meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Ich bin der Hölle entflohen (Mittwoch, 18.Dezember)

2 Kommentare

zumindest vorläufig. Meine ganz persönliche Kack-Hölle (und das ist diesmal wörtlich zu nehmen!).
Wir haben Magen-Darm. Ohne Magen. Erstmal. Wer weiß, was noch kommt.

Baby B.hat es dolle erwischt, der hat regelmäßig die Hose vollgesuppt, ist aber trotzdem guter Dinge. Bei F. hingegen geht es nicht vorwärts und nicht rückwärts, der hat einfach nur Bauchweh seit gestern Abend. Krümmt sich in seinem Bett und konnte erst gegen halb zehn einschlafen. Allerdings geht es ihm zwischendurch auch wieder richtig super, ich habe den leisen Verdacht, dass er vielleicht auf den Magen-Darm-Zug aufgesprungen ist und die Gelegenheit nützt, heute ohne größere Antrengung nicht in die Schule gehen zu müssen.
Aber gut, er hat bis jetzt noch keinen Tag gefehlt, ist seit bestimmt einem Jahr nicht mehr richtig krank gewesen, was soll´s. Ob ein Kind daheim bleibt oder zwei, das ist fast egal.
T. ist im Moment bei den Beiden, das hat sich gestern schon abgezeichnet, nachdem Baby B., als ich ihn aus dem Kindergarten abgeholt habe, im Türrahmen stand und „Kacka mat“ gesagt hat, die Erzieherin dann schnell noch die Windel gewechselt hat und die bis oben hin mit Durchfall voll war. Ihr Kommentar war: „Vielleicht ist es ja ganz gut, wenn er dann mal einen Tag zuhause bleibt.“ Prima.

Blöd war dann die Musikschulsituation. Erst habe ich die beiden Freunde von F. abgeholt, deren Mutter ganz lapidar gemeint hat: „Der S., der hat die ganze Nacht gespuckt, ich glaube, das war vom Weihnachtsmarkt, da hat er echt viel gegessen.“ Nee, ist klar. Ich also in der Bazillenhöhle über eine Stunde mit vier potentiell giftigen Jungs im Auto. Ich hatte die ganze Zeit das Fenster einen Spalt offen und konnte mir so einbilden, dass ich viel frische, gesunde Luft einatmen könnte… Ich bin da echt paranoid. Das allerletzte, was ich jetzt noch gebrauchen könnte wäre, das Bett hüten zu müssen. Und oft ist es ja so, dass die Kinder nach ein/zwei Tagen wieder superfit sind, während die Erwachsenen gleich eine ganze Woche in der Kurve hängen. Äh, ja, toll, das wäre dann doch irgendwie Weihnachten….
Schnell, das Mantra: ich bin gesund! Ich bin gesund! Ich bin gesund!!!

Jedenfalls hat Baby B. sich, kaum waren wir in der Musikschule angekommen, so dermaßen in die Hose gemacht, dass man ihn drei Meter im Umkreis sehr deutlich riechen konnte. Logisch, gleich auch noch durch Jeans und Strumpfhose durch, und das Beste: natürlich hatte ich keine Windel dabei!!! Wieso auch? Wer hat schon Windeln und Wechselwäsche dabei, wenn das Kind scheinbar Durchfall hat?????
Ok, Kinder abgegeben, was mache ich denn nur. Ein Supermarkt ist zwar in der Nähe, aber was bringt es, wenn ich ihm eine frische Windel mache und er dann die vollgek… Klamotten wieder anziehen muss. Nee, auch blöd. Wo kriege ich in einer Dreiviertelstunde Windeln UND eine neue Strumpfhose her?? Ok, unmöglich. Also, Kind warm halten. Und so sind wir in der Musikschule rumgesaust (mit einer netten Fahne hinter uns…), Baby B. ist das letztlich eh egal, dem machen volle Hosen nix aus, haben versucht so gut wie möglich den anderen Menschen aus dem Weg zu gehen und, dass er sich nirgendwo hinsetzt (wegen der möglichen „Spuren“ – logisch, oder?).
Dann schnell die Jungs ins Auto verfrachtet, Baby B. auf ein altes Küchenhandtuch gesetzt (unglaublich, was eine gute Handtasche alles so hergibt…), die Freunde kurzangebunden nach Hause gebracht um dann endlich Baby B. komplett auszuziehen, zu waschen, neu einzukleiden und die Klamotten wieder einmal komplett in die Waschmaschine zu schmeißen.

T. hat gestern Abend länger gearbeitet und ich kann mich wirklich nicht erinnern, wie oft ich noch stinkige Windeln gewechselt habe…
Nicht mal der sonst sehr wirksame Durchfallsaft (den die Kinder nur unter Todesandrohungen trinken) hat geholfen. Ein bisschen Brühe hat er noch gegessen, seine Babymilch getrunken und ist dann zum Glück ziemlich brav um acht Uhr auf meinem Arm eingeschlafen.

T. ist also heute bis Mittag bei den Beiden, dann machen wir einen fliegenden Wechsel. Mal sehen wie der Nachmittag wird….

