meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Drehen jetzt alle durch???

2 Kommentare

Nicht, dass mein Alltag schon abwechslungsreich genug wäre, so muss ich mich doch gerade wirklich fragen: bin ich von lauter „Närrischen“ umgeben? Völlig losgelöst vom Fasching, versteht sich…

Gestern Nachmittag treffe ich mich mit einer Bekannten und ihrer Tochter für ein Stündlein am Spielplatz. Dass die Bekannte nur eine Bekannte ist und keine Freundin wird, hat einen ganz bestimmten Grund. Sie ist nämlich ein Energiefresser. Kennt Ihr das? Leute, die man zwar nett findet, von denen man aber das unbestimmte Gefühl hat, dass sie einem beim „Näherkommen“ nicht wirklich gut tun?

Die Angesprochene jedenfalls ist letztlich eine arme Sau. Alleinerziehend mit einer hochpubertierenden 4-Klässlerin, der Vater des Kindes schwer alkoholkrank und kaum bis gar nicht präsent in ihrem Leben, der Ex-Freund ein notorischer Lügner und Betrüger, das Geld reicht vorn und hinten nicht und nachdem sie ursprünglich auch nicht aus Deutschland kommt, sondern „der Liebe wegen“ vor einigen Jahren hier her gezogen ist, hat sie auch keinen wirklichen Freundeskreis und die Familie nicht greifbar.

Und so habe ich ihr angeboten, nachdem unsere Kinder sich gut vertragen, wenn es da mal einen Engpass gibt, dann kann sie auf meine Hilfe zählen. Und sie hat das auch hin und wieder schon in Anspruch genommen. Nie über die Gebühr oder das einer von uns dabei ein blödes Gefühl hätte haben müssen.

Was mich sehr anstrengt ist, dass sie sehr angespannt ist mit ihrem Kind. Sie ist sehr konsequent, sehr streng, macht sich unglaublich viele Gedanken und lässt die Kleine keine Minute aus den Augen. Grundsätzlich kann ich das gut verstehen, sie ist schließlich ganz alleine verantwortlich, muss alle Entscheidungen selber treffen und verantworten. Das ist sicher eine schwierige Situation.

Nun ist sie aber mit einer Bitte an mich herangetreten. Das Mädchen wir sehr locker den Übertritt ans Gymnasium schaffen und an der Schule der Wahl ist demnächst Elternabend. Der fängt erst um halb acht an und sie will ihre Tochter nicht mitnehmen, weil ja am nächsten Tag Schule ist.
Jetzt bin ich davon ausgegangen, dass sie mich halt fragen will, ob das Mädchen bei uns übernachten könnte und ich sie am nächsten Morgen in die Schule bringe.
Nein, ich sollte doch bitte bei ihr in der Wohnung sein und aufpassen, dass S. brav ins Bett geht. Ich müsste nichts machen, könnte lesen und fernsehen.
Das Mädchen wird bald elf! Und dann habe ich gesagt, dass T. normalerweise am Montag lange arbeitet, dann meinte sie, ich könnte doch meine Mutter zu meinen Kindern holen – um dann bei ihr zu sein. Hä?

Ich bin aber auch eine blöde Kuh. Die halbe Nacht habe ich mir um die Ohren geschlagen, meine Gedanken sind gekreist – verdammt! Ich will das nicht!

Also, liebe Ada! Wie ist Deine Meinung? Kann ein elfjähriges Mädchen für den Zeitraum von zwei/drei Stunden abends allein daheim sein und man sich darauf verlassen (nach Erläuterung der Situation), dass es auch ins Bett geht und „brav“ ist?
Und wenn nicht, warum soll sie nicht bei uns übernachten? Vertraut sie mir nicht, dass ich in der Lage bin, ihr Kind (und meine natürlich auch) dazu zu bringen, pünktlich ins Bett zu gehen und entsprechend zeitnah zu schlafen? Was ich ehrlich gesagt für nicht allzu kompliziert halte. Grundsätzlich hört sie gut und auch hier würde ich den beiden Großen erklären, dass es sich nicht um ein „normales“ Übernachten handelt, sondern viel mehr um eine Notsituation und sie da mit uns an einem Strang ziehen müssen. Wo ist das Problem??

Bei Tageslicht betrachtet, sieht die ganze Sache natürlich nicht halb so scharfkantig aus, wie heute Nacht.
Aber es bleibt die Frage: warum ziehe ich gerade lauter Sachen an, mit denen ich eigentlich nichts zu tun haben will? Von denen ich schon im Vorhinein weiß, dass sie mich irgendwie belasten und letztlich eine ganz klare Aussage, ein klares „Nein“ von mir verlangen? Nicht unbedingt meine große Stärke…
Eine Art „kosmische Aufgabe“, die mir gerade sehr vehement und hartnäckig gestellt wird, bis ich sie gelöst habe????
Wieso ausgerechnet jetzt?

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

2 Kommentare zu “Drehen jetzt alle durch???

  1. Du hast es doch scghon ganz klar vor dir selbst gesagt: Du willst das so nicht. Nun musst Du’s nur noch der Nachbarin klar machen 😉
    Ernsthaft: Ich kenne solche Situationen nur zu gut! Aber auch und gerade wenn Du Hilfe anbietest, hast Du jedes Recht, die Bedingungen dafür so zu stecken, dass Du dich damit wohl fühlst.
    Und ja, das kann eine kosmische Aufgabe sein. Ich würde empfehlen, das jetzt in Angriff zu nehmen, sonst hat Dir das Leben ein‘ vor die Schnauze. Trust me 😉

  2. *haha* Dann will ich doch mal antworten.

    Grundsätzlich sehe ich es so, dass Kinder von Alleinerziehenden wesentlich schneller lernen müssen UND dürfen, dass sie abends auch ohne Mama (oder Papa) ins Bett gehen.

    Du hast Recht damit, wenn Du sagst, dass sie das alles ja allein wuppen muss. Die Mutter meine ich.

    Da ist es einfach wichtig, also IHRE Aufgabe, ihrer Tochter und ihrer Erziehung zu vertrauen und ihrem Kind die Aufgabe zu stellen, diesen Abend allein ins Bett zu gehen.

    Mag sein, dass Beidelternkinder dies nicht brauchen/ sollen, wie auch immer.

    Doch uns Alleinerziehenden bleibt keine andere Wahl, als unsere Kids zu supergroßen, korrekten, perfektionistischen Kindern zu erziehen. Wir brauchen Pausen. Und, Du sagst es oben, uns fehlt zu oft das Geld (oder auch die Bekanntschaft) für einen Babysitter.

    Also:

    Ihre Aufgabe, ihrem Kind und ihrer Erziehung zu vertrauen.

    Du bleib bei Deinem Angebot, das Kind mit zu Dir nach Hause zu nehmen. Eine tolle Idee 🙂

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