meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen


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Gleich ist Wi-Wa-Wochenende…

…und ich hab es sowas von verdient!

Nachdem wir das letzte Wochenende bei meiner Schwiegermutter verbracht  (und mir diese beiden Tage doch irgendwie gefehlt haben) und diese Woche echt grenzwertig anstrengend war – bin ich einfach nur froh, wenn ich jetzt dann gleich, zumindest den Arbeitsteil hinter mir lassen kann.

Wirklich interessant, was man alles in eine Woche reinpfropfen kann aber jetzt ist auch gut. Nicht, dass am Wochenende gerade Erholung angesagt wäre. Wir sind auch da eigentlich schon wieder ziemlich durchgetaktet.

Aber vielleicht bleibt ja Zeit für ein/zwei Mittagsschläfchen – die ich persönlich für das allerallerbeste Heilmittel gegen und für alles halte – für eine Badewanne, einen Filmabend, mal sehen…

Das Wetter verspricht brav mitzuspielen, da kann es wegen mir schon mal so richtig grau und popelig kalt bleiben. Wenn ich drinnen im Warmen bin!

Einzig Samstagmorgen werde ich aktiv unterwegs sein, da will ich mit F. und der Oma zum Shoppen, allerdings eigentlich nur für die Kinder, so ein bisschen Wintergarderobenaufstocken. Aber vielleicht fällt da ganz eventuell auch das eine oder andere Teil für mich ab, ich muss nur intensiv genug jammern, schließlich ist ja meine Mama dabei… 😉

Und morgen Früh treffen sich T. und ich noch mit F.´s Religionslehrerin. Da sind wir aber mal so richtig gespannt! Ich meine, klar, wenn man von F.´s Geschichten ein bisschen Übertreibung, kindliche Wut, Naivität und eine Portion „Falsch-Verstehen“ abzieht, dann bleibt es immer noch eine gruselige, an den Regeln von Religion, Menschlichkeit und Ethik vorbeierziehende Lehrerin….und das wollen wir uns definitiv mal persönlich anschauen. Ihr Ruf galoppiert ihr voraus und so geht es einfach nicht weiter. Jeden Donnerstagmorgen wieder hat F. Bauchgrummeln und will am liebsten gar nicht hingehen. Zu Religion! Das ist doch irgendwie merkwürdig…

Und nachdem vier Augen mehr sehen als zwei und vier Ohren mehr hören als zwei und T. und ich das „guter Bulle/böser Bulle“-Spiel quasi perfektioniert haben, werden wir da auch unangekündigt zu zweit auflaufen. Und dann schauen wir uns die Dame mal an. Ganz unvoreingenommen, versteht sich. Und vielleicht drohen wir ihr ein bisschen. Mit Fegefeuer oder so. Oder mit dem Pfarrer. Mal schauen wie es läuft…

Schönes Wochenende!


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Normalerweise…

…nütze ich meinen Blog ja eher, um mich auch mal über meine Kinder zu beschweren,  Dampf abzulassen oder meiner pädagogischen Zukunftspanik Ausdruck zu verleihen.

Heute jedoch, ist es dringend an der Zeit zu loben. Ohne Witz. Echt jetzt.

Zur genaueren Erklärung muss ich ungefähr vier Wochen, bis zum Schulanfang zurück gehen.

Da ist F., seines Zeichens jetzt 8-jähriger Drittklässler gleich mal wieder in seinem (leider schon üblichen) Chaos versunken. Nein, nicht nur in seinem Zimmer, sondern irgendwie auch in seinem Kopf. Mütze? Ja, äh, heute morgen war die doch irgendwie noch da, oder? Jetzt ist sie vermutlich noch in der Tasche, oder doch in der Schule? Brotzeit? Was?? Ich hatte eine Brotzeit dabei? Nö, die hab ich nicht gegessen… Ich hatte echt Ärger mit der Reli-Lehrerin, weil ich keinen Kleber dabei hatte. Wo der ist? Ich glaube irgendwo in meinem Zimmer, oder?

