir sieben – Stunden bei ihm. Und er ist ja schon groß! Obwohl er natürlich mein Baby ist und bleibt…

Da ist man also als Mutter eigentlich ständig überfordert und wünscht seine Kinder manchmal ins Takatukaland oder sonst wo hin – und kaum ist die Herde nicht vollzählig (was ja auch zu einer sofortigen Entspannung führen könnte!) ist man am Heulen und sich irgendwie elend fühlen. Also nee, weißte…

Jedenfalls ist dieser Trip auch noch mit dem Abenteuer des „Alleine-nach-Hause-Fliegens“ verbunden und so hoffe ich, dass ich ein glückliches und zufriedenes Kind am Donnerstag Nachmittag am Flughafen wieder in meine Arme schließen kann und es mich spätestens zwanzig Minuten später schon wieder nervt! 😉

B. im Übrigen genießt die bruderfreie Zeit (auch, wenn er immer mal wieder nachfragt, wie oft er denn wohl noch schlafen müsse, bis F. wieder da sei) und lässt sich ausführlich und inbrünstig verwöhnen. So durfte er bereits zweimal am Abend mit Papa baden, mit mir das Kinderplanschbecken unsicher machen, wir haben schon gefühlte 124tausend Bücher vorgelesen und 17 Stunden Lego gespielt…allein das ist schon ein guter Grund für mich, den großen Bruder wieder zurück zu wünschen!! An den Vormittagen lässt er sich von der besten Babysitterin der Welt bespielen/bespaßen/bekochen/betüddeln – was allerdings ziemlich kostenintensiv ist. Sonst wäre das vermutlich meine tägliche Wahl bis zum Ferienende! Die räumt sogar auf, geht einkaufen und spült ab! Echt jetzt!

Die nächsten beiden Wochen sind für mich die große Unbekannte, was mir noch ziemlich Bauchschmerzen bereitet. Meine Mutter hat sich Urlaub genommen. In den letzten beiden Jahren ist sie mit F. für ein/zwei Wochen weggefahren, nachdem B. aber jetzt inzwischen groß genug ist, sie sich aber keine Reise alleine mit den beiden zutraut (was ich nur allzu gut nachvollziehen kann…) hat sie sich vorgenommen, die beiden zwei Wochen lang (zumindest von Montag bis Donnerstag) morgens abzuholen, mit ihnen was zu unternehmen und abends wieder heimzubringen. Soweit der Plan. Was sich mit meinem Plan bzw. meiner Realität, nämlich in diesen beiden Wochen ganz normal von Montag bis Donnerstag arbeiten zu gehen, durchaus decken würde.

Aber! Ich kenne meine Mutter ganz gut und ihr Atem ist nicht besonders lang und ihre Termintreue nicht unbedingt die beste. Soll heißen, wenn ihr dann plötzlich einfällt, sie müsste vielleicht doch noch irgendwann zum Friseur und der kann halt zufällig nur Dienstag Vormittag, ja mei, das ist dann halt blöd, oder ob ich meine, dass sie die Kinder vielleicht mit zum Friseur nehmen soll???

Und das wäre doch auch schön, wenn wir dann zu viert was unternehmen, oder?? Nein, Mama! Ich arbeite! Mindestens bis vierzehn Uhr! Ach aber für einen Ausflug ist das wirklich zu spät. Geht das nicht auch mal früher? Nein, Mama! Ich arbeite!

Puh, die sind aber schon anstrengend, die Kinder, so den ganzen Tag. Vielleicht bräuchte ich dazwischen schon mal einen Tag Pause. Pause??? Wie bitte?? Naja, da kannst du ja dann auf die Kinder…..NEIN, MAMA!! Ich arbeite!!!

