meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Noch so ein Tag! (Dienstag, 21. Januar ´14)

Ein Kommentar

Das gibt´s doch gar nicht. Schlimm genug, dass das Wetter mir und meiner Laune gerade übelst mitspielt und jegliche nette „Im-Freien-Aktionen“ boykottiert, nein, da wird nach einem blöden Wochenende auch gleich noch ein saublöder Montag nachgeschoben. Danke.

Den ganzen Vormittag im Büro war ich geknickt und traurig. Von mir selber enttäuscht. Frustriert.
Aus diesem Tief heraus gerettet hat mich ein kleiner Dialog mit der lieben Ada, die mir nicht nur in ihrem Kommentar auf meinen gestrigen Eintrag, sondern auch mit ein paar praktischen Hilfsangeboten wieder auf die Beine geholfen hat. Danke!

Und so bin ich einigermaßen mit der Welt versöhnt, mittags in mein Auto gestiegen, komme in den Kindergarten und mein Baby (heute noch Baby!! Morgen ist sein Geburtstag!) sitzt auf dem Schoß der Erzieherin, weint bitterlich und hat ein Coolpack auf dem Kopf. Ausgerutscht, hingefallen, direkt mit dem Hinterkopf auf den Boden geschlagen. Armer Hase. Der war ganz neben der Spur, noch halb verschlafen, halb verweint, richtig saublöd. Natürlich musste ich ihn den halben Nachmittag rumtragen, er war sehr weinerlich und bemitleidenswert.

Weiter, F. aus der Schule abgeholt und der hat gleich mal richtig schlechte Laune gehabt. Am Vormittag ist Sport ausgefallen und sie hatten statt dessen Kunst, es war ein langer Montag, das heißt, er hatte auch noch bis 13 Uhr Förderunterricht, viele Hausaufgaben… puh…
Eine echte Herausforderung für meine eigene Gelassenheit.

Wir sind heim und ich hab ihn erstmal in Ruhe spielen lassen. Zeit zum Ausrauchen.
Dann hab ich mir gedacht, wir gehen jetzt ganz gemütlich zur Bücherei (gute Gelenheit die Jungs für einen kleinen Spaziergang zu begeistern), F. darf sich einen Stapel Bücher aussuchen und einen Film mitnehmen, den er dann zuhause anschauen darf.

Großes Geschrei, tolle Idee, so machen wir´s. Leider hat sich beim Blick auf die Gemeindehomepage rausgestellt, dass die Bücherei montags zu hat. Prima. Schnell umdisponiert, wir fahren in die Stadt, von da haben wir auch einen Büchereiausweis. Alle eingepackt und los.
Auf der Fahrt hat mich irgendwie der Teufel geritten und ich wollte – nur zur Sicherheit- auch auf deren Homepage nachsehen. Und was soll ich sagen? Auch zu. Mist. F. war am Rande seiner Toleranzgrenze – ich übrigens auch! Inzwischen ist es langsam dunkel geworden, ich habe vorgeschlagen wenigstens noch zu dem tollen Spielplatz im Park zu fahren – da hat es angefangen zu regnen. Wir saßen mit laufendem Motor am Rand der Straße zwischen Hier und Da und waren alle fertig mit den Nerven. Baby B. hat geweint, F. getobt und mein Kopf rotiert.

Ein letzter Versuch meinerseits die Situation einigermaßen zu besänftigen war, dass ich F. vorgeschlagen habe, wir könnten zu dem großen Supermarkt fahren und mal schauen, ob wir uns eine Inspiration für seine Geburtstagseinladungen holen könnten. Wir würden in die Tiefgarage fahren und sie dürften fünf Mal mit der Rolltreppe rauf und runter fahren. Ok.

Nach dem Rolltreppenmarathon wollten sie sich Kindereinkaufswägen holen, F. hat Baby B. die Münze aus der Hand gerissen, Baby B. hat getobt – noch bevor wir überhaupt den Laden betreten haben und ich hätte mich am liebsten in eine Ecke gesetzt und geheult.

Meine Pechsträhne ist aber noch nicht abgerissen, endlich im Laden, hat F. die ganze Zeit Baby B. gegängelt. Seinen Wagen angeschubst, ist ihm auf die Füße gefahren – und dass, wo B. doch auch angeschlagen war….

Und so durfte ich, mitten im Laden, F. eher unsanft zur Seite nehmen und ein Gespräch mit ihm führen. Alles andere hätte nicht funktioniert. Zeit nehmen. Auf Augenhöhe. Scheiß auf das Umfeld. Was ist los? Kann ich dir helfen? Was können wir tun? Und das auch noch freundlich und mitfühlend.
Das ist echt ein Spagat, den man da machen muss. Zwischen sich selbst verleugnen, nicht auf die eigenen Bedürfnisse achten oder zumindest zurückstellen und einer völligen Eskalation der Situation. Ich habe versucht auch B. mit ins Boot zu holen, und so sind wir da zehn Minuten in einer Ecke gekauert, haben verhandelt, diskutiert und nach einem Kompromiss gesucht.