Besonders schlimm war es am Morgen, so ganz kurz vor dem Aus-dem-Haus-gehen.

„F., Du musst eine Jacke anziehen, heute ist es kalt!“ – „Was? Eine Jacke? Welche Jacke?“ – „Naja, halt die normale, die Softshell. Die schwarze.“ – „Wo ist die?“ – „Da, wo du sie hingetan hast.“ – „…“

Und dann ist die Sucherei losgegangen, im Zimmer, im Bad (?), im Auto, in der Küche,…bis dem Kind irgendwann zerknirscht eingefallen ist, die Jacke könnte ja, eventuell, noch in der Schule hängen…

Die Eltern – schweißgebadet – am Rande des wütenden Nervenzusammenbruchs….

So konnte das jedenfalls nicht weitergehen.

Und so gab es also, eine Absprache zwischen T. und mir, später ein Erziehungsgespräch.

Ich persönlich finde Strafen total affig. Vor allem, mit was soll ich zum Beispiel das Vergessen einer Mütze in der Schule bestrafen? Mit Fernsehverbot? Das ist ja mal passend… Also nee. Nix für mich.

Also habe ich F. erklärt, dass er ja nun bald neun wird, und er im vergangenen Jahr jede Menge cooler „Vergünstigungen“ dazubekommen hat. Er hat einen MP3-Player. Er hat vom Opa ein Laptop (der in seinem Zimmer ist!) gekriegt. Er darf sich mit seinen Freunden treffen, OHNE, dass ich so genau weiß, wo im Dorf sie unterwegs sind, es gibt nur noch eine feste Zeit, zu der er zuhause sein muss. Er darf hin und wieder mit dem Schlüssel nach Hause kommen und noch eine Zeit lang alleine Zuhause sein.

Das sind die guten Seiten am Älterwerden. Die „schlechten“ sind aber, dass man halt auch mehr Verantwortung hat und eben beispielsweise sein Zeug zusammenhalten muss. Und Sachen machen muss, auf die man vielleicht keinen Bock hat, zum Beispiel gleich nach der Schule seine Tasche ausräumen, schauen ob alles da ist, alles wieder an seinen Platz räumen usw.

Und dass er jetzt die Wahl hat. Entweder, er nimmt das ganze „Fast-Neunjährigen-Paket“, mit allen guten UND blöden Sachen, oder er entscheidet sich gegen die blöden Sachen, dann müsste ich ihm aber von den Vergünstigungen halt auch nach und nach wieder was wegnehmen, ihn zum Beispiel wieder zu seinen Freunden hinfahren und abholen, das Laptop ins Wohnzimmer stellen usw.

Klar, wie er sich entschieden hat, oder?

Und was soll ich sagen? Wir haben ein neues Kind! Ohne Witz! Der nimmt das so ernst, dass es mir fast schon Angst macht! Er steht in der Früh auf ohne zu motzen, macht sich selbständig fertig, hat seine Sachen beieinander, fängt an Frühstück zu machen, wenn ich noch nicht in der Küche bin…

Jetzt ist noch das Thema dazugekommen, dass er in der Mittagsbetreuung im Augenblick nicht so gut seine Hausaufgaben machen kann, weil da immer über vierzig Kinder in einem Zimmer sind und er Probleme hat sich zu konzentrieren. Wir probieren gerade aus, dass er um eins nach der Schule nach Hause fährt, da ist er dann für ungefähr eineinhalb Stunden alleine, er isst eine von mir vorbereitete Brotzeit und macht in Ruhe Hausaufgaben.

Gestern komme ich mit dem kleinen B. nach Hause, sitzt er strahlend da, Hausi fertig, er mampft gerade seine Brotzeit, die Waschmaschine läuft, er hat den Trockner ausgeleert, mir einen Espresso gemacht, die Spülmaschine eingeräumt, die Küche gekehrt, seine Stifte gespitzt, die Schultasche für den nächsten Tag gepackt…

Ich bin so verdammt stolz! Natürlich habe ich ihm gesagt, dass er das nicht jeden Tag alles zu machen braucht, dass er ruhig auch genießen soll, wenn B. und ich noch nicht daheim sind und er noch ein bisschen Zeit für sich hat. Sagt das kluge Kind: „Das ist für mich wie spielen! Und während ich das mit der Wäsche gemacht habe, konnte ich so toll nachdenken!“ Ja, nee, ist klar! Was war nochmal der Grund, warum mir Hausarbeit keinen Spaß macht???