So, oder so ähnlich sind meine Befürchtungen. Ich will jetzt wirklich nichts vorweg nehmen, vielleicht wird auch alles ganz toll und wunderbar und es klappt super und ich kann sogar noch die ein oder andere kinderfreie Stunden an den Nachmittagen für mich rausschlagen – was ich ja auch irgendwie verdient hätte, oder? – aber es fällt mir echt schwer, noch nicht in helle Panik zu verfallen, die nächst beste Bank auszurauben und der besten Babysitterin der Welt die nächsten beiden Wochen auch noch abzutrotzen. Sicher ist sicher…

Ansonsten bedeuten Ferien vor allem glückliche, dreckige, nasse, schoko- oder eisverschmierte, braungebrannte Kinder, die abends auf gar keinen Fall im Hellen (also vor 21:30 Uhr) ins Bett gehen wollen und ganz dringend eine Ausnahme von der Ausnahme der Ausnahme brauchen. Für alles und jeden. Fürs Aufbleiben. Und fürs Zimmeraufräumen. Und fürs Fernsehen. Und fürs Im-Wasser-bleiben. Und fürs Beim-Freund-bleiben. Und fürs Noch-ein-Eis-essen. Und fürs Die-Eltern-nochmal-mit-dem-Gartenschlauch-nass-spritzen. Und fürs Badengehen obwohl es schon 20 Uhr ist. Und für das zweite Limo am Tag.

Ferien sind herrlich. Auf jeden Fall für die Kinder.

Und irgendwie auch für die Eltern. Ist vielleicht doch alles gar nicht so anstrengend…. 😉


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Aus „latent“ wird „leichter“

Der See

Deutlich spürbar zum Beispiel daran, dass ich heute wieder Augen für das Schöne habe… Wie hier für einen Ausschnitt meines täglichen Arbeitsweges.

Eine Straße – eigentlich ein Anlieger-Kiesweg – über einen Stausee des ortsansässigen Wasserkraftwerkes. Ich liebe diesen Weg. Zu jeder Jahreszeit, sogar zu jeder Tageszeit präsentiert er sich komplett anders – aber immer schön, immer aufregend. Heute Morgen lag die aufkommende Hitze schon flirrend, erwartungsvoll über dem Wasser, fast greifbar. Die Mücken tanzten in der feuchten, frischen (ein bisschen nach Herbst riechenden) Luft – dementsprechend aufgeregt waren die Vögel!

Auf jeden Fall der richtige Moment um kurz anzuhalten, die Autofenster ganz aufzumachen, durchzuatmen, innezuhalten und…zufrieden zu sein!

Ja, da ist sie wieder! Die Zufriedenheit!

Heute werde ich – trotz größtem Chaos – versuchen, fünfe gerade sein zu lassen (auf was beziehen sich diese „fünfe“ eigentlich? Zehen? Finger? Müssten es dann nicht „zehne“ sein? Ich bin verwirrt…), werde den kleinen B. gleich nach der Arbeit ins Auto packen und zu meiner Freundin, die heute meinen großen Sohn unter ihrer Fuchtel hat und ihren Kindern ins Freibad fahren und einfach mal einen Sommernachmittag im Wasser verbringen… das hat B. auch mal verdient! Und ich auch!

Und heute Abend werden wir dann eine Ferienwohnung buchen, wir konnten uns gestern Abend zumindest schon mal auf eine Gegend einigen und haben da auch ein paar ganz nette und günstige Objekte gefunden – womit auch dieser Punkt von meiner Liste kann.

Und morgen Vormittag wird es hier im Büro relativ ruhig sein, dann kann ich ein paar aufgeschobene  Dinge wie Überweisungen, Ablagezeug, Mails etc. erledigen, was garantiert auch wieder dafür sorgen wird, dass ich ein paar Steinchen von meinem Herzen schubsen kann.

Und das Kopfweh ist auch schon viel besser. Und geschlafen habe ich auch ganz okay. Und beim Sport war ich gestern Abend auch. Und T. ist wirklich ganz schön verständnisvoll. Und der kleine B. hat sich so gefreut, wie ich gestern Nachmittag mit ihm eine Stunde lang Lego gespielt und wir zusammen ein Darth-Vader-Raumschiff-Rennauto gebaut haben. Und außerdem ist eh schon Dienstag.

Besser. Viel besser.


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Latent

Latent müde.

Latent sauer.

Latent genervt.

Latent kopfschmerzgeplagt.

Latent den Tränen nah.

Was für ein verflucht latenter Montag!

Wer will denn schon so was?

