meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Ein bisschen leichter…

2 Kommentare

…ist mein Herz heute schon. Irgendwie geht es halt doch immer weiter. Merkwürdig.

Allerdings fühle ich mich immer noch wie in einer „Schutz-Blase“, alles ist leicht wattig und dumpf, ich kann weiterhin von einer Sekunde auf die andere heulen, schlafe unruhig und träume schlecht.

Was mir weiter große Sorgen macht sind F. und die Schule. Das will und will nicht. Gestern war er ganz verzweifelt und hat zu mir gesagt: „Ich komme grad so mit.“. Das tut mir richtig leid für ihn – mir fällt aber auch keine bessere Lösung ein, als noch mehr mit ihm zu tun, mehr zu lesen, mehr zu lernen, mehr zu schreiben…
Ich bin wirklich erleichtert, dass dieser blöde Elternsprechtag nächste Woche ist, es wird ganz, ganz dringend Zeit für ein Gespräch mit der Lehrerin. Es muss eine Lösung für ihn geben. Eine, hinter der auch er stehen kann, die für ihn funktioniert und die er dann auch motiviert verfolgt…
Vielleicht bin ich auch zu idealistisch, aber ich will die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass die Schule für ihn nicht immer nur Quälerei sein wird, dass er Spaß daran finden kann und sich gerne (und möglichst freiwillig) engagiert…

Meine Distanz zu T. kann ich irgendwie noch nicht ganz aufgeben. Ich habe aber großes Glück, dass er das – wenn er es vielleicht auch nicht nachvollziehen kann – so doch auf jeden Fall respektiert, sehr aufmerksam und vorsichtig mit mir umgeht. Was ihn vermutlich auch anstrengt…

Heute ist hier in Bayern (wie ist das in den anderen Bundesländern??) Buß- und Bettag, leider kein offizieller Feiertag – nur die Schulen haben geschlossen.
Zum Glück haben wir ja eine prima Mittagsbetreuung, die solche Tage mit auffängt und den Kindern an solchen Tagen von 8:00 bis 15:00 Uhr ein tolles Programm bietet. F. geht da jedenfalls sehr gerne hin.
Dem kleinen B. ist alles wurscht, der hat heute von 14 bis 15:00 Uhr „Psychomotorik“ – also „Turnen“ für ihn – im Kindergarten und ist da ganz scharf drauf!

Am Nachmittag hat F. leider noch einen ganzen Haufen für die Schule zu tun, ich hoffe, ich kann ihn streitfrei dazu bewegen. Das zehrt wirklich an unser beider Kräften, wenn wir so Macht-Wut-WerhatRecht-Kämpfe austragen müssen. Schrecklich.
Auch in solchen Situationen schaffe ich es manchmal, mich von außen zu betrachten, quasi neben mir zu stehen. Und was ich dann sehe, das ist mal wirklich grausig! Ich komme gerade noch so weit, mich zu fragen: Um was geht es mir eigentlich? Und dann werde ich schon trotzig und bockig, will recht haben und recht bekommen. Und dann höre ich auf, genauer hinzuschauen – gruselig, sag ich ja!
Den richtigen Moment für einen Absprung, den verpasse ich regelmäßig. In dem ich großzügig, mitfühlend und freundlich sein könnte. Ist doch völlig egal, wer recht hat, oder?

Alles in allem bin ich also weiter weit entfernt von einer Art „Normalzustand“ – und weigere mich beharrlich zu akzeptieren, dass das, was ich im Moment erlebe womöglich der Normalzustand sein könnte!

Der Rest der Woche wird vermutlich (hoffentlich) relativ unspektakulär verlaufen, es wird eigentlich nur dringend Zeit, dass ich mal wieder ordentlich schlafe.
Gestern haben T. und ich einen „Leseabend“ gemacht, sind früh im Bett gelegen und haben uns unseren jeweiligen Büchern gewidmet. Mal so ganz ohne Fernseher war direkt erholsam, auch wenn ich wieder erst nach elf Uhr einschlafen konnte. Zum einen, weil ich mich doch noch ein wenig über die merkwürdige Fantasie des Sebastian Fitzek wundern musste, der mit seinem „Passagier 23“ wieder mal meine krudesten Vorstellungen über Board wirft (im wahrsten Sinne des Wortes) und zum anderen, weil mich mein Gedankenkarussell einfach nicht in Ruhe gelassen hat.

Auch wenn ich noch immer nicht in der glücklichen Lage bin, dem Herbst, so wie er sich momentan präsentiert, etwas Nettes abzugewinnen, will ich für den Rest der Woche versuchen, die positiven Gedanken Überhand gewinnen zu lassen. Und mich weiter ausruhen. Und langsam machen. Und nachsichtig sein. Mit mir – ganz besonders aber auch mit den anderen…

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

2 Kommentare zu “Ein bisschen leichter…

  1. Das Buch vom Fitzek möchte ich auch gern lesen. Meine Neugier wurde durch den „Klappentext“ geweckt.

    Heute morgen erst saß ich im Auto und hörte mir beim Meckern zu und fragte mich „Sag mal, Mädel, wann willst du damit eigentlich mal aufhören?“ und ich hatte den brennenden Wunsch nach einem freundlichen Morgen. Einem, wo ich mich weder über etwas aufrege, noch mein Großkind zu irgendwelchen idiotischen Höchstleistungen ansporne oder sonstwas vom Zaun breche. Ich will nicht, dass meinen Kindern die Schulmorgende als Graus im Herzen bleiben.

    Mach ich ab morgen. Ganz ernst.

    Als ich eben las, dass Du dann wohl mit F. noch mehr dies und noch mehr das machen musst, damit er nachholen kann, wo er nicht mitkommt, kam mir sofort das Bauchgefühl, dass es genau JETZT an der Zeit wäre, loszulassen.

    Ich glaube sehr wohl, dass F. sehr gern lernt und lernen würde. Manchen erschließt sich die Notwendigkeit nicht, warum sie das Einmaleins oder das ABC können müssen, schon gar nicht in der Form und dem Tempo, die die Schule will.

    Zwei Möglichkeiten, aus meiner Sicht:

    Entweder Du lässt das Ganze wirklich los. Sagst Dir und F, dass Noten nicht das Wichtigste sind (dass sie in unserer leistungsorientierten Welt DOCH wichtig sind, blendest Du so lange aus, bis Dein Kind wieder Spaß und Energie fürs Lernen hat) und lass ihn von DIR lernen. Zu Hause, im Nebenbei. Nimm ihn bei seinen Vorlieben an die Hand, lass Dir vorlesen, was in Lieblingsbüchern steht, aber nicht als „Lies mal“, sondern als „was steht da eigentlich? ich hab grad die Hände vom Kuchenteig gatschig, kann das nicht selbst lesen…“. Geh mit ihm einkaufen und lass ihn der Verkäuferin das Geld geben.

    Alles von vorn. Ja. Bäähhh…

    Doch vielleicht weckst Du seine Phantasie, seine Lernbegabung, die er hat, weil JEDES Kind dies hat, durch Dinge, die im Alltag einfach laufen.

    Oder Du suchst Dir eine Schule mit einem anderen Lehrkonzept.

    Und nein, es gibt nicht nur die namenstanzenden Waldorfschüler *grins*

    Google nach etwas, das was mit „Freiem Lernen“ zu tun hat.

    Vielleicht ist es das!?!

    Und: Leider kein freier Tag gewesen bei uns.

  2. Ich drück dich ganz fest! Bin in Gedanken bei dir…

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