Ich weiß auch, dass sich das wieder beruhigen, wieder ein bisschen relativieren wird, aber ich weiß jetzt, dass er es kann. Er kann sich seine Zeit einteilen. Er kann alleine zuhause sein. Ich kann ihm hundertprozentig vertrauen. Er ist verantwortungsbewusst. Und er hat verstanden, um was es geht. Und er ist – verdammt nochmal – erst acht!!

Und das werde ich mitnehmen, speichern für nicht so gute Zeiten, für Momente, in denen ich ihn mal wieder auf den Mond schießen möchte. Was für ein tolles Kind!

Hab ich schon erwähnt, wie stolz ich bin?


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Wirklich aktives Bloggen sieht anders aus,

ich weiß!

Und ich bin hin- und hergerissen zwischen schlechtem Gewissen und gehetzter Suche nach ruhigen Momenten.

Was sich selbst für mich komisch anhört, war ich doch an drei von fünf möglichen Arbeitstagen in der letzten Woche, schlicht außer Gefecht gesetzt. Also, eigentlich zumindest.

Donnerstag hat mich T. ins Büro gefahren und mich geschlagene acht Stunden später wieder abgeholt. Da war ich echt am Limit.

Und irgendwie ist das mit dem Ausruhen und Fuß hochlegen auch eine wirklich schwierige Kiste wenn man zwei Kinder und einen Haushalt und einen Mann und ein Ehrenamt und irgendwie immer total viel zu tun hat. Und eigentlich sind die Schmerzen dann ja auch doch immer so auszuhalten, zumindest bis zum Abend, wenn ich den Fuß dann ausgewickelt habe und kurzfristig der Ohnmacht nahe war…

Inzwischen lässt aber die Rundum-Blaufärbung (sogar an der Fußsohle!) langsam nach, ohne Krücken geht es besser als mit, und es tun nur noch einige, wenige Bewegungen weh (die dafür aber so richtig!)…wird schon.

Trotzdem ich mir für diese Woche eigentlich (da ist es schon wieder, dieses blöde Wort! EIGENTLICH! Die Relativierung der Relativierung! Die Entschuldigung der Entschuldigung! Die Ausrede der Ausrede!) noch mal ein etwas gemäßigteres Tempo vorgenommen hatte, ist sie, vermutlich durch irgendwelche dunklen magischen Kräfte, schon wieder picke-packe voll. Keine Ahnung, wie das wieder passieren konnte!

Und so hetze ich mich von Kindergartenelternabend (der gestern geschlagene drei Stunden gedauert hat…und das auf diesen kleinen Mini-Stühlchen…das ist echt Folter!), und heutigem Hausarzttermin (ja, ich lasse den Fuß nochmal anschauen!) und Vorbereitung des Kindersachenbasars am Wochenende und dem Schreiben einer Bewerbung und dem Treffen mit einer Freundin und dem versprochenen Wochenende bei meiner Schwiegermutter, nebenbei natürlich noch zur Arbeit, zum Einkaufen….ach, und die Buchhaltung muss ich ja auch noch machen! Am Freitag muss ich spätestens die Quartals-Steuer abgeben!!

Und da ist sie auch schon! Meine bleierne Überforderungs-Müdigkeit! Hallo! Du mal wieder! Aber da müssen wir jetzt durch!

Ist ja nicht so, als gäbe es nicht auch schöne und motivierende Erlebnisse!

Davon dann beim nächsten Mal. Ich muss schon wieder weiter…


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Montag beim Blogschreiben…

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…da habe ich ja wirklich noch gedacht, schlimmer geht’s nimmer.

So von wegen übler Laune und Herbstdepression und so.

Pah, weit gefehlt!

