meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Eingebrochen (Montag, 20. Januar ´14)

6 Kommentare

Nein, nicht bei uns zuhause.

Ich bin eingebrochen. Eingeknickt. Habe die Zeichen nicht richtig gedeutet und dann gleich einen Dämpfer bekommen.

Seit Tagen fühle ich mich unwohl. Müde. Angeschlagen. Schiebe es immer auf eine Erkältung, die vermutlich irgendwo in mir drin brodelt und dank der vielen Tabletten, die ich ja immer noch nehme, einfach nicht zum Ausbruch kommt.

Freitag war mir wirklich alles zu viel. Konnte (mal wieder) nicht meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden. Hab es (zumindest war das mein Gefühl in dem Moment) vergeigt.

Samstag bestand zumindest eine Aussicht auf Hilfe, meine Mutter wollte beide Jungs am Nachmittag mitnehmen und wir konnten sie dann zum Abend hin wieder bei ihr abholen. Ein paar Stunden „Freiheit“ so zu sagen.
Samstagvormittag war aber noch stressig und ich hatte noch aus der Nacht ein ekliges Kopfweh mitgenommen, das ich aber geflissentlich zu irgnorieren versucht habe.

Nach einem Mittagsschläfchen mit Baby B. hatte ich das Gefühl, es geht mir ein kleines bisschen besser. Und nachdem gegen drei Uhr die Oma dann mit beiden Kindern losgezogen ist, sind T. und ich in die Stadt gefahren. Wie zwei Erwachsene, die keine Kinder haben. Ein bisschen bummeln, hier ein wenig schauen, dort ein wenig stöbern. Wir sind bestimmt zwei Stunden ziellos durch die Innenstadt gestreift und haben uns letztlich in einem unserer liebsten Lokale wieder gefunden, wo wir in Ruhe zu zweit, ohne auf das übliche Kinder-Chaos beim Essen zu achten, essen konnten. Allerdings hat mich das Kopfweh immernoch ziemlich geschlaucht und es war sehr voll und laut, was letztlich sein Übriges getan hat.
Wir haben um kurz vor acht die Kinder geholt, sind heimgefahren und alle gleich ins Bett gegangen. F. durfte bei uns noch ein bisschen Ratatouille im Bett anschauen, war aber gegen halb zehn dann auch in seinem Bett. Leider hat Baby B. dem Frieden zum dritten Mal einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Er ist nachts sehr unruhig, will zu uns ins Bett, schläft aber auch da sehr zappelig und anstrengenden, so dass in der Regel nicht wirklich an tiefen und erholsamen Schlaf zu denken ist. Irgend eine neue Phase beschäftigt ihn sehr, ein neuer Wachstumsschritt, ein neues Können…

In dieser Nacht war es besoners schlimm, er hatte so einen Nachtschreck. Hat geschrien, war aber erstmal durch nichts und niemanden zu beruhigen. Wir sollten ihn nicht anfassen oder hochnehmen, richtig wach geworden ist er auch nicht… nach ungefähr fünf Minuten war der Spuck vorbei, T. konnte ihn auf den Arm nehmen, ein paar Minuten später war er wieder ganz eingeschlafen. Allerdings wollte er dann ein paar Stunden später doch wieder zu uns, hat dann aber gestrampelt, gezappelt, gemotzt, sich hin- und hergewälzt, eine richtig blöde Nacht für uns alle.
Sonntag bin ich gegen acht Uhr durch das übliche Kindertohuwabohu aufgewacht – und hab mich echt grauenhaft gefühlt. Die Kopfschmerzen immer noch da und ich war wie gerädert.