Wir sind heimgefahren, haben alles stehen und liegen lassen und sind mit T., der auch gerade gekommen ist, eine Runde spazieren gegangen. Die Jungs durften in einer Sackgasse mit den Rollern rumpesen, wir sind einfach nur dabei gewesen und haben sie gelassen…

Für heute habe ich mit F. vereinbart, lassen wir die Musikschule sausen. Das ist gerade einfach zu viel, er braucht mehr Zeit und Ruhe, will heute unbedingt mit Muffins backen für Baby B.´s Geburtstag im Kindergarten, da scheint mir das die beste Lösung.
Und so habe ich einen weiteren völlig bekloppten Tag hinter mich gebracht, wieder schlecht geschlafen und bin heute eigentlich am selben Punkt wie gestern.

Aber ich bin guter Dinge. Das ist der Unterschied. Ich kann diese Woche nicht aus meiner Haut. Es sind nun mal B. und F.´s Geburtstage, am Wochenende kommt halt der Besuch, das ist nicht zu ändern.
Eins kann ich aber machen: Sparflamme. Ja, meine Schwiegermutter kommt und bleibt über Nacht. Also wird in den Räumen, in denen sie sich aufhält aufgeräumt sein, vielleicht schaffe ich es noch, die Böden zu wischen. T. putzt das Bad. Das war´s. Mehr schaffe ich nicht.
Der morgige Nachmittag gehört Baby B. F. und ich haben beschlossen, wir werden die ganze Zeit spielen und machen, was er möchte. F. will den Geburtstags-Frühstückstisch mit dekorieren, das klingt alles in allem nach einem netten Geburtstag. Der Besuch für beide kommt ja am Wochenende.

Donnerstag treffe ich mich nachmittags mit einer Freundin. Die Kinder werden spielen und wir Kaffee trinken. Wahrscheinlich bei ihr, dann muss ich das Chaos in meiner Wohnung nicht sehen.

Und Sonntagabend ist der ganze Trubel wieder vorbei. F. hat sich statt einer Party in diesem Jahr gewünscht, mit ein paar Freunden ins Kino zu gehen, das können wir dann in der kommenden Woche machen, das wird bestimmt lustig!

Und mit dieser – nennen wir es mal ganz unverschämt „Gleichmütigkeit“ – fühle ich mich ein bisschen leichter. Es wird schon alles klappen, es ist alles gut geplant, was soll schief gehen. Wer könnte mir noch helfen? Muss gleich mal meine Mutter anrufen.

Also, insgesamt ein bisschen besser, richtig super geht anders, aber ich kriege es hin. Ich muss auf mich hören. Muss mich spüren.
Und jetzt drucke ich noch ein paar Immobilienangebote aus – das tut richtig gut!

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

Ein Kommentar zu “Noch so ein Tag! (Dienstag, 21. Januar ´14)

  1. Bibliothek find ich auch immer ganz prima. Leider hat unsere RIESENGROSSE Bibo in meiner wirklich immens großen Stadt auch Montags zu. Was mir ein absolutes Rätsel ist…

    Tipp fürs nächste Mal, auch wenn der Geld kostet:

    Geht in eine große Bücherei. Lass die Kids in der Leseecke sitzen, setz Dich dazu. Viele Buchläden, vor allem die ganz großen Ketten (Weltbild, Thalia), tolerieren es, dass Kinder und Erwachsene sich die Bücher ansehen.

    Und dann darf sich jeder ein kleines Buch dort aussuchen und mitnehmen. Das musst Du dann zwar kaufen, doch Du musst nicht nach einer Alternative für die Bücher suchen.

    Zweite Idee mit dem Spielplatz war auch prima.

    Auch hier n Tipp: Was ist schon Regen, außer pures Vergnügen? Wag es einfach, lass die Kids durch den Regen springen, ja, mit ihren normalen Klamotten und auch den normalen Schuhen, auch wenn es kalt und *bäh* draußen ist.

    10 Minuten volle Kanne rumbrüllen und matschen draußen baut Frust ab, den beide Kids hatten.

    Dann fahrt ihr fix nach Hause – die Klamotten in die Waschmaschine, die Schuhe unter die Heizung (mit Zeitung), die Kids in die warme Badewanne, wo sie planschen dürfen. Alles egal. Wasser ist schnell wieder aufgewischt – Du wolltest ja eh wischen für die Schwiegermutter *grins*

    In der Zeit, in der die beiden planschen, machst Du so´n richtig leckeren Haferflockenbrei zum Abendbrot und dann setzt ihr euch, in dicken Kuschelklamotten, auf die Couch und guckt noch Sandmann oder so.

    Ich glaube wirklich, dass das entspannter ist, als die Suche nach Alternativen. Und selbst wenn meine „Ideen“ jetzt nur für´n Grinsen gesorgt haben – dann ist auch alles gut ^^

    Herzlichen Glückwunsch übrigens 🙂

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