Ich mache mich also tatsächlich gegen 18 Uhr widerwillig auf den Weg zum Sport (T. mein vorher noch ganz süffisant zu mir: „Du wirst sehen, das wird dir gut tun. Danach geht es dir bestimmt besser!“). Allerdings habe ich keine Zeit mehr, meine Schuhe zuzubinden und T. ruft mir hinterher: „Watch your lace, madame!“ (Das hat vor Jahren in New York mal vor einem Kaufhaus ein sehr großer, sehr muskulöser, sehr besonnenbrillter, sehr beeindruckender, schwarzer Türsteher vor einem Kaufhaus zu mir gesagt – seit dem ist das unser „Offener-Schuhband-Spruch“) worauf ich nur erwidere, dass ich ihn anrufen werde, falls ich mir irgendwo zwischen hier und dem Sportzentrum das Genick brechen werde…hahaha…

Zwei Stunden später, als ich wohlgemerkt NACH dem Sport das Treppenhaus dort vor Ort runtergehe und mich frage, wann zum Kuckuck mir entgangen ist, dass es so unglaublich früh dunkel wird – habe ich mal eben die letzten zwei Stufen übersehen, bin mit meinem rechten Knöchel umgeknickt und dann draufgefallen. Leider nicht gerade elfengleich, was ich dann auch sofort gemerkt habe, als ich am Fuße der Treppe saß, zwei nette junge Männer angerannt kamen und mich der eine gefragt hat: „Geht’s?“ – „Nein!“ – „Kannst du aufstehen!“ – „Nein!“

Das hat so wehgetan und doch war die Situation so unglaublich peinlich, dass ich die beiden, sich mir entgegen gestreckten Hände ergriffen und mich mühsam dann doch aufgerappelt habe. „Kommst du klar?“ – „Nein, das tut so unfassbar weh, ich werde mich jetzt hier hinlegen und weinen, ihr werdet einen Krankenwagen anrufen, während dessen weiter meine Hand halten und meine Stirn streicheln und mir freundliche Worte zuflüstern…“ – „Klar, mein Auto steht ja da gleich vor der Tür, bis dahin schaffe ich es schon irgendwie.“ – „Sicher?“ – „Nein!“ – „Ja!“

Im Auto (ja, ich habe des tatsächlich unter Aufbringung meines kompletten Fluch-Wortschatzes bis dahin geschafft) habe ich T. angerufen und unter starkem Einfluss von Adrenalin gemeint, dass mein Weg zum Krankenhaus deutlich kürzer sei, als wenn er mich abholen und dann ins Krankenhaus fahren würde (was wirklich stimmt!), weswegen wir uns im Krankenhaus treffen sollten. Mein lieber guter T. kennt mich so lange und weiß, dass es in solchen Situationen wirklich keine gute Idee ist, mit mir zu diskutieren, und so bin ich losgefahren. Waren auch wirklich nur vier Minuten. Und ein paar Treppen.

Und als ich endlich in der Notaufnahme gesessen bin (und meinen Schuh ausgezogen habe) war mein großes Glück, dass eine unglaublich freundliche türkische Frau neben mir war, die mich sofort sehr empathisch und angenehm in ein Gespräch verwickelt hat, was große Tränenausbrüche oder ähnliches verhindert hat.

Trotzdem war ich froh, als T. (mit beiden Kindern schon im Schlafanzug…) endlich da war und dann bin ich auch gleich dran gekommen und dann wurde es geröntgt und es ist nix gebrochen, nur alle Bänder überdehnt, die Kapsel wasweißich und überhaupt, man könne nur ruhig halten, Schmerzmittel nehmen und abwarten – da war ich schon sehr erleichtert. Fast euphorisch. Denn als der junge Arzt mir dann ein Paar Krücken angeboten hat, musste ich direkt ein bisschen höhnisch lachen, ich brauche doch keine Krücken. Pffff, wegen sowas!

Das habe ich dann bereits vor der Krankenhaustüre – trotz vorheriger intravenöser Zufuhr von Schmerzmitteln – bereits bereut, aber schließlich mussten die Kinder endlich ins Bett und irgendwie würde das schon gehen.