Ok, vielleicht hilft das alte Mittel der Postiv-/Negativ-Liste um mich wieder auf Spur zu bringen. Dann fällt einem ja oft auf, wie verdammt undankbar man ist und dass sich die Welt überhaupt nicht am Rande des Untergehens befindet. Guter Plan!

POSITIV an diesem Wochenende war:

  • ich war beim Sport am Freitag
  • der Nachmittag mit den Jungs und meiner Mutter war ganz nett
  • am Freitagabend waren wir mit einer meiner Lieblingsfreundinnen und deren Kindern beim Essen, das war alles in allem schön
  • T. und ich hatten später noch einen sehr netten Abend *hüstel*
  • Samstag haben wir F.´s Zimmer komplett ausgemistet
  • ohne größere Zwischenfälle oder riesen Gemotze
  • T. und ich hatten am Samstagnachmittag ein paar Stunden Zeit alleine und haben es tatsächlich aufs Sinnflut-Festival nach Erding geschafft
  • Abends waren wir alle schön müde und herrlich satt, T. und ich haben noch eine Folge „Downton Abbey“ angeschaut
  • Programmänderung wegen Regen am Sonntag: Zimmerausmisten bei B.
  • Danach Kino in der Stadt….

NEGATIV war bzw. ist immer noch :

  • F. hat in Deutsch doch eine 3 im Zeugnis gekriegt – überflüssig, gemein und demotivierend!
  • ich war/bin dauermüde – was ist denn da bloß los???
  • ich war/bin immer am Rand des Heulens = emotional echt irgendwie angeschlagen…
  • meine Mutter nervt! Sie kümmert sich in den Ferien zwei Wochen um die Kinderbetreuung (was wirklich extrem cool und entlastend ist!) – dafür wollen wir sie dann für eine Woche mit in den Urlaub nehmen. Ziel-, Termin- und Quartierfindung mit ihr = quasi unmöglich! Und das weniger als vier Wochen vor der geplanten Abreise! Zum Mäusemelken!!!!
  • Durch B.´s Zimmerausmisten und einen Schrank (den wir bislang in seinem Zimmer für unser Zeug benutzt haben) in einen Spielzeugschrank für ihn umfunktionieren, haben wir jeden Menge Krusch im Wohnzimmer rumliegen, für den eine neue Heimat gefunden werden müsste, was wiederum voraussetzen würde, dass im Wohnzimmer zwei Schränke ausgemistet und ein großer Teil deren Inhaltes weggeschmissen werden müsste – das sind unglaublich viele Konjunktive und macht mir gerade ziemlich schlechte Laune…
  • …was zu einem plötzlichen Stimmungsumschwung meinerseits gestern Nachmittag geführt hat, als ich das gesamte Chaos, das mich in dieser Woche erwarten wird, überblickt habe
  • …was dem schönen Hoch, das T. und ich gerade miteinander haben natürlich nicht wirklich zuträglich war/ist
  • und dann wollte ich abends in aller Ruhe duschen – und konnte nicht ins Bad weil echt ständig jemand drin und es durchgehend blockiert war und dann hinterher (für mich zumindest!) durch schlimme Abgasbelastungen nicht zu benutzen war – noch mehr schlechte Laune!
  • und dann hatte und habe ich einen Montagsblues und die Woche wird anstrengend und am Samstag kriegen wir Übernachtungsbesuch – ganz toll

Und irgendwie kriege ich das Gefühl nicht los, dass das heute mit der Liste nicht klappen will! Die Negativpunkte überwiegen! Mist!!! Ich will jetzt dankbar sein! Und zufrieden! Und glücklich! Und nicht mehr traurig! Und wieder so verliebt wie am Freitag! Schaaaaahatz!!!! Tu doch was!!!!


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Das habe ich heute sowas von verdient!

Ich meine, dass heute Donnerstag ist. Und ich nur noch etwa drei läppische Stunden zu arbeiten haben. Und dann mein sowas von wohlverdientes Wochenende anfängt. Nach dieser komplett verrückten Woche!

Wobei mir auffällt, dass VER-RÜCKT genau das richtige Wort dafür ist. Da war alles durcheinander. Kein Stein auf dem anderen. Eben verrückt!

