meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Jetzt hab ich den (dramatischen) Salat!!!

5 Kommentare

Danke für Eure gestrigen Kommentare, liebe ausderasche, liebe Emma und liebe RuhrpottPerle! Sie haben mich definitiv darin bestärkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Und so hatte ich eigentlich schon einen konkreten Plan für das „Ex-beste-Freundinnen-und-Patentante-Debakel“, nämlich ein klärendes Gespräch mit F., dem ich die Situation schildern aber auch mitteilen wollte, warum ich mich so verhalte wie ich das für richtig halte, nämlich vorerst keinen Kontakt mit A. zu „erlauben“.
Ich halte nichts davon, Menschen auf irgend eine Form von Prüfstand zu stellen, in diesem Fall, bei dem es darum geht, mein Kind zu schützen, scheint mir das aber doch der gangbarste Weg. Klartext: sie sollte sich jetzt mal ein bisschen bemühen, echtes Interesse zeigen und zwar über mich, bevor ich dann einem Kontakt mit F. zustimmen würde.
Klingt jetzt irgendwie verwirrend, schien aber für mich ganz logisch und schlüssig…

Nachdem ich momentan vehement gegen Handy-Strahlung kämpfe, übernachtet mein Telefon seit einigen Wochen schon in der Küche. Das Schlafzimmer als strahlenfreie-Zone, sozusagen…
Jedenfalls bin ich um kurz nach fünf aufgewacht (was für mich wirklich sehr untypisch ist) und hatte sofort und ohne Vorwarnung den Kopf voller Zeug. Gedanken über anstehende Termine, über unseren Freund A., über den Kindergarten, was ich wohl mit meiner Arbeit mache…. Ich bin aufgestanden. Richtig wach zu werden war die einzige Möglichkeit, die Gedanken zu klären und zu sortieren.

Und dann der Blick aufs Handy. Eine Nachricht von A. Eine sehr lange Whatsapp-Nachricht. Und was soll ich sagen?
Ich bin so dermaßen wütend! So sauer! Was fällt ihr überhaupt ein???
Es würde ja hier nicht um sie und mich gehen (ach, nein??), aber sie war so verletzt und enttäuscht von mir und da wollte sie sich lieber nicht bei F. melden, so nach dem Motto „lieber ein Ende mit Schrecken – als ein Schrecken ohne Ende“, sie war so enttäuscht über den Ausgang unserer Freundschaft, damit hatte sie nie gerechnet und zur Einschulung von F. wollte sie nicht kommen, damit er ein schönes, unbeschwertes Fest hat. Aha.
Und dann der Satz, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat: „Es gibt kaum Tage, an denen ich nicht an euch denke.“
Und zum krönenden Abschluss dann auch noch: „Und wenn F. mich braucht, dann bin ich jetzt da!“
Wie heroisch! Vielen Dank! Noch ein bisschen mehr Pathos war wohl nicht möglich, oder???

Ich war bis jetzt wirklich ruhig. Ich habe meine Mutter, gegen meine innere Überzeugung, nicht zur Schnecke gemacht! Was bildet die sich überhaupt ein?? Was um alles in der Welt hat sie A. erzählt? Dass F. sich täglich in den Schlaf weint, weil er seine geliebte Patentante seit zwei Jahren nicht gesehen hat? Und sie sich um sein psychisches Wohlbefinden in diesem Zusammenhang sorgt???
Und was interpretiert A. jetzt in all das hinein?? Dass wir unser Leben in den letzten Jahren kaum ohne sie auf die Reihe gekriegt haben? „F. ist ein Kind und soll lachen, lernen, Erfahrungen sammeln und Fehler machen – Kind sein!“ Das sind ihre Original-Worte!! Frau Diplom Pädagogin! Herzlichen Dank für diese Information!

Boah bin ich sauer! Und ich habe noch versucht, das alte Zeug zwischen ihr und mir zur Seite zu schieben, drüber zu stehen – aber jetzt? Jetzt fällt mir das alles wieder ein. Diese Arroganz und Einmischung von ihr in mein Leben, meine Themen. Sie hat mir schon damals gesagt, wie Erziehung/Ehe/Familie funktioniert und was ich falsch mache. Ohne je selbst eine feste Partnerschaft, eine Familie oder Kinder gehabt zu haben! Anmaßend!

So, ganz ruhig. Das bringt mich jetzt auch nicht weiter.
Genau das wollte ich vermeiden, dass ich mich in irgend etwas hineinziehen lasse, was ich im Augenblick überhaupt nicht will. Womit ich mich gerade nicht beschäftigen möchte, wofür ich keinerlei Kapazitäten habe.
Das Gute ist, ich habe keinen Zeitdruck. Sie wird jetzt nicht einfach bei uns anrufen oder sonst irgendwie versuchen, zu F. Kontakt aufzunehmen. Ich kann also in aller Ruhe nachdenken, mit T. sprechen und vielleicht auch mit F. Was ich ihm sagen will, weiß ich noch nicht. Aber das hat ja auch keine Eile.