Die Nacht war die Hölle. Den einen Weg zum Klo habe ich gerade noch so geschafft, bin dann da heulend gesessen und habe ernsthaft überlegt, ob ich da den Rest der Nacht verbringen muss, weil ich mir sicher war, dass ich nicht mehr zurück ins Bett kommen würde. Was für ekelhafte Schmerzen!

T. hat dann als allererstes gestern Morgen – ja, was wohl – Krücken für mich besorgt, sogar in lila! Der Mann ist eine Wucht, ich sags ja! Und nachdem Stillhalten nicht gerade meine Paradedisziplin ist, bin ich also den halben Tag mit Krücken durch die Wohnung geeiert, habe versucht einen möglichst normalen Tag hinzukriegen, war dann sogar noch mit T. am Elternabend… der Fuß fand das alles nicht so witzig und hat sich gestern Abend beim aus dem Verband auspacken mit einer dicken Schwellung, blöden blauen Stellen und Schmerzen bei der winzigsten Bewegung gerächt.

Heute, Tag zwei im Exil, und ich bin fest entschlossen gleich um drei mein Kind selbst aus dem Kindergarten abzuholen. Per Auto. Jawohl! Ich bin vorhin schon eine kleine Teststrecke zur Bank gefahren. Geht schon! Ich will ja jetzt nicht bis in die Stadt und zurück, sind ja nur drei Kilometer. Mit ein bisschen Stöhnen und Fluchen und wenig Bremsen (wenn der Fuß erst mal auf dem Gaspedal liegt läuft´s!) funktioniert es schon! Ich bin doch kein Weichei! Wer bremst verliert.

So, das muss ich jetzt noch schonend T. beibringen, der sonst nämlich extra aus der Arbeit kommen, das Kind holen und dann wieder in die Arbeit fahren muss. Ich doch Blödsinn, oder?

Und morgen? Morgen bin ich fest entschlossen, wieder in die Arbeit zu gehen. Bleibt ja alles liegen. Vielleicht fährt mich ja jemand. Das sind ja dann doch dreißig Kilometer einfach…


Ein Kommentar

Ich vermute, es ist völlig überflüssig, erneut zu erwähnen,…

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…dass ich Herbst extrem schrecklich finde, oder?

Und so sitze ich im Büro (bäh!), habe kalte Hände (doppelbäh!), bin extrem müde (okay, selber schuld!) und draußen ist blödes Graukaltregnerischesekelwetter (dreifachbäh!) – und ich fühle mich, als wäre ein Doppeldeckerbus über mich drüber gefahren…und das alles an einem Montag!

Das Gute ist: da ist echt nur Platz nach oben!

Vielleicht muss das auch so sein. Das Wochenende war schön, gut fürs Herz, anstrengend, aufregend, anregend, spannend, glücklich, zufrieden, da ist die Fallhöhe an so einem Montagmorgen natürlich besonders hoch.

Das müsste man vielleicht am Sonntagabend doch schon einkalkulieren. Und einen miesen Streit vom Zaun brechen. Und unversöhnt ins Bett gehen. Damit man dann am Montag aufsteht mit dem Gefühl „Gut, dass ich jetzt in die Arbeit komme!“.

Ach, nee. Auch blöd. Dann lieber sehnsuchtsvoll auf heute Abend warten und ganz früh mit dem Gedanken „Boah, zum Glück schon wieder ein Viertel von der verflixten Woche geschafft!“ ins Bett gehen. Guter Plan.

Und die Woche wird verflixt. Allein schon drei verplante Abende! Morgen Elternabend in der Schule. Mittwoch Treffen mit dem Flüchtlingskreis hier in der Gemeinde. Und Donnerstag, tja, Donnerstag treffe ich mich mit meiner Ex-Besten-Freundin. Worüber ich doch auch ein wenig verwundert bin. Die hat tatsächlich bei einem sehr merkwürdigen Whatsapp-Austausch so getan, als wäre alles ganz normal. Von mir darauf angesprochen, dass zwischen uns alles doch ein wenig komisch sei (zum Beispiel, dass wir uns seit Juli weder gesehen, noch gehört hätten), meinte sie nur, ja, sie hätte ein unglaublich schlechtes Gewissen deswegen, aber komisch??? Wir sollten uns treffen, quatschen, Kaffee trinken und Nägel feilen. Aha. Ok.