Ach ja, das Elterngespräch mit F.´s Lehrerin. Eigentlich ist alles so im Prinzip okay, er hat immernoch große Probleme seine Aufgaben strukturiert anzugehen und zu bearbeiten, das fängt schon bei der Organisation seines Arbeitsplatzes an, er braucht Pausen zwischen den einzelnen Aufgaben und insgesamt einfach viel Zeit.
Es scheint schon eine ernst zu nehmende Situation zu sein, sie will sich regelmäßig mit uns treffen, das nächste Mal schon Anfang Februar…
Das ist irgendwie ein komisches Gefühl. So wie wir F. im Kindergarten erlebt haben, wie fit er im Denken ist, hat uns glauben lassen, dass die Schule für ihn letztlich ein Kinderspiel wird. Dass er da mit wehenden Fahnen durchgaloppieren würde. Und jetzt ist es ganz anders. Und das ist komisch. Ich will es nicht richtig wahrhaben.
Und dann ist da ja vor allem die soziale Seite. Er fühlt sich einfach nicht wohl in der Schule. Kommt nicht richtig an, findet seinen Platz noch nicht so recht. Hat noch keine richtigen Freunde.
Ich war gestern ein bisschen zu früh für das Elterngespräch, habe im warmen Auto noch abgewartet und konnte von da aus die Kinder auf dem Pausenhof beobachten. Unter anderem auch meinen Sohn. ERst hat er kurz mit seinem Freund F. aus der zweiten Klasse gespielt, dann ist er alleine über den Pausenhof gestreift, hat hier versucht zu reden, da versucht mitzuspielen, so recht wollte es ihm aber nicht gelingen. Das ist mal richtig scheiße, wenn Du Dein eigenes Kind so siehst. Er hat mir sehr leid getan. Die Lehrerin sagt, in der Klasse hat er schon immer jemanden zum Lesen, Mitarbeiten, Spielen aber es gibt halt keine so richtig tiefe Verbindung. So wie er sie gerne hätte und bräuchte. Einen Freund an seiner Seite. Damit sie gemeinsam diese schwierige Schulzeit bewältigen können, das Gefühl, dass sie die Kleinsten sind, dass sie gehänselt und geärgert werden. So muss er da alleine durch. Blöd. Saublöd.

Jetzt geben wir uns erstmal die Zeit in den Weihnachtsferien. Mal richtig mit ihm reden. Mal richtig entspannen. Ausruhen. Die Gedanken neu sortieren. Seine Meinung hören. Dann können wir entscheiden, wie es weitergehen soll.

So, jetzt ist es schon fast zehn, die Uhr tickt unaufhörlich, bald muss ich zurück zu den „Kack-Kids“, mist….

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

2 Kommentare zu “Ich bin der Hölle entflohen (Mittwoch, 18.Dezember)

  1. Oh je…

    Erstmal wünsche ich euch, dass ihr schnell durch diese beschissene Zeit durchkommt.

    Krank sein zu Weihnachten kann einfach nur blöd sein – oder aber genau richtig, um zu erkennen, dass all der Stress, den man sich vorher gemacht hat, nichts wert war 😉

    Und zu F.: Ich kenn das auch, dass mein Großkind so eine Art Einzelgänger war – sie hatte in der Grundschule nur eine Freundin, die eine Klasse über ihr war. In der selben Klasse haben die anderen Mädchen sie eher geduldet und sich von ihr Gefälligkeiten geben lassen, wenn es sich ergab. Im Übergang von der 1. zur 2. Klasse lernte sie ihre beste Freundin kennen – sie sind jetzt auch in derselben Klasse.
    Manchmal ist es so, dass Kinder mit Gleichaltrigen nichts anfangen können – bei Großkind und ihrer besten Freundin liegt das daran, dass andere Kinder schlichtweg unter ihrem geistigen Niveau sind (beide Kinder sind hochbegabt). Klingt überheblich, ist aber leider augenscheinliche Tatsache – andere Kinder sprechen nicht die Sprache der beiden Mädchen, beschäftigen sich mit für sie langweiligen Dingen und sind nicht an den komplizierten Spielen interessiert, die die zwei spielen.
    Ist zu verstehen *grins*

    Ich denke, dass es die Zeit mit sich bringen wird, dass F. einen Freund oder zwei oder drei findet.

    • Danke für Deine guten Wünsche, sowohl bezüglich der Gesundheit, als auch der Freunde-Findung von F.
      Die kann ich sehr gut gebrauchen… immer diese Zweifel…

      Vielleicht ist das Freunde finden aber auch so schwierig, weil wir alle schon im Hinterkopf unser Weggehen haben, F. ist ja in diesen Prozess voll integriert. Vielleicht ist da so ein wenig die Angst, nicht Abschied nehmen zu wollen, wer weiß.
      Und jemanden mit seiner Fantsie, der seine Gedanken und Ideen teilt, ist wirklich schwer, das ist ähnlich wie bei Deinem Großkind…

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