Und deshalb bin ich einfach nur froh, wenn das Debakel an dieser Stelle dann auch ein Ende hat und ich zumindest den Arbeitsteil erstmal für drei Tage abschließen kann.

Nachdem in den letzten vier Tagen gefühlt wirklich nur Idioten unterwegs waren. Von Bauherren und Architekten, über die Männer aus den eigenen Reihen (Bauleiter, Chef höchstpersönlich), bis hin zu Lieferanten und sogar der sonst so freundliche Postbote hatte eine schlechte Woche… Und ich habe es mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln versucht. Dem entgegenzutreten meine ich. Freundlichkeit und Empathie. Sarkasmus und Zynismus. Stillhalten und Schreien lassen. Lächeln und „Arschloch“ denken. Wutausbruch und (lautstark) Meinung kundtun. Hat irgendwie alles nicht so recht gefunzt…

Gut, ich schiebe es jetzt mal ganz großzügig auf das seit Tagen vorherrschende äußerst merkwürdige Wetter. Das mir im Übrigen genauso zu Schaffen macht. Warm, schwül, dann doch wieder kühl, feucht, doch wieder sonnig, wärmer, windig, föhnig…ja was denn nun?? Wie soll man sich denn da so schnell drauf einstellen? Mein Kopf kann das jedenfalls nicht und reagiert freundlicherweise mit total unangenehmen, stechenden Schmerzen im Stirn- und Augenbereich. Vielen Dank!

Gestern dann zu allem Überfluss auch noch so ein Morgen zum in die Tonne treten. T. weckt mich zu spät auf, ich komm nicht gescheit aus dem Bett, alles läuft schräg, die Wohnung schaut aus, T. ist genervt, ich bin genervt….jedenfalls ist T. daheim geblieben weil am Vormittag unsere neue Spülmaschine geliefert werden sollte.

Da hatte ich noch die vage Hoffnung, dass er in der Zwischenzeit in der Wohnung ein bisschen klar Schiff machen würde. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

Ich kriege also per Whatsapp kurz bevor ich von der Arbeit losgefahren bin ein Foto von meiner komplett verwüsteten Küche (die NOCH schlimmer ausgesehen hat als am Morgen) mit dem lapidaren Text des Ehemannes, dass er die Spülmaschine gleich noch anschließen WOLLTE, ihm aber ein Teil gefehlt hat, das er auf dem Rückweg von der Arbeit aus dem Baumarkt mitbringt und wir könnten das Chaos dann später ja zusammen aufräumen….

Boah, was hab ich gekocht! Zehn Minuten an einer adäquaten, nicht gleich beziehungsgefährdenden, Antwort gebastelt, die trotzdem angemessen meiner Wut Ausdruck verleiht!!! Und was dafür bekommen? Ein paar lächerliche Smileys!

Da war ich gleich noch sauererer (was direkt mit dem Verlust der Rechtschreibfähigkeit einhergeht – sogar rückwirkend!!).

Gleich noch eine angepisste Nachricht hinterher geschossen. Darauf: „Wann bist du zuhause?“ Da hab ich echt gedacht, dass er überlegt, ob er in der Zwischenzeit noch mal kurz heimfahren und schnell ein bisschen aufräumen kann…

Jedenfalls kam dann noch eine Beschwichtigungsnachricht hinterher, von wegen, er hätte es halt nicht geschafft, kann ja wohl mal passieren und so.

Da war ich gleich noch wütender. Hab dann das Kleinkind aus dem Kindergarten und dessen Freund bei sich zuhause abgeholt, natürlich nicht, ohne dort so richtig über den bösen Ehemann zu jammern und zu klagen. Meinen Freundinnen habe ich das besagte Küchenfoto ebenfalls gleich weitergeschickt, damit sie mich auch ja schön bedauern können!

