meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Brrrrrr…..

7 Kommentare

…jetzt ist es richtig Winter! Mir ist sowas von kalt! Allein der Gedanke an eine Badewanne, deren heißes Wasser meinen ganzen Körper umfängt, hält mich vom Dauer-Zähne-Klappern ab…

Was für ein blöder Montag. Überhaupt: Was für eine blöde Zeit!

Ich weiß schon: immer und immer wieder das selbe Gejammere über das selbe Zeug! Mir macht das echt auch keinen Spaß, aber es ändert sich einfach nichts Grundlegendes.

Ich komm einfach nicht nach. Komme nicht zur Ruhe. Finde nicht zur Zufriedenheit. Zur Entspannung.
Ich bin so drüber, ich weiß schon gar nicht mehr, wie sich Runterkommen anfühlt. Wie es funktionieren soll…

Am besten passt wohl das Bild vom Akku, wenn der richtig leer ist, dann hilft auch ein halbes Stündlein am Strom nichts mehr, der ist in Nullkommanix wieder am Anschlag leer.

Dinge, die ich vermutlich „normalerweise“ mit links stemmen würde, erscheinen mir riesig und unbewältigbar. Mir geht (im wahrsten Sinne des Wortes) schon die Luft aus, bevor ich überhaupt mit etwas angefangen habe.
Mein Körper rebelliert und motzt, bestraft (oder erinnert mich) mit fiesen, zum Teil Tage dauernden, Kopfschmerzattacken, mit Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen.

Ich werde nichts und niemandem gerecht (mir eingeschlossen), komme mit den Aufgaben des Alltags kaum zurecht, geschweige denn all dem, was gerade sonst noch so anstehen würde.

Das ewige Thema Geld steht zwischen T. und mir wie eine unüberwindbare Wand aus kaltem Stahl, wir bemühen uns redlich, scheitern aber ein ums andere Mal. Schaffen es gerade nicht, uns zu stärken, wenigstens unsere Beziehung als Fundament, als Basis für alles zu sehen und zu erleben.
Ich motze die ganze Zeit an ihm rum (nicht, dass mir das nicht schon aufgefallen wäre!), T. ist von einem Moment auf den anderen von Null auf Hundert. So hat jeder seine Art, mit Belastungen umzugehen…

Und mittendrin sind die Kinder, die auf den von uns ausgehenden Druck, einfach nur mit Gegendruck reagieren. Mit Nicht-Hören, Aggression, Wut, Nicht-Folgen – die ganze Palette.

Und wenn ich die Situation dann mal von Außen betrachte, dann würde ich am liebsten lauthals lachen (wenn es nicht so traurig wäre!), hätte ich vor Jahren noch geschworen, dass ich NIEMALS so mit meinen Kindern umgehen würde. Ich weiß es doch besser. Ich habe mir doch, noch bevor ich überhaupt Kinder hatte, schon den Kopf darüber zerbrochen, wie man Kinder am besten erziehen sollte. Wie man sie partnerschaftlich und freundschaftlich behandeln kann.

Und jetzt stehe ausgerechnet ich da und sage, nein meckere in einer Tour: Macht schneller, zieht euch jetzt an, hör auf zu trödeln, putz endlich deine Zähne, räum deinen Scheiß weg, mach die Türe zu, tu dein Geschirr gleich in die Spülmaschine, mach endlich Hausaufgaben, schreib schöner, gib dir mehr Mühe, mach den Fernseher aus, mach dir was zu Trinken, beeil dich, steig schon mal ins Auto ein, fahr vorsichtig mit dem Roller, sei pünktlich zuhause, hilf mit,….ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte!
Schon allein beim Schreiben, kommen mir die Tränen.

Ich habe gute Kinder. Brave Kinder. Normale Kinder. Kinder, die für meinen Trubel fast nichts bis nichts können.

Die nichts dafür können, dass mich mein Perfektionswahn irgendwann in nächster Zeit ersticken wird. Die nichts dafür können, dass das Schwierigste auf der Welt für mich ist, runter zu kommen, los zu lassen, zu entspannen, auszuruhen, RICHTIGE Prioritäten zu setzen. Sie können es. Ich beneide sie. Und lasse sie oft einfach nicht in Ruhe.
Was ist denn wirklich wichtig?? Für uns alle?

Ich möchte so gerne großzügiger sein. Mit mir. Mit T. Mit den Kindern. Was soll´s??? So lange keiner verletzt wird, alles einigermaßen rund läuft – scheißegal. Oder?