Noch vor dem Frühstück habe ich zwei Schmerztabletten genommen und hatte dann eigentlich das Gefühl, als würde es ein wenig besser werden.
Mit F. habe ich in aller Ruhe Hausaufgaben gemacht. Trotzdem ist es schwer. Er tut sich wirklich schwer damit, Ordnung zu halten, den Überblick über seine Schulsachen zu behalten und nichts zu verlieren….verdammt. Die „Matheplättchen“ sind weg. Kleine, dünne Kreise aus Pappe, vorne rot, hinten blau, zehn Stück in einem kleinen Tütchen. Fort. Scheinbar schon länger. Und wo ist überhaupt die Zählkette? Eine Kordel mit zehn roten Kugeln dran? Zum Ausderhautfahren! Gehört das mit in die Erziehungspause? Kurz überlegt: Nein! Schule ist die Pflicht. Da müssen die Sachen, noch dazu, die ihm nicht einmal selber gehören, einfach beieinander sein. Auf die muss gut aufgepasst werden. T. hat schließlich sieben von zehn Plätten und die Tüte in seinem Zimmer gefunden. Klar, können wir jetzt einfach hergehen und solche Plättchen basteln, damit sie wieder vollzählig sind. Nein, wir haben uns entschieden, er muss noch einmal in der Schule schauen, herausfinden, ob sie die Rechenkette evtl. sogar vor den Ferien abgeben mussten und er sich bloß nicht mehr erinnern kann, dann sehen wir weiter.
Immer wenn ich denke, gut, toll, läuft gut, besser, entspannter, kommt wieder der nächste Haken. Ok, wir konnten es erst einmal klären und die Wogen glätten.

Später habe ich Baby B. hingelegt, wollte dann eigentlich wieder aufstehen, muss aber eingeschlafen sein und bin dann ganz durchgefroren nach einer halben Stunde (natürlich nicht zugedeckt) wieder aufgewacht. T. hat mich dann im Wohnzimmer auf die Couch verfrachtet, zugedeckt und ich bin doch noch mal eingeschlafen.

Als ich aufgewacht bin, habe ich die Jungs im Schlafzimmer toben hören, wollte mal nach ihnen sehen und plötzlich – waren meine Worte wieder weg. Ich wollte etwas sagen, hatte es in meinem Kopf formuliert – aber es ist nicht rausgekommen. Oh, nein! Nicht das wieder! Ich hab richtig Angst gekriegt. Ich dachte, ich hätte das hinter mir. Ich dachte, ich wäre entspannter, gelassener, ruhiger. Ich bin davon ausgegangen, dass ich die Vorzeichen spüren, besser auf mich achten würde. War das nun Migräne oder doch wieder ein minikleiner Schlaganfall?
Scheiße!
T. hat gleich gemerkt, dass etwas nicht stimmt, hat mich beruhigt und getröstet. Ein paar Minuten später war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei, geblieben ist aber, wie bei den letzten Malen, ein stechender Kopfschmerz.
Ich war sehr geknickt, sehr enttäuscht. Von mir. Ich habe nicht gut genug auf mich aufgepasst. Dabei ist das doch meine vordergründige Aufgabe gewesen. Mich nicht zu überfordern, nicht über meine Grenzen zu gehen. Diese überhaupt wahrzunehmen und zu spüren.
Noch jetzt, wenn ich das aufschreibe, bin ich einfach nur traurig.

T. hat mich dann später in der Küche in den Arm genommen, mit festgehalten und mir gesagt, dass er mich immer lieben wird. Und nie von mir weggehen wird. Auch ohne Sprache. Oder wenn ich nicht mehr gesund wäre. Das war so wahnsinnig lieb und warm, ich wusste gleich gar nicht, was ich sagen sollte. Er weiß, dass es eine riesige Angst von mir ist, ohne Sprache sein zu müssen. Klingt vielleicht blöd, aber dafür würde ich lieber ein Bein geben. Mein Denken, mein Fühlen und als Ausdrucksmittel der beiden meine Sprache, ist das Wichtigste, das ich besitze.
Und ausgerechnet mich, wirft es an dieser Stelle immer wieder aus der Bahn. Geschieht mir recht.

