meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Berührt.

2 Kommentare

Vor ein paar Tagen habe ich herausgefunden, dass man die Gespräche, die werktags immer um 16 Uhr im Radio auf Bayern 2 unter dem Titel „Eins zu eins – der Talk“ laufen, auch als Podcasts, ganz ohne Musik oder sonstige „Störungen“ runterladen kann. 40 Minuten Gespräch mit einem besonderen Menschen. Nun ist 16 Uhr nicht gerade meine Radio-Hör-Zeit und so freue ich mich wie ein Schnitzel, dass ich darauf gestoßen bin.

Angefangen habe ich heute auf der Fahrt zur Arbeit mit dem Gespräch mit Christiane zu Salm. Früher harte Business-Frau (Geschäftsführerin von MTV, Gründerin von „9 live“ etc.) ist sie heute in der Hauptsache ehrenamtliche Sterbebegleiterin.
Mich hat von Anfang an ihre angenehm ruhige, herzliche und warme Art fasziniert. Sie hat viele kluge, berührende Sachen über das Leben und das Sterben gesagt, die ich sofort unterschreiben würde.

Was mich dann aber wirklich berührt hat, war, wie sie von ihrem Buch erzählt hat, das sie geschrieben hat. Sie hat darin Gespräche mit dem Tod Geweihten aufgezeichnet, in denen sie sie gebeten hat, einen Nachruf auf ihr Leben zu formulieren. Ihre Meinung ist, dass es eigentlich schade ist, wenn nach dem Tod die Hinterbliebenen eine Art Fazit über das Leben ziehen, nicht man selbst.

Was für eine spannende und richtige Idee…

War mein Leben schön? Was habe ich getan, was hätte ich noch tun sollen/können/wollen? War ich glücklich und zufrieden? Welche Menschen haben mich begleitet und waren wirklich wichtig für mich? Blicke ich im Zorn oder friedlich und glücklich auf mein Leben zurück?

Ich weiß wirklich nicht genau, warum mich das so mitgenommen hat. Warum mich diese Frau so „abgeholt“ hat. Ich war jedenfalls zu Tränen gerührt und fast ein bisschen froh, als ich kurz vor dem Büro durch ein Schlagloch gefahren bin und mein Handy (von dem aus ich diese Podcasts im Auto abspielen kann) einen „Wackler“ hatte und auf eine meiner Musik-Playlists umgesprungen ist… ;)

Seit dem geht mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf. Wäre es nicht eine Möglichkeit, einen „Zwischen-Nachruf“ auf sein Leben zu formulieren? Nicht immer nur in der Gegenwart „herumzustochern“? Jetzt, zu einer Zeit, da noch (vermutlich) die Hälfte meines Lebens vor mir liegt und ich die Chance habe, etwas zu verändern?

Christiane zu Salm hat sich auch gefragt, warum es uns nicht möglich erscheint, manche Dinge schon zu Lebzeiten auszusprechen. Vielleicht auch auf die Gefahr hin mit Menschen zu brechen. Warum wir uns nicht trauen, unseren Gefühlen zu folgen und für uns wichtige Dinge umzusetzen.

Und natürlich frage ich mich, warum ich genau auf das Gespräch gestoßen bin, ich habe kein spezielles ausgewählt oder wollte genau dieses hören. Es war ein Zufall. Oder vielleicht auch eben nicht.
Es trifft mich. An einer wunden Stelle. Vielleicht auch mitten im Gefühl „Frieden machen“ zu wollen. Mit was? Mit wem? Warum? Oder doch eher eine Abrechnung? Die Wahrheit? Meine Wahrheit?

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

2 Kommentare zu “Berührt.

  1. liebe anja,
    dies ist mein geburtstag der 10.09.
    schade, dass du gerade nicht aktuell schreibst. vielleicht doch mal wieder?
    ich würde diesen artikel gerne rebloggen. darf ich?
    liebe grüße
    babs

    • Liebe Babs,
      endlich bin ich mal wieder hier!
      Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch einen anderen, deutlich aktiveren (selbstverständlich streng geheimen!! 😉 „blasslila“) Blog bei blog.de habe und da Deinem Leben immer über die liebe i-will-survive folge…
      Nachdem blog.de zum Jahresende aber dicht macht, werden vermutlich eh alle blog.de-ler hierher wechseln und es wird Zeit, meine Seite zu hegen und zu pflegen!
      Ich freue mich, dass Du meinen Artikel rebloggen möchtest, falls das überhaupt noch aktuell ist, und Du darfst das selbstverständlich jederzeit gerne!
      Du bist eine ganz, ganz tolle Frau und vielleicht ergibt sich ja jetzt endlich eine Möglichkeit für mich, mit Dir in Kontakt zu kommen – und nicht nur immer „im Schatten“ mitzulesen…
      Liebe Grüße
      Anja

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