Warum bringen mich (scheinbar ungerechte) Lehrerinnen, angestrengte Chefs, unzuverlässige Mütter so dermaßen auf die Palme? Warum ärgert es mich so, wenn andere Menschen mit meiner, eh so begrenzten, Zeit umgehen, als hätte ich massig davon?

Warum habe ich so oft das Gefühl, dass alle Aufgaben, alles Nachdenken, alles Anschieben, alles Kümmern, alles Organisieren, alles Überblicken, alles im Blick haben, alles Lieben, alles Sorgen, alles Bemitleiden… auf meinen Schultern lastet?

Warum kann ich auch hier nicht großzügiger sein?

T. ist halt so. Es fällt ihm unheimlich schwer, Entscheidungen zu treffen, Dinge auf dem Schirm zu behalten, Termine zu überblicken, Verabredungen einzuhalten. Ich weiß das. Und nicht erst seit gestern. Gut, für mich ist es halt manchmal leichter und manchmal schwerer, damit klar zu kommen.

Und die Kinder? Warum können die sich nicht merken, dass die Jacken an die Garderoben, die Taschen an die Haken, die Handtücher aufgehängt, das Geschirr in die Spülmaschine, die Schuhe nicht einfach abgestreift, sondern mit den Händen die Laschen auf- und zugemacht gehören? Verdammt! Weil sie Kinder sind! Und weil sie eh schon einen Arsch voll Zeug zu bewältigen haben. Den Wechsel in den Kindergarten, das Profilieren in großen Gruppen, immer wieder neu seinen Platz zu finden, Hausaufgaben machen, lernen, sich selber ausprobieren, erwachsen werden…

Aber wie soll das weiter gehen? Ich bin so leer, so müde, so verzweifelt. Es fällt mir schwer, mich über Sachen zu freuen, ich bin dauer-angespannt, immer am Rande der Ausflipp-Grenze.

Ich muss eine Lösung finden. Aber sogar das fühlt sich nicht an, als könnte ich das im Moment schaffen. Eine Lösung suchen klingt anstrengend, mühevoll, kraftzehrend.

Ich brauche T. an meiner Seite. Ich muss mir seiner Liebe gewiss sein. Ich brauche Liebe, Nähe, Wärme, Zärtlichkeit. Dazu müsste ich aber aufmachen, auf ihn zugehen. Ihn nicht abweisen und vergrätzen.
Dabei schreit alles in mir: stoße jeden weg, der dir zu nahe kommt. Halte alle auf Abstand. Du brauchst die ganze Kraft für dich alleine. Lass dir bloß nichts wegnehmen!
Da muss ich gleich schon wieder heulen, das sitzt so tief…

Ich muss zugeben, dass ich es nicht alleine schaffe. Aber was dann? Wer soll mir helfen? Der, selber schon bis an die Schmerzgrenze belastete T.? Die Kinder? Aber es muss doch weiter gehen!

Wenn es eine Sache gibt, die ich in meinem Leben kultiviert habe, dann ist es, mich selber wieder an den Haaren aus der Scheiße zu ziehen. Wieder aufzustehen. Weiter zu gehen.
Komm schon! Es geht schon! Ist doch gar nicht so schlimm! Lass dich nicht hängen! Es geht weiter! Ganz bestimmt!

Ganz bestimmt?

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

7 Kommentare zu “Brrrrrr…..

  1. Oh meine Liebe… ich lese gerade bei Dir und es wäre, als würdest Du meine Gedanken aufschreiben. Nur mit dem Unterschied, dass ich nicht erst auf meinen Mann zugehen müsste. Aber ich kann Dich soooo dermaßen gut verstehen. Vor allem das Akku-Bild passt zu gut.

    Raten kann ich Dir wohl nichts. denn Du gibst Dir viele Lösungen ja selbst. Wahrscheinlich ist es einfach nur die Konsequenz, selbst inne zu halten. Und mein Wunsch, dass Dich hoffentlich niemand anderes zum Runterfahren zwingt: der Körper (gesundheitliche Zustand) oder ein schreckliches Ereignis (was einen auf das wichtige im Leben besinnt).

    Ich drücke Dich ganz fest. Tief durchatmen. Streichen. Vorhaben kürzen.

    Aber ich möchte Dir auch sagen: nur weil Du diejenige bist, die den Alltag strukturiert und im Griff hat, bist Du keine „schlechtere“ Mama. Ja, man stellt sich das alles anders vor. Aber Deine Kinder werden Dir dankbar sein, Struktur zu haben. Denn das brauchen Kinder, wird mir immer gesagt. Gewohnheit, Regeln, Grenzen, wiederkehrende Abläufe. Du machst es richtig. Und ja, man ist manchmal nicht im Ton wie man ihn sich wünscht. Aber genau das macht es ja aus: Du möchtest gern so viel Gutes tun, weil Du das Beste ermöglichen willst und dann kommt man an seine Grenzen. Ich kenne keine Mama, die immer genau so ist wie man sich das vorgestellt hat.