Also beginnt diese Woche, die noch dazu eine sehr anstrengende und belastende wird, mit einem neuen Wochenmantra: „Ich muss auf mich hören. Ich muss langsamer machen. Meine Kräfte einteilen. Auf MICH hören. Abgeben. Weglassen.“
Und einen Termin mit meinem neuen Hausarzt machen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, falls ich diesen einen bestimmten „Migränepunkt“ überschritten habe, mit medizinischen Mitteln doch noch die Kurve zu kriegen. Sollte nicht passieren, nur für den Fall der Fälle…

Ich bin traurig. Ich hatte mich schon „weiter“ gesehen. Bin davon ausgegangen, dass mir so etwas nicht mehr passieren könnte. Dass ich inzwischen klüger wäre. Ein besseres Gespür hätte. Pustekuchen.

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

6 Kommentare zu “Eingebrochen (Montag, 20. Januar ´14)

  1. Liebe Blasslila,

    ich kann mir vorstellen wie grausig das alles für Dich ist. Du denkst, Du machst alles richtig und dann geht es Dir doch wieder schlecht.
    Ich habe etwas völlig anderes als Du und dennoch möchte ich Dir sagen, dass Du anfangen musst, damit zu leben. Das wird immer mal wieder kommen, immer dann, wenn Du Stress hast, oder wenn Dein Körper nicht mehr. Er sagt es Dir, Du musst nur hinhören!
    Ich habe nun seit fast drei Jahren etwas mit dem Magen. Es gibt Tage, da denke ich: „Klasse, ich setze die Tabletten ab!“ Dann aber kommen wieder die schlechten Tage und ich bin froh, dass diese mir wenigstens ein bisschen helfen. Auch ich habe es manchmal, ohne Stress. Manchmal ist da einfach was in unserem Unterbewusstsein, was uns so beschäftigt, dass der Körper überfordert ist.
    Ich habe keine besonders guten Tipps dazu. Das Einzige, was ich Dir sagen möchte:
    Lern damit zu leben, zu akzeptieren, dass es Dir manchmal so schlecht geht. Ruh Dich in dieser Zeit aus. Hör auf Deinen Körper.
    Du bist mit dem Kopfweh noch Bummeln gegangen. Das solltest Du bei den nächsten Kopfschmerzen vielleicht sein lassen und es Dir stattdessen mit T. auf dem Sofa gemütlich machen.

    Ich denke, diese Erziehungspause, der Banktermin und der Umzug beschäftigen Dich zuviel. Klar, der Umzug muss geplant werden, aber kannst Du das, was geklärt werden muss, nicht an T. weitergeben? Dann kannst Du Dich auf die Erziehungspause konzentrieren. Dann würde ich mich vielleicht mit F. hinsetzen und „Regeln“ ausarbeiten. Sowas wie „Darum kannst Du Dich kümmern, wenn Du Lust hast“ „Darum MUSST Du Dich kümmern“. Natürlich so, dass das Müssen sich auf die Schule beschränkt. So habt ihr Beide eine Richtlinie. Keine Ahnung, ob das funktioniert.

    Viel Glück wünsche ich Dir!
    Aloha!
    Malu

    • Klasse Idee 🙂

      KannRegeln und MussRegeln.

      So was hab ich (ja, ich vergleiche Kinder und Hunde in ihrer Erziehung, weil beide manchmal kein Deutsch zu verstehen scheinen *grins* Außerdem lerne ich gerade dank meines Hundes, dass ich mit Ruhe und Freundlichkeit viel mehr erreiche als mit harter Stimme und harter Hand) in Bezug auf die Hundeerziehung schon gehört und fand das Klasse.

      Danke für die Erinnerung daran, Malu.

      • Liebe Malu,

        Du hast völlig recht, ich muss lernen damit zu leben.
        Ich muss es in mein Leben integrieren, ihm Platz geben.

        Das wiederspricht mir nur so grundlegend, das bin so gar nicht ICH. Ich bin stark, belastbar, habe die Kontrolle und gebe nicht so einfach „klein bei“.
        Zumindest in meiner Vorstellung.

        Ich weiß, ich muss hier den nächsten Schritt machen, muss mich trauen über meine – imaginäre – Grenze zu gehen. Ich hab mir das irgendwie leichter vorgestellt…

        Auch ich finde die Idee mit den Kann- und den Muss-Regeln eine gute Idee. Die beissen sich auch nicht mit der „Erziehungspause“, die uns übrigens unglaublich fordert! Muss da mal mit T. drüber sprechen.