Macht ja auch überhaupt keinen Sinn jetzt telefonisch irgendein Fass aufzumachen. Nein, treffen ist eine gute Idee. Wenngleich wir scheinbar von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen. Aber dass etwas nicht stimmt wird ihr sicherlich nicht entgangen sein. Wie auch immer, diesem Gespräch sehe ich jedenfalls mit einer gewissen Vorfreude aber eben auch einer gehörigen Portion Magengrummeln entgegen…

Was noch? Zuviel, um es jetzt in einen Eintrag zu pressen. Nach wie vor gleicht meine Gefühlslage einer wilden Achterbahnfahrt. Freitag haben wir vier den Transport von dreihundert Kinderwinterjacken zu einer Stelle organisiert, von wo aus am Samstag ein Hilfstransport an die kroatische und serbische Grenze gestartet ist. Parallel dazu habe ich das ganze Wochenende die Bilder dieses Konvois via Facebook begleitet und bin nach wie vor erschüttert über die unmenschlichen und katastrophalen Zustände mitten in Europa. Frierende, völlig durchnässte, verstörte Kinder – das sind Bilder, die ich nur schwer aus meinem Kopf bekommen kann (und will). Ich bin hier noch nicht fertig, habe „meinen“ Platz noch nicht wirklich gefunden, aber schweigen, zuschauen, lamentieren – das ist einfach nicht meins. Es gibt eine Aufgabe für mich. Da bin ich sicher. Und bis ich die genau gefunden habe, tue ich eben was ich kann.

Und jetzt schaffe ich diese kalte Woche. Das steht auf meiner Agenda ganz oben. Und bring die Jungs heute Nachmittag zum Zahnarzt. Hoffentlich wieder ohne Bohren.

Einen Fuß vor den anderen…


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Ein Plan muss her!

Ein Plan, wie ich den verfluchten Herbst und den saudummen Winter überstehen kann. Ein realistischer. Utopische Punkte wie:

  • immer erst nach acht Uhr aufstehen (dann ist es schließlich schon hell!)
  • und folglich auch immer schon vor siebzehn Uhr ins Bett gehen (eh klar warum…)
  • überwintern auf la Réunion (zum Beispiel)

bringen mich dabei sicherlich nicht weiter.

Ich brauche ein besseres Zeit- und Freizeitmanagement. Und ein besseres Schlafmanagement.

Ich schlafe schlecht. Was zur Folge hat, dass ich in der Früh völlig gerädert aus dem Bett klettere, wahnsinnig miese Laune habe (weil es ja draußen dunkel und kalt ist!), folglich der familiäre Morgen entsprechend drunter leidet und dank äußerst eng geplantem Zeitplan (Zeitmanagement!) häufig auch noch emotional eskaliert.

Was wiederum nicht zu einer Steigerung meiner Laune beiträgt und zusätzlich noch durch graues, penetrantes Regenwetter unterstützt wird. Gegen Mittag befinde ich mich dann auf einem emotionalen und körperlichen Tiefpunkt, in der Regel geprägt durch hämmernde Kopfschmerzen (vom wenigen Schlafen!), den ich dann spätestens um vierzehn Uhr im Kindergarten an meinem kleinen Sohn auslasse („Wie lange kann das denn dauern so eine Jacke anzuziehen, hä??“) oder alternativ (was mir im Moment eigentlich viel lieber ist) an vorbeikommenden Erzieherinnen (allerdings habe ich das Gefühl, dass die das wissen und zwischen 14 und 14:10 Uhr in Deckung/aufs Klo/in die Küche gehen!).

