meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Eine Woche ist eine Woche,

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ist eine Woche, ist eine Woche…

Bin ich froh, wenn endlich Ferien sind.
So sehr ich diese Sommertage genieße, so sehr muss ich mich doch auch fragen, warum alles, aber auch wirklich alles in diese Zeit vor den Ferien gepfropft wird. Jedes Fest, jedes Konzert, jeder Elternabend, jede Feier, jedes Treffen, jede Probe – als gäbe es kein Morgen mehr! Oder keinen Herbst. Oder kein neues Schuljahr. Oder keine andere Gelegenheit mehr sich zu treffen.

Jedenfalls arbeiten wir also gerade einen Termin nach dem anderen ab, was fast ein bisschen schade ist, schließlich sind da ja auch welche dabei, die irgendwie wichtiger, bedeutsamer sind -und die drohen dann fast im Getümmel unterzugehen…

Und dieser Stress macht sich auch bei anderen bemerkbar. Zum Beispiel bei F.´s Gitarrenlehrer.
Da war gestern an F.´s Schule das Abschlusskonzert der örtlichen Musikschule, d. h. das alle Kinder, die an unserer Grund- und Hauptschule über die Musikschule der nächstgrößeren Stadt unterrichtet werden, mit ihrem jeweiligen Instrumentallehrer ein oder mehrere Stücke vorspielen durften.
Jetzt hat der Lehrer von F. ungefähr zehn Schüler bei uns an der Schule und außerdem noch ein weiteres Konzert vorzubereiten, nämlich mit allen seinen Schülern in zwei Wochen ein reines Gitarrenkonzert in der Musikschule.
Und irgendwie hat man das dem gestrigen Gitarrenteil auch angemerkt. Dass er wohl nicht so wahnsinnig Lust hatte. Er hat drei Lieder rausgesucht, F. hat die auch wie verrückt geübt, hat aber bis zum Schluss nicht gewusst, wann er welches Lied spielen oder nicht spielen würde, ob er zu „Let it be“ singen würde oder nicht und in welcher Konstellation sie auftreten würden.
Letzte Woche war er ganz niedergeschlagen, weil der Lehrer ihren Auftritt wohl um zwei Lieder gekürzt hat und sie zu dritt wohl nur eins vorspielen sollten.
Gestern Abend dann die große Überraschung: angekündigt wurde ein „Gitarrenensemble“, d. h. alle Schüler des Lehrers auf einmal, F. hinten in der zweiten Reihe, kaum sehbar und gespielt haben sie alle drei Lieder und singen sollten sie auch. Am lautesten gespielt hat der Lehrer und irgendwie konnten wir uns des Eindruckes nicht erwehren, dass das über das mäßige Spiel der Schüler hinwegtäuschen sollte… eher gruselig!
Und was sagst Du nach so einem Auftritt zu Deinem Kind? Puh…
Ich hoffe jetzt mal ganz stark auf das andere Konzert – für das allerdings die selben Lieder geprobt werden – was mich dann doch irgendwie stutzig macht…