    Lange Worte, kein Sinn.

    Ich halte Dich ganz fest

    • Ich freue mich, Dich still-lesend hinter mir zu wissen und bin Dir für Deine lieben Worte sehr dankbar!
      Es tut mir leid lesen zu müssen, dass es Dir auch nicht wirklich anders geht, ich hatte mir wirklich für Dich gewünscht, dass Du mit dem Maxl ein stressfreies, nettes Jahr verbringen kannst…

      Inhaltlich kann ich Dir einfach nur zustimmen, oft ist es ja wirklich so, dass die Lösung quasi auf der Hand liegt, man sie schon vor Augen hat – und trotzdem ist es so unheimlich schwer, das „Richtige“ zu tun…

      Ich lasse mich jetzt einfach noch ein bisschen weiter von Dir halten und drück Dich ganz fest zurück! 🙂

  2. Kommt mir alles sehr bekannt vor 😉
    Wäre eine Kur mal was für Dich ?

    • Skurril, dass Du das schreibst… ich habe am 24. März einen Antrag gestellt, der jetzt hoffentlich nach einem ganz positiven Gutachterbesuch in der letzten Woche, endlich final angenommen wird (nach Widerspruch und noch mehr Attesten und noch mehr Theater…).
      Einziger Haken: ich müsste die Jungs zumindest für einen Teil der Zeit mitnehmen.
      Aber vielleicht würde uns eine entspannte Atmosphäre ja auch mal gut tun… 😉

      • Ich hatte bisher eine Mutter-Kind-Kur. Das Großkind war während meiner psychologischen und sportlichen Betreuungszeit im Kurkindergarten. War also gar nicht so schlimm, die Maus dabeizuhaben.
        Das einzige, was genervt hat, waren die Blicke der anderen Mütter, wenn ich mein Kind immer erst zum Schluss der KiGaZeit abgeholt hatte (also gegen 3) und nicht, vorbildlich wie die anderen, schon kurz nach dem Mittag.

  3. Das, was Du gerade tust, ist, vor allem Deinen Kindern zu zeigen, dass bei Dir nicht immer alles perfekt läuft. Dass auch Du nur ein Mensch bist und Deine Grenzen hast. Was lernen sie daraus? Zumindest werden sie, wenn sie später groß sind, keinen Mutterkomplex haben und in wichtigen Interviews, in denen sich geschäftig mit dem Kopf nickend in die Kamera blicken, sagen, dass sie an ihrer Übermutter beinahe zerbrochen wären.

    Wie?

    Keine Interviews?

    Was hattest Du denn mit Deinen Kindern vor? *grins*

    Nee, im Ernst: Alles, was hilft, ist, genau das laut zuzugeben, was Du hier leise gesagt hast. Sag Deinen Kids UND Deinem Mann, besonders nach ner „Schrei“attacke, dass Du dies nur tust, weil Du gerade am Ende bist und keine Energie mehr für das alles hast.

    Sag ihnen, dass Du sie liebst und dass Du nur motzt, weil Du keine Kraft mehr hast.

    Sag ihnen, vor allem Deinen Kindern, dass ihr alle ein Teil einer Gemeinschaft seid und dass Du diese Gemeinschaft nicht allein tragen kannst. Sag ihnen, dass Du ihre Hilfe brauchst. Und dass jeder seinen Teil dazu beizutragen hat. Das IST einfach so.

    Doch vielleicht könnt ihr die Arbeit anders verteilen?

    Ich hab mal irgendwo gelesen, dass Kids (und Erwachsene) vor allem dann Dinge nicht tun, wenn sie sie nicht mögen und stattdessen viel lieber etwas anderes tun würden.

    Wie wäre es mit einer Krisensitzung?

    Schreib (Dir) auf, was alles zu tun wäre.

    Schreib auf, was Dir wichtig ist (und kürze dann die Hälfte *grins*).

    Und dann lass die Kids aussuchen, welche 2 Aufgaben sie davon allein machen wollen und werden.