Allerdings gibt mir der kleine Sohn deutlich Kontra („Was bist du denn schon wieder so motzig, Mama?“) woraufhin ich ein gepflegtes Schweigen bis nach Hause vorziehe. Ich würde womöglich verlieren…

Zuhause ist dann der große Sohn, den ich alternativ für schlampig gemachte Hausaufgaben, unaufgeräumte Zimmer, wahllos verstreute Wäsche, vergessene Pausenbrote,… anmaulen könnte. Aber dafür bin ich an diesem Punkt bereits wieder viel zu müde! Wenn ich jetzt also kinder-, ehe- und verantwortungslos wäre, würde ich mich ins Bett legen, ganz gepflegt die Decke über den Kopf ziehen und schlafen. So lange, bis ich von selber wieder aufwachen würde. Herrlich…

Stattdessen befülle ich mit letzter Kraft Wasch- und Spülmaschinen, kontrolliere Hausaufgaben, schleppe lustlose Kinder zum Einkaufen, plane, verschiebe, organisiere Zahnarzt-, Sport-, Freundebesuchs-, Kindergeburtstagstermine, spiele auf Geheiß des kleinen Sohnes auf dem Wohnzimmerboden mit der Holzeisenbahn….bis ich…nein, das ist jetzt nicht wirklich passiert, oder? Mir doch nicht! Bin ich gerade wirklich eingeschlafen? Mitten im Spiel? Hier auf dem kalten, unwirtlichen Fliesenboden? Nur geweckt durch ein unsanftes und vorwurfsvolles: „Mama, schläfst du?“ – „Nein, natürlich nicht! Ich will nur endlich auch mal den ICE spielen!“

Wann kommt denn nur endlich der Mann nach Hause? Und ist es moralisch-pädagogisch verwerflich, die Kinder vor den Fernseher zu setzen? Und eigentlich müssten wir doch noch rausgehen! Frische Luft ist echt wichtig!

An diesem Punkt gibt es eine deutliche Spaltung. Nachmittage, an denen ich es schaffe mich aufzuraffen, mit den Kindern rauszugehen, aufs Wetter zu pfeifen, Rad zu fahren, zum Spielplatz zu gehen, was auch immer – dann läuft in der Regel alles super.

Aber es gibt auch Nachmittage, an denen ich das nicht hinkriege. Wir zuhause bleiben. Uns annerven. Und spätestens um siebzehn Uhr einer weint. Manchmal auch ich. Alle überreizt. Nicht ausgepowert. Gestresst. Bäh.

Und jetzt kommts. Das echte Problem. Wenn dann endlich die beiden Jungs, nach dem üblichen Halligalli mit Essen, Zähneputzen, Schlafanzugblabla, Geschichte vorlesen, ichbraucheabernocheinGlasWasser usw. schlafen – also so gegen halb neun – ….dann bin ich nicht mehr müde!! Ich glaube, mein Körper meldet dann „FREIZEIT!“ an mein Hirn und da wird dann so viel Freuden-Dopamin ausgeschüttet, dass ich echt Schwierigkeiten habe, zur Ruhe zu kommen.

Und deshalb glaube ich, ich brauche eine Strategie. Einen Plan. Eine Übersicht. Das muss doch irgendwie besser gehen. Freundlicher. Liebevoller. Enthusiastischer. Angenehmer. Obwohl Herbst ist. Andere kriegen das doch auch irgendwie hin, oder???


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Unruhig und zappelig…

Das beschreibt wohl meinen momentanen Zustand am besten.

So richtig kann und ich will ich noch nicht zur Ruhe kommen. Das ist auch gut für mich. Ist mein Motor. Treibt mich an.

Und die Energie reicht auch noch, um meiner – momentan wieder ziemlich stressigen Arbeit – und den „Widrigkeiten“ des Alltags Herr bzw. Frau zu werden.