Und sonst?
Ein saublöder Morgen – so ganz nach meinem Geschmack – hängt mir immer noch in den Gliedern. Gefühlt bin ich eine Stunde hinter F. hergaloppiert und habe in Endlosschleife meinen Text runtergebetet: Pack deine Schultasche, putz deine Zähne, zieh dich endlich an, komm frühstücken, beeil dich, pack deine Schultasche, putz deine Zähne, zieh dich endlich an, komm…..
Und dann war er auch noch sauer auf mich weil er für Mathe einen Taschenspiegel für so ein Achsensymmetrie-Dings braucht – allerdings weiß er das seit Donnerstag und heute Morgen ist ihm das plötzlich eingefallen. Aha. Und wo genau soll ich jetzt in der Früh um 7 Uhr einen Taschenspiegel nehmen? Ich hab ihn dann zusammengepfiffen, von wegen, wenn ich es eher gewusst hätte, dann hätten wir leicht beim Drogeriemarkt für einen Euro einen kaufen können oder uns von der Oma einen ausleihen oder sonst irgendwas organisieren können, jetzt bin ich aber nicht mehr bereit, mir ein Bein für ihn auszureißen.
Gut, ich konnte dann nicht darauf verzichten, gleich noch eins drauf zu setzen und nebenbei zu erwähnen, dass ihm ja eh alles scheißegal ist im Augenblick – woraufhin er grußlos abgedampft ist!
Pädagogische Meisterleistung! Aber immerhin weiß er inzwischen wirklich, wie er mir dann richtig eins reinwürgen kann! Er hört sich meine Abhandlungen einfach nicht an und lässt mich stehen. Eiskalt. Ziemlich klug.
Wobei ich natürlich mütterlich hin- und hergerissen bin. So geht´s ja schließlich auch nicht! Und so habe ich auf der Fahrt in die Arbeit, die ich kochend im komplett runtergekühlten Auto verbracht habe, sämtliche Formen der Bestrafung durchgespielt. Am besten gefallen hat mir: Hausarrest. Nur heute Nachmittag. Da will er sich nämlich mit zwei Freunden treffen!
Gut, inzwischen sind einige Stunden vergangen und ich komme mir reichlich doof, kleinlich und kindisch vor. Ich werde die Situation auf mich zukommen lassen und mal schauen, was wir uns so zu sagen haben.
Wahrscheinlich war das heute „ohne einen Spiegel in der Schule sein“ schon Strafe genug…

Irgendwie werden die Themen und Konflikte zwischen F. und mir immer komplexer. Bei B. ist das anders. Da geht´s eigentlich immer um Willen durchsetzen. Er seinen oder ich meinen. Wir rumpeln aneinander. Einer kriegt recht. Meistens bestimme ich, wer recht kriegt. Und muss dabei aufpassen, dass sich das annähernd die Waage hält. Dann vertragen wir uns wieder. Punkt. Fertig.
Klar bringt mich dieses Trotzphasendings an eine andere Grenze. Die Ausdauergrenze. Die Nicht-schon-wieder-Grenze. Oder die Das-muss-doch-jetzt-endlich-mal-aufhören-Grenze.
Aber es ist in sich ein einfacher, ein stimmiger Konflikt.

Mit F. hingegen ist das viel komplizierter. Das wird richtig erwachsen. Das muss ich wirklich aufpassen. Dass ich ihn nicht überfordere. Ihn nicht wie einen Erwachsenen behandle. Oder aber im Gegenteil wie ein Baby. Von oben herab. Er ist so unwahrscheinlich klug, kriegt so viel mit, ich darf ihn also keinesfalls unterschätzen. Ihm aber auch nicht zu viel zumuten. Ich muss an ihm dranbleiben, ihm das Gefühl geben, echt an ihm interessiert zu sein, ihn echt zu lieben. Gleichzeitig muss ich ihm aber auch Freiraum geben, ihm Platz lassen und ihn von sich aus kommen lassen. Verdammt ist das kompliziert!!!
Und zwischendurch bin ich so dermaßen wütend!!!! Weil er so schlampig ist!!! Weil er so nachlässig ist!!!! Weil er sich nicht kümmert!!! Weil er eigentlich nur spielen will!! Weil man ihn zu allem nötigen muss!!! Weil er sich dann einfach entschuldigt und denkt, damit ist es dann schon ok!!!!!
Und in dem Moment, wo ich das hier aufschreibe, muss ich schon grinsen! Wer ist denn hier das Kind??
Ist gar nicht so leicht, bei sich zu bleiben. Die eigenen Gefühle wahrzunehmen. Dafür die Verantwortung zu übernehmen. Aber eben auch für die des einem anvertrauten Kindes. Und auch dessen Gefühlen mit dem größtmöglichen Respekt zu begegnen. Das klingt fast nach einer Meisterleistung…puh, da liegt noch viel Arbeit vor mir! Aber ich habe ja noch die ganze Pubertät Zeit über mich hinaus zu wachsen…B)

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

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