        Für diese Woche ist mein Credo erstmal „Durchhalten!“, beide Jungs haben Geburtstag, dann will ich weiter gehen.

        Danke für Deine Gedanken!

  2. Hab erstmal „Scheiße Scheiße Scheiße“ gedacht – gleichzeitig aber „ok, wenn sie schreiben kann, ist alles gut gegangen“.

    Die Fakten:

    Erstens: Ich bin seit jetzt 19 Jahren Migränikerin und kann ein Mittel aus der Neurologie empfehlen – ich nehme es sehr gering dosiert als Prophylaxe, schon seit 2005 und kam von alle 3 Wochen 3 Tage Migräne auf alle 3-4 Monate für 3 Tage Migräne runter. Sofort.

    Dass ich das Mittel brauche, zeigt mir, dass ich wieder jede Woche Migräne bekomme, wenn ich die vorgeschriebene Dosierung nicht einhalte (Du siehst also, dass ich auch nach 9 Jahren nicht in eine Abhängigkeit geraten bin, sonst würde das nicht sofort negative Konsequenzen haben).

    Das Mittel verschreibt Dir beim ersten Mal ein Neurologe. Wenn Du Glück hast, auch gleich Dein Hausarzt, denn Du setzt es nicht gegen spastische Anfälle (=Neurologe) ein, sondern als Migränetherapeutikum (=Hausarzt).

    Es heißt „Valproinsäure, 300mg“ und ich nehme je eine halbe morgens und abends kurz vor dem Essen.

    Als Maßnahme gegen die Migräne, wenn sie denn schon passiert ist, hilft Lymphdrainage am Kopf. Die Krankenkassen (die IKK mittlerweile ja) drehen verwundert mit den Ohren, wenn sie das hören, doch frag mal bei den Physiotherapeuten nach – die haben das sogar in ihrer Ausbildung. Ich bring das gerade meiner Großen bei und sie kann so gut lympfdrainieren (wenn es das Wort gibt *grins*), dass sie mich gestern von einer Migräne befreit hat 🙂

    Zweitens: Sprache als Ausdruck Deines Denkens und Fühlens… Sie nicht mehr zu haben, wäre undenkbar. Vielleicht erwischen Dich Deine Roten Karten eben auch genau deshalb an Deinem Sprachzentrum – weil es Dir das Wichtigste wäre.

    Also wieder: Nimm DICH ernst! Ich wollte die ganzen Tage schon sagen, dass Du Dich gerade wieder arg zupackst mit Dingen, die den Alltag füllen.

    Was ist aus Deiner Idee des Mittagschlafes geworden? Nüscht, oder?

    Ich hab ne andere Idee, die Du als täglichen (!) Termin mit Dir selbst in Deinen Kalender eintragen könntest. Diese Idee hab ich aus einem Kalender, den mir meine Mom zu Weihnachten schenkte:

    Irgendwo bei Dir wird es eine Kirche geben. Wenn nicht gerade Gottesdienst in welcher Form auch immer ist, ist dies der ruhigste und entspannteste Ort der Welt.

    Mach es JEDEN Tag! Geh dort hin. 5 Minuten. Mehr sind nicht nötig. Auf dem Weg vom Supermarkt nach Hause – da steht bestimmt ne Kirche irgendwo rum. Nimm, wenn Du zu Fuß unterwegs sein solltest, die blöden Tüten einfach mit rein. Mit Auto – lass es kurz am Straßenrand stehen.

    Geh dort rein und, je nach Tageszeit (jeden Tag gleich!) kannst Du 5 ruhige Minuten dafür verwenden, durchzuatmen, Dir den vergangenen oder kommenden Tag ansehen und Dich für das loben, was Du geschafft hast bzw. Dir sagen, dass Du Dich auf das freust, was da kommt.

    Das, was war, ist doch eh schon geschehen und ob Du nun sauer oder freudig bist, ändert an der Tatsache nichts. Also freu Dich. Das, was kommt, wird eh kommen und ob Du das gut oder schlecht findest, ändert nichts an der Tatsache. Also freu Dich auch hier. Damit ist Dein Kopf einfach freier.

    Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass Du dank eines Schlaganfalls nicht mehr in der Lage sein solltes, zu reden, könntest Du Dich schon jetzt damit anfreunden, Gedanken und Gefühle mittels Deiner Hände umzusetzen – nicht nur Malerei mit großen Pinseln und knallroter Farbe oder zarten schwarzen Strichen dank einer Kalligraphiefeder… nein, auch Töpfern kann Dinge ausdrücken, die in Dir sind.

    Sprache ist nicht alles.

    Doch sie ist es wert, gepflegt zu werden.

    Drittens: Klar. Schule IST Pflicht. Und sich im größten Ärger zurückzunehmen, scheint unsinnig und fällt schwer. Doch der Ärger über die Plättchen (hatten wir auch) und die Kette war es nicht wert. Wichtig ist letztendlich, bei EUCH zu Hause, dass F. seine Aufgaben versteht und lösen kann. Da ist das Hilfsmittel egal.

    Frag ihn doch beim nächsten Mal, ob er die fehlenden Hilfsmittel suchen oder sich eigene zurechtlegen möchte. Im Zweifelsfall, das hab ich in den ersten 4 Jahren auch gemacht, rechne mit ihm zusammen. Hilf ihm. Ohne Wut. Trink n Käffchen nebenbei. Bitte Männe darum, solange ganz penibel darauf zu achten, dass ihr nicht von B. (nicht Baby *grins*) gestört werdet. Wenn Du keinen Kaffee magst, nimm Dir Dein Strickzeug, setz Dich neben ihn.

    Beantworte jede noch so blöde Frage. Bevor Du ob ihrer Blödheit ausrastest, frag Dich WIRKLICH, ob der Ausraster (und ich tu das leider oft genug, ich weiß, wovon ich rede, ich kenne diese schwere Übung mit sich selbst) nötig ist für das Lösen seiner Aufgaben.

    Viertens: Wissen die Leute um Dich herum ganz ernsthaft davon Bescheid, dass Du einen Schlaganfall hattest? Nicht mini oder pupi oder möchtegern oder vielleicht, sondern einen Schlaganfall?

    Wenn nicht, solltest Du das dringend kommunizieren. Setz Dich auf Arbeit mit Deinem Chef zusammen, sag ihm, dass Du dringend deligieren MUSST. Weiß er schon von den Nordplänen? Egal, ob ja oder nein, seine Antwort zwecks Deligieren kann Dir wirklich egal sein – DU HAST EIN ZIEL!!! Und das ist der Norden.

    Und, so leid es mir tut: Gib zu Hause wieder mehr ab. Bezieh die Oma(s) mehr mit ein, sprich mit Freundinnen bzw. Schulkameradeneltern. Die Welt ist dazu da, Dich aufzufangen. Du musst es ihr nur sagen, dass Du ein Netz brauchst. Es wird aufgespannt sein, wenn Du Dich nur traust, es zu aktivieren.

    Ein letztes: Du MUSST gar nix (auch wenn ich das gerade eben schrieb). Müssen ist schon wieder mit Druck verbunden. Und den wolltest Du doch lösen.

    Was ist besser als „müssen“?

    Wollen?

    Können?

    Nein!

    Dürfen!

    Das ist das Zauberwort.

    Noch darfst Du, meine liebe. Vergeude dieses Geschenk nicht.