Tja, was soll ich sagen, wie ich heimkomme hat sich alles als waaaaahnnnnnsinnig witziger Witz rausgestellt. Die Küche war picobello. Die Spülmaschine eingebaut, angeschlossen und sogar schon einmal durchgelaufen. Gesaugt, gewischt, Müll (und sogar das Altpapier!) raus, Kaffeemaschine geputzt. Und ich war fertig mit den Nerven. Später hat sich dann rausgestellt, dass sich der beste Ehemann von allen mit den Kollegen im Büro einen netten Spaß gemacht haben und sie wohl alle ziemlich witzig gefunden haben, wie ich abgegangen bin. Aha. War sehr zuträglich für meine Kopfschmerzen.

Und richtig sauer sein konnte ich dann auch nicht mehr.

Und dann hat er mir abends im Bett auch noch mindestens zweieinhalb Stunden den Rücken gekrault. Verflixt.

Gut, dann vertragen wir uns halt wieder. Will mal nicht so sein.

Außerdem ist ja gleich Wochenende!

Und morgen gibt´s Zeugnisse! Das erste mit Noten für F.! Ich bin sehr aufgeregt!

Und ein Treffen mit der Lieblingsfreundin und ihren Kindern. Und Sport morgen Vormittag. Und Kinderzimmerausmisten am Samstag. Und ein bisschen Qualitätszeit zu zweit für T. und mich. Und einen Tag in den Bergen am Sonntag.

Genau so muss das sein. Nach so einer Woche. Das hab ich mir ECHT verdient!


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Allein mit Zeljko

Die Männer verbringen mal wieder ein „Komm wir lassen die Mama/Frau mal zwei Tage in Ruhe ihre Akkus aufladen“-Wochenende bei der Oma.

Und ich bin also mit Zeljko zusammen. Der ist ganz schön wild! Und stürmisch! Tobt hier rum, reißt mir die Wäsche von der Leine, knallt mit Türen – ich hatte schon angenehmeren Besuch!

Allerdings geht der ja heute Nacht auch wieder und die Aussichten sind gut: morgen wird es wieder sonnig! Und ruhiger!

Für meine Pläne am heutigen ersten „Hurra ich bin alleine zuhause“-Tag kommt mir seine Anwesenheit aber durchaus gelegen. Obwohl ich ja Sommer und Hitze liebe ist diese kleine Abkühlung auch für mich eine willkommene Abwechslung. Und das Allerbeste ist: ich fühle mich nicht ständig genötigt draußen zu sein! Kennt Ihr das? Wenn das Wetter toll ist (unverschämt blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, warme bis schwitzige Temperaturen…) dann kann ich unmöglich – oder nur mit wirklich schlechtem Gewissen – drin bleiben. So nach dem Motto: wer weiß, wann es mal wieder schön ist…muss man doch ausnutzen…könnte ja sein, dass es heute Abend schon wieder regnet…schließlich sind doch alle irgendwie draußen…und wir wollten doch eh noch zum See/in die Berge/Rad fahren/ins Freibad/im Garten arbeiten…

Ich bin ja auch wirklich wahnsinnig gerne draußen und vor allem auch unterwegs – aber heute NICHT!

Heute habe ich es mit also mit Zelj gemütlich gemacht, wir werden noch ein bisschen hier an unserem Blog arbeiten (und so ein Umzug IST viel Arbeit!!), eine ausgiebige Beauty-Session einlegen, die letzten hundert Seiten im Krimi lesen – und fertig! Herrlich!

Und morgen ist ein neuer Tag. Und vielleicht bügle ich dann ein kleines bisschen. Oder auch nicht.

Und wühle mich durch einen riesen Papierberg (andere würden es „Ablage machen“ nennen…). Oder auch nicht.

Und dann ist mein Akku bestimmt schon wieder ein Stück mehr aufgeladen. Und die Jungs kommen wieder nach Hause. Und ich freue mich. Zumindest die erste halbe Stunde… 😉

Und dann schaffen wir auch die letzte Woche bis zu den Ferien.

Aber darüber denken wir erst frühestens morgen Abend nach, stimmt´s Zeljko???


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Boah, hab ich heute mal schlechte Laune!