Und das, wo ich gerade versuche, mein Leben zu „ent-dramatisieren“. Bei einer Sache zu bleiben, nicht immer gleich den großen Kontext in Frage zu stellen. Jetzt gerade fühle ich mich elend? Nein, nicht mein ganzes Leben und alles was dazu gehört ist scheiße, es ist nur, weil ich in der letzten Nacht zu wenig geschlafen habe. – So in der Art.
Das ist gut für mich. Entspannt mich. Macht mich weniger wütend und schafft einen klaren Blick.
Also muss ich diesen neuen dramatischen Salat jetzt eben auch entzerren, auf das inhaltlich kleinste Thema herunterbrechen, um dann adäquat reagieren zu können.
Guter Plan.
Ich bin trotzdem sauer…

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

5 Kommentare zu “Jetzt hab ich den (dramatischen) Salat!!!

  1. Wow… Welch Theatralik *urgs*

    Es geht nicht um Dich und sie dabei?

    Hmm…

    Dann zumindest wohl um sie. Und ihr Ego.

    Könnte ich auch drauf verzichten…

    Zwei Jahre ohne ein Wort und auf einmal fällt ihr ein, dass da ein Kind ist, das lachen und Fehler machen darf?

    Na, zum Glück springt SIE ja jetzt wieder ein, auf dass der arme F. das auch alles lernen darf. Bei DIR geht das ja anscheinend nicht.

    Ich könnt auch kotzen.

  2. Was bildet sich die denn ein?! Wie konnte dein Kind nur die letzten zwei Jahre überleben?! *tze…okay, ich habe auch keine Kinder, noch keine Familie und weiß wie es geht – wie es besser geht, als manch einer das macht, aber das darf man auf keinen Fall SO raushängen lassen. tze* Also ich hätte meine Mutter ja schon längst runter gemacht, bewundernswert, dass du deinen Ärger hier raus lässt und nicht direkt auf dein Kind/die Patin losgehst (wobei letztere es bestimmt verdient hätte) aber du bist sehr besonnen, sehr reflektiert – so kenne ich dich. Gut machst du das und im richtigen Moment wirst du die passende Worte finden. Ey…unglaublich wie sie versucht zu spalten und sich per Whatsapp in dein Leben zu zecken – billich!! *uuaaahh – sowas regt mich glatt für dich mit auf*

    Wichtig ist für sich reflektiert zu sein, klare Grenzen zu stecken und wenn sie es, aus welchem Grund auch immer, doch noch ernst meint, wird sie einen langen Atem haben und deine/eure Familiengrenzen akzeptieren (ist ja pädagogisch vertretbar sein Kind vor Furien zu schützen :D)

    *Liebe Grüße*

  3. Ich danke Dir für Deine Worte!
    Kennst Du das, dass Du in solchen Situationen denkst, vielleicht bist auch Du selber falsch?
    Ich habe mich schon gefragt, ob ich die ganze Sache falsch sehe/einschätze/bewerte und eigentlich ganz anders fühlen und reagieren müsste!

    Und da tut es mir unheimlich gut, Deine unverblümte und unvoreingenommene Meinung dazu zu hören. Auch, wenn sie mir vielleicht nicht in den Kram passen würde, ist sie mir unheimlich wichtig und wertvoll!
    Also, danke!
    Und gute Besserung für Dich, meine Liebe!

  4. Ich habe es gerade schon bei ausderasche kommentiert, ich danke auch Dir für Deine Worte!

    Nicht (nur) dafür, dass sie mir aus dem Herzen sprechen und mich bestätigen, sondern viel mehr dafür, dass sie mir ein Feedback geben und mich damit nicht so alleine fühlen lassen.

    Manchmal ist es ja wirklich so, dass man sich mit seiner Meinung im Kreis dreht und plötzlich feststellen muss, dass alle anderen vielleicht doch richtig gelegen sind und man selber, als Nabel der Welt, doch einer Fehleinschätzung unterlegen ist….

    In solchen Momenten hilft auch die ganze Selbstreflektiererei nichts! 😉

    Trotzdem ist das hier für mich eine gute Frust-Ablade-Plattform und ich muss nicht gleich meine Kettensäge schultern…

    Und übrigens, ich weiß, dass Du weißt wie es geht, Du weißt schon, das mit den Kindern! Und die Meinung auch kundzutun ist völlig in Ordnung, es kommt (wie Du es auch schon geschrieben hast) halt auf das „Wie“ an.

    Danke Dir!

  5. Ich kenne dieses „bin ICH blöd?“ besonders dann, wenn ich das Gefühl hab, tatsächlich allein mit meiner Meinung oder meinem Wissen zu sein.

    Da steht man da und denkt „sind DIE alle bescheuert? Kann doch nicht sein… Dann muss ICH ja die Doofe sein…“

    Alles *urgs*

    Danke für die Genesungswünsche. Ich hab noch zu tun. Husten kommt net raus 😦

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