meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Bereit… (Mittwoch, 22. Januar ´14)

Ein Kommentar

…für die Geburtstags-Party im Kindergarten!

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Baby B.s erster „richtiger“ Geburtstag! Er wusste schon gestern Abend, dass er heute gefeiert werden würde, hat fleissig Muffins mit verziert und Teigschaber abgeleckt.

Und heute ist es so weit. Aus Baby B. wird B. Mein großer Junge. Und das ist er auch. Ein Junge. Kein Baby mehr.
Wie jedes Jahr an den Geburtstagen meine Söhne, schwelge ich in Erinnerungen. Sind sie für mich doch auch so etwas wie „Geburtstage“.
Leider habe ich genau vor einem Jahr schon einmal in allen Einzelheiten über B.s Geburt gebloggt, sonst könnte ich das heute direkt noch einmal machen… 😉

Unfassbar bleibt, wie aus einem kleinen Zellhaufen im Laufe von nicht mal ganz drei Jahren ein so großes, robustes, eigenständiges Wesen geworden ist. Ein Wunder!
Auch wenn mein Wunder uns im Augenblick alle ganz ordentlich auf Trab hält. Sogar F. verdreht die Augen, wenn er B. von irgendwo „ALLEINE!“ rufen hört. Er will alleine ins Auto einsteigen, sich selber anziehen, alleine Zähneputzen, sich etwas zu Trinken holen, alleine Essen, alleine die Tasche tragen… ja, ich weiß, das ist toll und es gehört dazu. Aber es raubt uns auch den letzten Nerv, vor allem, wenn man es mal eilig hat!

Er ist ein gesundes, offenes und freundliches Kind. Ist höflich, kann schon toll bitte und danke sagen und lernt gerade, sich zu entschuldigen, wenn er jemandem weh getan hat („Tuter leid..“). Er ist mutig, selbstbewusst und hat einen richtigen Sturkopf. Wenn er etwas will, dann kriegt er es auch. Zumindest geht er davon aus…

Es wäre ein einfacheres, ein leichteres Leben ohne Kinder. Freier. Verantwortungsloser.
Aber eben auch ärmer. Trauriger und leerer. Ich möchte beide für kein Geld der Welt hergeben, auch, wenn ich sie manchmal zum Mond schießen möchte. Dass es eine so große Herausforderung werden würde, dass die Verantwortung manchmal schwer wie Blei wiegen würde und diese ursprüngliche, alles verzeihende Liebe mich voll in Beschlag nehmen würde, damit habe ich nicht gerechnet. Das kann man sich vorher gar nicht vorstellen. Da kann man sich nicht vorbereiten, nichts planen. Und doch wächst man da rein. Von Phase zu Phase. Von Krise zu Krise. Von Entwicklung zu Entwicklung. Es wird nie langweilig mit Kindern, JEDER Tag birgt irgendeine Form von Abenteuer. Man geht gemeinsam mit seinen Kindern durch Dick und Dünn. Man teilt ihre Erfolge, klopft sich innerlich auf die Schulter, weint und leidet mit, aber auch wegen ihnen. Zermartert sich sein Hirn und sein Herz, fühlt sich oft genug hilflos und überfordert. Genießt es in vollen Zügen, wenn sie einem ihre pappige, kleine Hand in die eigene Hand schieben, sich einem anvertrauen, sich trösten und streicheln lassen. Wenn sie einem sagen, dass sie einen lieben, oder es einem auch nur zeigen.
In keiner Zeit meines Lebens vorher habe ich so viel geschrien, so viel geweint, so viel gelacht, so viel geliebt und so viel gelernt…

Mein Baby. Ich bin froh und dankbar, dass ich Dich noch ein ganzes Stück Deines Weges begleiten darf. Dass ich Dich aufwachsen sehe, erleben werde, was für ein Kind Du sein wirst und irgendwann sogar ein Mann. Ich bin gespannt, ob alles das, was Dein Papa und ich Dir versucht haben mitzugeben, ausreicht, damit Du ein zufriedener, glücklicher Mensch sein wirst. Ich bin neugierig, welche Stationen Du in Deinem Leben durchlaufen wirst, an welche Orte es Dich hinverschlagen wird. Ich wünsche mir, dass ich immer ein Teil Deines Lebens bleiben und noch viele Geburtstage mit Dir feiern darf.

Genau in diesem Moment vor zwei Jahren wusste ich noch nicht einmal, dass Du an diesem Tag geboren wirst. Ich war den fünften Tag zur Beobachtung im Krankenhaus und habe sehr gehadert. Würde ich bis zum Schluss der Schwangerschaft hier bleiben müssen? Der Geburtstermin war doch erst für den 18. Februar vorgesehen! War das der Preis für eine natürliche Geburt, die ich so sehr herbeigesehnt habe? Ich war sehr geknickt und trauig an diesem Tag, das weiß ich noch.
Dann kamen am Nachmittag zum Glück T. und F. und meine Mutter zu Besuch und mein Herz wurde wieder ein wenig leichter. Als sie wieder weg waren ging die Türe auf und ganz unvermittelt und überraschend kam mein Vater zu Besuch. Ich lag die meiste Zeit am CTG und nach ungefähr einer halben Stunde kam die Stationsärztin zu mir ins Zimmer und meinte nur: „Es ist zwar Sonntag, aber wieso sollten wir auf Biegen und Brechen warten? Wir sind Anfang der 36. Woche und der kleine Zwerg drückt scheinbar immer wieder die Nabelschnur zu. Rufen sie ihren Mann an, in einer Stunde werden wir ihn holen!“
Was? Ich sollte noch an diesem Tag mein Baby im Arm halten. Jetzt dann gleich? Ein großes Glück, wie sich später herausgestellt hat. Ein toller Kaiserschnitt, das beste OP-Team der Welt, überhaupt die beste Klinik der Welt. Und weitere vier Tage später, am Geburtstag von F. war ich wieder Zuhause. Alles gut. Alles richtig.

Happy Birthday, Baby! Ich liebe Dich von ganzem Herzen.

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

Ein Kommentar zu “Bereit… (Mittwoch, 22. Januar ´14)

  1. Ein tolles Statement für´s Elternsein.

    Danke dafür 🙂

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