    Ach… Das habt ihr bestimmt alles schon mal gemacht…

    Würde es Dir einen wie auch immer gearteten Ausgleich bringen, wenn Du in der Zeit, in der die Kids ihren Sandmann gucken, stricken würdest? Meine Hintergrundgedanken sind, dass ich möchte, dass Du abends nicht einfach nur geschafft ins Bett fällst und am Morgen mit demselben Scheiß weitermachst, sondern dass Du Dir zum Runterkommen etwas suchst, das nur Dir gehört, Dich aber nicht von Deiner Familie isoliert (wie das Badewanne, Sauna, Kino machen würden).

    Und tagsüber, wenn Du „neidisch“ bist darauf, dass die Kids einfach abschalten und vergessen können und Du am liebsten ausrasten würdest, nur um diese Idylle zu zerstören (jaaa, ich weiß, ist gemein), dann halt die Luft an und setz Dich zu ihnen. Sieh ihnen zu, wie ihnen nur ihr Spiel wichtig ist. Lass die blöden Jacken auf dem Fußboden liegen und scheiß auf die nicht richtig ausgezogenen Schuhe (hää?). Nimm Dir aus Prinzip n Puzzle mit 70 Teilen und mach das mit Deinen Kids fertig.

    NIEMAND macht nämlich Deinen Kram im Haushalt. Also ist es doch auch egal, WANN Du das machst. Oder? Und den Qualitätszeit, die Du Dir und den Kids damit gibst, ist durch nichts wett zu machen.

    Oder ein Beispiel von mir:

    Großkind sitzt im Wohnzimmer und liest. Ich sitze in der Küche und lese n tollen Artikel aus der neuen Eltern Family, in welchem steht, dass nichts so beruhigt und zufrieden macht und die Bindung stärkt, wie Kuscheln und Streicheln. Ich denke „joah“ und lese weiter…

    Bis mir auffällt, wie bescheuert das alles gerade ist.

    Also lass ich die Zeitung liegen, geh ins Wohnzimmer und nehm mein Großkind in den Arm, um zu kuscheln.

    Denn was nützt das gelesene Wissen, wenn es nicht umgesetzt wird?

    Und noch etwas:

    Egal was noch kommt und ob Du willst oder nicht oder weißt, wie es geht oder auch nicht – es geht einfach immer weiter. Und ja, Du wirst es schaffen. Nach dieser emotionalen Durststrecke wirst Du einfach wieder ins Licht gehen. Warum? Weil es Dein Recht und Dein Glück ist.

    Ich schick Dir ne Portion Sonnenschein runter ^^

    Und viele liebe Grüße an T. und die Kids.

    • Du hast völlig recht, in der Theorie bin ich auch ein Profi! Die Lösungen liegen ja auf der Hand, entschleunigen, unwichtige Dinge streichen, auf mich achten, etwas für mich tun…
      Aber geht es Dir nicht auch so, dass das auch wirklich tagesformabhängig ist?
      Dass Du manchmal das Gefühl hast, Du läufst mit Dir, es funktioniert, Du bist in der Spur?
      Und an anderen Tagen stehst Du neben Dir, schaust Dir kopfschüttelnd zu, kriegst nichts auf die Reihe und möchtest nur noch heulen?

      Zum Glück habe ich relativ gute „Selbstheilungskräfte“ und nach so einem völlig krassen Tag wie gestern, einer heißen Badewanne am Abend (die Kinder waren isolationstechnisch gesehen schon im Bett! ;-)) und einer einigermaßen guten Nacht, ist heute schon wieder alles nicht mehr ganz so grau, ganz so schlimm, ganz so dramatisch.
      Nur ist das eben ein sehr fragiler und von einer Sekunde auf die andere wieder zerstörbarer Zustand.

      Ich glaube, das ist, was mich so verzweifelt sein lässt: es gibt keine grundsätzliche Ruhe, keinen dauerhaften Frieden, keine generelle Entspannung.

      Ich laufe die ganze Zeit auf einem sehr schmalen Grad.

      Weißt Du, auf was ich mich wirklich freue? Auf den 19. Dezember! Weihnachtsferien! T. und ich haben schon frei, die Kids müssen noch bis einschließlich 23. in die Schule und den Kindergarten. Ferien bis zum 7. Januar!! Kling herrlich, oder?

      Und doch, ich hatte schon Größeres vor mit den Jungs. So Profifußballer wäre mir zum Beispiel (finanziell) sehr recht.
      Wobei, deren Interviews kann man ja in der Regel in der Pfeife rauchen….
      Ich muss jetzt dringend los – F. gegen seinen Willen im örtlichen Fußballverein anmelden – sonst wird das nie was!

      Ich danke Dir für Deine lieben Wort und kann mir das Grinsen nicht verkneifen! Drück Dich!

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