    • Ich konnte gar nicht auf Deinen Kommentar antworten gestern, immer, wenn ich Deine Zeilen gelesen habe, hatte ich Tränen in den Augen.
      Du triffst es wieder einmal auf den Punkt.
      Besonders rührt mich aber die größe Deiner Worte.
      „Die Welt ist dazu da, dich aufzufangen.“ So schön. So einfach. Und doch so schwer. Ich weiß nicht, ob ich das kann. Um etwas bitten. Andere mit mir zu „belasten“.
      Ich bin ein gebranntes Kind, das weiß ich. Ich habe von frühester Kindheit an, meine Dinge alleine geregelt. Meine Eltern haben sich früh getrennt und meine Mutter schien mir nicht belastbar. Ich wollte sie mit meinen Angelegenheiten nicht auch noch behelligen.
      Ich will mich da auch gar nicht mehr dahinter verstecken, aber es fällt mir bis heute unheimlich schwer. Jeder trägt doch an seinem eigenen Päckchen schon schwer, wieso sollte ich, wenn ich es doch irgend-wie selber schaffen kann (ok, der Preis ist unter Umständen hoch!), denjenigen, noch dazu wenn ich ihn mag, liebe, er mir etwas bedeutet, auch noch „beschweren“?
      Und das ist natürlich auch der Grund, warum um mich rum nicht wirklich viele Leute wissen, wie es mir geht, was wirklich los war und dass ich immer noch damit beschäftigt bin.

      Da liegt noch ein langer Weg vor mir und das Stück. das ich bereits gegangen bin, ist nicht halb so lang, wie ich gedacht habe. Schnell geht alles wieder im Alltag unter, kurz aufkeimende Gedanken werden hurtig beiseite geschoben und verdrängt. Läuft doch alles ganz gut. Hab ja gerade keine Symptome. Oder?

      Ich darf den Weg weiter gehen. Da hast Du recht. Ich darf.

      • Mir fällt es auch immer unheimlich schwer, um Hilfe oder Auszeiten zu bitten – da geh ich immer an meine Freundinnen ran und bitte sie darum, mir meine Kids abzunehmen.

        Ich hab mir angewöhnt, mir bei eigenem Zweifel zu sagen, dass meine Freundinnen (je eine für Großkind und eine für Kleinkind, wobei beide Freundinnen auch beide Kinder nehmen können und es auch machen) alt genug sind (sind beide mehr als 10 Jahre älter als ich *grins*), um für sich selbst einzustehen.

        Von Zeit zu Zeit bedanke ich mich auf besondere Art und Weise bei ihnen und/ oder sage, dass mich das manchmal belastet, sie um Hilfe zu bitten.

        Und weißt Du, was dann passiert? Dann lachen beide und sagen „nu ja… du nimmst mir mein(e) Kind(er) doch auch ab, wenn ich Zeit für mich brauche“.

        Die Welt funktioniert deshalb als Netz so hervorragend, weil es ein ausgeglichenes Nehmen und Geben gibt. Und „ausgeglichen“ bedeutet nicht „ein Mal du, ein Mal ich“ (so was las ich hier bei Dir schon mal), sondern „heute brauche ich dich und morgen brauche ich dich auch“ und im Gegenzug der/ die andere „ich brauch dich grad gar nicht für mich“

        Verstehst Du?

        Ja, jedeR hat sein Päckchen zu tragen. Doch jedeR sieht die Größe und Schwere seines Päckchens anders. Und jedeR ist, verdammt noch eins, alt genug, um dafür zu sorgen, dass er unter seinem Päckchen nicht zusammenbricht. JedeR hat seine Grenzen woanders und wo der eine weinend zusammenbricht, hat der andere noch lange genug Energie. Diese Situation wird sich auch umkehren, das ist normal. Und wenn DU dann, in der Umkehrsituation, die Energie hast, dem anderen sein Päckchen etwas abzunehmen, ist es doch wieder ausgeglichen.

        Denk bei der Hilfe nicht nur an zu Hause. Ich hab bewusst von Freundinnen gesprochen. Nimm auch ruhig die Bekanntschaft zu KiGa und Schule auf. Vertrau Dich jeweils einer Person dort an. Du kannst nur gewinnen.

        Verloren hast Du ja jetzt schon, sogesehen… Wenn Du nicht fragst, hast Du keine Hilfe. Wenn Du gefragt hast und es kommt ein Nein, hast Du auch keine Hilfe. Das meine ich mit „verloren hast du schon“. Doch wenn Du fragst und es wird Ja gesagt, hast Du gewonnen – und die andere auch ^^

        Hmm…

        Iwie find ich heute nicht die richtigen Worte 😦

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