Das ist echt unglaublich. Da sind gerade mal eine Woche die Ferien zu Ende, da schwappen Alltag und Herbst schon wieder über uns zusammen. Wie eine dieser großen, istrischen Wellen, die wir gerade mal vor ein paar Wochen am eigenen Leib erleben durften. Die Füße haben auf den von glitschigen Algen überzogenen Felsen kaum Halt, man erholt sich gerade von der „Vor-Welle“, schnappt nach Luft, blinzelt das salzige Wasser aus den Augen, sucht nach festem Stand, sieht die nächste Welle schon heranrollen, überlegt noch, wie man ihr am besten begegnen soll – und schon hat sie dich erreicht, schlägt über dir zusammen, für einen kurzen Augenblick weiß man nicht wo oben oder unten ist, ein kleiner Moment Angst, unglaubliche Ruhe, dann kommst du wieder nach oben…

Allerdings war es in Istrien wenigstens sonnig und herrliche dreißig Grad warm. Und das mit den Wellen war gewollt und lustig.

Das ist der Unterschied…

Jedenfalls sind wir jetzt final mit den Schulsachen durch, die letzte Amazon-Bestellung (ein Zirkel, ein Zirkel – ich kann förmlich sehen, wie F. heute Nachmittag durch die Wohnung jauchzen wird!) müsste heute angekommen sein, der erste Elternabend im Kindergarten zwecks „Musikalischer Frühförderung“ (zu der B. jetzt doch nicht gehen darf, weil er am Stichtag 30.09 noch nicht vier ist 😦  – überhaupt nicht witzig!) ist geschafft, jetzt kommt noch ein „allgemeiner“ und der in der Schule, dann müssen wir uns aktiv um die Freizeitgestaltung der Kinder kümmern, sprich Sport, Wasserwacht, Musik etc…

Montag haben beide ihren halbjährlichen Zahnarztkontrolltermin (wieder ein Nachmittag dahin), nebenbei zieht die Schule bereits deutlich an und wir müssen schauen, dass F. von Anfang an am Ball bleibt.

Und zu allem Überfluss kommt auch noch mit ganz großen Schritten meine absolute Lieblingsjahreszeit daher gerannt, echt, fast nichts schlimmer, als wenn es morgens beim Aufstehen noch komplett dunkel ist und kalt und abends gleich wieder dunkel – also eigentlich schon nachmittags…uah, das kann ich nicht so richtig gut leiden! Und zwangsweise drin sein ist so gar nicht meins, also muss ich die ganze Bagage anziehen und bei Wind und Wetter um die Häuser jagen…was nicht immer auf Begeisterung stößt!

Gegen meine innere Unruhe hilft im Moment gerade die Vorfreude und Beschäftigung mit dem Thema „Freundeskreis Flüchtlinge“ in unserem Ort (ob ich den Namen wohlgewählt finde steht dabei auf einem ganz anderen Blatt…), mit meinem neu gewonnenen Selbstvertrauen und dem unbedingten Willen hier in der Gemeinde etwas zum Guten zu bewegen (und zwar von Anfang an) habe ich beschlossen, mich nicht nur ein bisschen zu beteiligen, sondern „richtig“ zu engagieren, was in diesem Fall heißt, dass ich den zuvor festgelegten Bereich „Sprache, Ausbildung, Job, Beruf“ verantwortlich übernommen habe. Dazu wird es nächste Woche das erste Treffen aller Interessierten geben, die sich vorstellen können, unseren zukünftigen Flüchtlingen hierbei unter die Arme zu greifen und ich werde das ganze so gut ich kann organisieren, strukturieren, leiten (so nötig) und nach Außen verantworten. So der Plan. Ich bin schon sehr aufgeregt, das scheint ein tolles Team zu werden, da sind unter anderem einige (ehemalige) Lehrer, der pensionierte Leiter des staatlichen Schulamtes, Erzieher und engagierte Studenten dabei. Aber alleine die Beschäftigung mit der Materie, Heraussuchen von Material, Förderungsmöglichkeiten etc. macht mich ruhiger und sicherer. Das kann ich. Das will ich. Und alles andere wird sich dann schon ergeben.

Jetzt ist Zeit für Feierabend. Genug Büro für heute. Zeit für Kinder. Kochen. Mann. Vorlesen. Ausruhen. Reden. Den Kopf mit anderen Inhalten füllen.