Und gestern auch schon!
Und da hat meine liebe Freundin S. gleich mal auf ihrer allzeit bereiten „Zyklus-App“ nachgesehen, ob ich mich irgendwo in PMS-Nähe befinde und ob es für die miese Laune vielleicht einen triftigen Grund gibt…
Nö, also noch nicht so wirklich.
Ich habe dann ein bisschen Gefühlsforschung betrieben und glaube wirklich, dass es eine Mischung aus Überforderung und „Ausgenütztfühlen“ (oder heißt es Ausgenutztfühlen???) ist.
Das ist eine ganz subjektive Kiste und macht mich komplett hilflos.

Ich beschreib jetzt mal wie sich das anfühlt. Unzensiert. Ungefiltert. Und vermutlich total unfair. So nach dem Motto „alle drei Kerle in einen Sack gesteckt“.

Jeder macht im Augenblick was er will. Bei uns gibt es keine echte Rücksicht, keinen Respekt, weder voreinander, noch vor den Sachen vom anderen, noch was der andere sagt oder tut.

Ich bin zum Beispiel in der Früh auf dem Weg zum Klo – witscht F. vor mir rein, sperrt zu und muss erst mal klonieren. Auf mein Bitten hin, dass er sich sputen soll, weil ich dringend muss, lacht er frech und blockiert weiter das Bad…

B. lässt im Augenblick alles – und ich meine wirklich ALLES – genau da, wo er gerade ist, liegen, stehen und fallen. Klamotten, Spielsachen, Essen, Trinkbecher, Schuhe, Handtücher…und vor allem auch Sachen, die ihm nicht gehören, z. B. meine Tampons, meine Schuhe, F.s Spielzeug, T.s Werkzeug….auch auf mehrfaches Bitten hin, das Zeug an den Ausgangsort zurückzubringen, reagiert er mit plötzlicher Amnesie oder Taubheit – je nachdem, was gerade praktischer ist.

Genauso F., der momentan einen Hang zur chronischen Maulfaulheit hat, aber nur, wenn es darum geht, auf Anweisungen oder Bitten kurz zu reagieren, damit ich weiß, dass er es gehört und/oder verstanden hat.
Was dazu führt, dass ich die Dinge gebetsmühlenartig wiederhole und wiederhole und wiederhole…
Bis ich irgendwann selber merke, wie bescheuert das eigentlich ist.

T. ist irgendwie bemüht. Er möchte gerne seinen Beitrag zum Familienleben leisten und tut das auch – bedingt. Eine gewisse Zeit lang.
Und so steht bei uns in regelmäßigen Abständen tagsüber die Balkontür offen (während wir alle nicht da sind), oder nachts ist F.s Fenster komplett verrammelt obwohl es einfach nur heiß ist oder B. ist nicht für den Kindergarten mit Sonnencreme eingecremt oder die gewaschene Wäsche gammelt zweit Tage in der Waschmaschine vor sich hin oder oder oder.
Ich weiß das klingt total unfair und natürlich könnte ich die Sachen auch selber machen. Aber wenn so was ein paar Tage super klappt, also T. zum Beispiel B. jeden Tag in der Früh eincremt, wieso sollte ich das dann nicht von meiner „Gedankenliste“ streichen können? Und davon ausgehen, dass das zukünftig „immer“ funktioniert?

Für alle drei ist völlig klar, dass ich mich darum kümmere, dass es abends was zu Essen gibt, morgens ein Frühstück und eine (den Herren genehme) Brotzeit. Dass ich im Kopf habe, wann, wer, was für Termine, Verabredungen, Feste, Feiern und sonstige Veranstaltungen hat und was dafür vorzubereiten, mitzubringen, zu organisieren, einzukaufen, einzupacken und sonst wie zu tun ist. Mama/Frau wird´s schon machen.
Und wenn ich dann versuche Teile abzugeben, muss ich damit rechnen, dass gemotzt, gemeckert oder sogar vergessen wird…

Nebenbei bin ich der Motor dafür, dass die Wohnung nicht komplett im Dreck versinkt (ich bin im Moment wirklich auch lieber draußen als mich mit lästigem Putzen/Bügeln/Waschen zu beschäftigen), treibe an, schiebe, bitte, motze, mach es selber.

Bin diejenige, an der der entsprechende Frust ausgelassen wird, wahlweise über Freunde, Schule, Hausaufgaben, meine Erziehung (diese Sätze beginnen in aller Regel mit: „Aber alle anderen….!!!“), Gitarre üben oder aber auch darüber warum ich jetzt keine Zeit zum Spielen habe, es kein zweites Eis gibt, wir nicht sofort zum Schwimmen gehen, um 17 Uhr kein Freund mehr eingeladen werden kann, ich im Supermarkt kein (blödes Plastik-) Spielzeug kaufe, ich nicht erlaube, dass um 15:30 Uhr bei herrlichem Wetter aus purer Langeweile Zeichentrickfilme angeschaut werden, dass ich nach dem Kindergarten zur Eile mahne, weil F. schon seit zwanzig Minuten zuhause vor der Türe steht, dass ich nicht erlaube, dass B. mit großen Ästen seinem Freund L. auf den Kopf haut (was mir dann im Auto beim Heimfahren den wunderbaren Satz: „Du bist so gemein, ich mag dich überhaupt nicht mehr und bin auch nicht mehr dein Freund. Und zu meinem Geburtstag lade ich dich auch nicht ein!“ eingebracht hat!)usw., usw., usw…..
Was sich so vielleicht lustig anhört, letztlich aber immens anstrengend ist. Jedes einzelne Stückchen davon will ausdiskutiert werden, ist mit Ärger, mit Frust, mit Enttäuschung verbunden. Manches mit einer nicht enden wollenden Konsequenz. Mit Wut. Mit meiner Erschöpfung.

Zu allem Überfluss habe ich ja auch noch einen kleinen „Nebenjob“. Was vielleicht manchmal gerne übersehen/vergessen/verdrängt wird.
Einen, der für mich wöchentlich mindestens vier Stunden Autofahrt bedeutet. Und zwar in der Regel unter Hochdruck. In der Früh immer mit dem Gefühl „schnell, schnell, bevor der große Verkehr anfängt“ und „hoffentlich ist nicht irgendwas außergewöhnliches auf der Strecke los“ und „wer weiß, was mich im Büro erwartet“,
mittags, grundsätzlich am zeitlichen Limit, immer nah am Ärger mit dem Kindergarten, was mich nicht immer besonders sicher fahren lässt…

Und dann bin ich fünfundzwanzig Stunden im Büro, hier ist die Hölle los, die Kollegen jammern, wir wissen oft gar nicht, was wir zuerst machen sollen.

Das ist gerade mein Alltag. Und natürlich haben T., F. und B. auch ihren Alltag. Jeder von uns hat seinen Stress, seine Befindlichkeiten, seine Sorgen.
Aber irgendwie kriege ich das – wie gesagt rein subjektive – Gefühl nicht los, dass die anderen drei auf ihren „Egoschienen“ fahren – wahrscheinlich ganz unbewusst und gar nicht böswillig. Und dass sie damit ja auch gut „durchkommen“.
Wäre es also eine Möglichkeit für mich, genauso zu versuchen nur auf mich zu schauen? Zumindest, bis sich die Lage wieder normalisiert/entspannt hat??
Aber was zum Kuckuck ist dann mit dem ganzen Familienzeug? Wer soll sich kümmern? Wer soll das machen? Wer soll das organisieren? Und was ist mit den Sachen, die mir wichtig sind? Respekt? Privatsphäre (zumindest minimal…)? Verantwortung?

Und so werde ich das bisschen freie Zeit, das mir heute so zwischendurch an meinem langen Arbeitstag bleibt, versuchen zum Relativieren zu nutzen. Meine wütenden Gefühle wieder auf ein „Normal-Maß“ zu bringen. Mich einzunorden. Auch, wenn ich das im Augenblick noch nicht für eine wirkliche Lösung halte. Es fühlt sich ein bisschen wie ein „Frauen-Dings“ an, als müsste ich mich als einzige Frau in einem Haushalt mit drei Männern auch mal behaupten oder mich und meine (oftmals doch ziemlich belächelten) Bedürfnisse als Frau nach vorne bringen… klingt noch ziemlich affig und unfertig…
Ich will mich einfach nicht ausgenutzt fühlen, das ist scheiße…und treibt mir sofort wieder die Tränen in die Augen…