meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Übernommen (Donnerstag, 5. Dezember)

Ein Kommentar

Gestern war zuviel. Mist. Ich hab es nicht richtig gemerkt.
Vor lauter Trubel. Nur ein leichtes flirrendes Kopfweh habe ich gespürt, eine Schmerztablette genommen, bin aber sonst nicht weiter darauf eingegangen.
Es ist wahnsinnig viel los in der Arbeit, alle Bauleiter wollen noch ihre Projekte abschliessen, Rechnungen stellen, Angebote für die kommende Saison rausbringen. Gewährleistungsbürgschaften müssen angefordert, Autos abgemeldet, Formulare vom Arbeitsamt ausgefüllt werden. Ein richtiges „Jahres-End-Chaos“. Und das alleine ist mir eigentlich schon zuviel im Augenblick. Nur hat das halt einfach keinen „Platz“.
Und so versuche ich zwischendurch unter einem Vorwand ein paar Minuten an der Luft über den Bauhof zu spazieren, trinke viel (nein, keinen Alkohol, obwohl das vielleicht die Lösung wäre…), teile mir die Arbeit in kleine „Häppchen“ ein, lasse die Bauleiter Prioritäten setzen und habe im Hinterkopf, dass ich auch nicht mehr machen kann, als ich eh schon tue.

Dann habe ich am Mittag Baby B., F.´s besten Freund und schließlich F. aus der Schule abgeholt, da brauche in ungelogen für alles zusammen fast eine Stunde, und habe Zuhause angekommen, die Jungs erstmal in den Garten geschickt und versucht, ein paar Minuten zur Ruhe zu kommen. Das ist jetzt ja auch nicht gerade meine Stärke, so von hundert auf null in ein paar Minuten, aber besser als nichts.

Die Jungs haben dann noch eine Weile ziemlich nett Lego gespielt, nur Baby B. konnte damit natürlich so gar nichts anfangen und so war der dann doch ziemlich unleidig. Wir haben zusammen die Spülmaschine gemacht, die Waschmaschine ausgeleert, die Wäsche zusammengelegt, was man eben so tun muss. Ich war ziemlich geduldig, eine echte Entspannung wollte aber nicht so recht entstehen weil Baby B. eben knatschig war.
Die Rettung war, als mir die Idee gekommen ist, für die Jungs Vanillepudding zu machen, da waren sie sehr begeistert und für ein Viertelstündchen einträchtig, quatschend am Tisch gesessen.
Dann war´s den Gr0ßen langweilig. Oh Gott, Langeweile ist ein Graus! Jedenfalls haben sie dann im Flur mit einem Luftballon hin- und hergeschossen, es flossen weder Tränen noch Blut, es war einfach nur unwahrscheinlich laut. Puh! Das vertrage ich im Moment nicht so besonders, aber bis mir aufgefallen ist, wie sehr es mich stresst, war T. dann schon Zuhause, ich bin mit F. den Freund nach Hause und dann weiter zum Einkaufen gefahren – bis wir dann endgültig daheim waren, ist es kurz vor sieben gewesen. Schnell noch ein paar einfache Nudeln gemacht, plötzlich stellt sich heraus, F. hat noch eine Lesehausaufgabe. Hat er natürlich vorher, als ich ihn gefragt habe, ob er alles erledigt hat, geflissentlich verschwiegen. Er wollte ja sein Spielen mit S. nicht gefährden. Kluges Kind. Arme Eltern! Nach dem Essen, es war inzwischen richtig spät, hat T. den kleinen B. ins Bett gebracht und F. und ich gelesen. F. natürlich todmüde, ich auch, eine explosive Mischung! Wir mussten dann auch noch ein paar Fragen zum Text beantworten, was ein schnelles „Drüberlesen“ natürlich ausgeschlossen hat.
Letztendlich war F. dann um halb neun im Bett und ich unter der Dusche.
Dann hatte ich aber ja noch das Projekt „Weihnachtskartenumschläge“ auf dem Tisch. Nach fünfzig Kuverts haben meine Augen geflimmert und ich bin einfach nur noch ins Bett.
Leider ist die Stimmung zwischen mir und T. nach wie vor nicht besonders, zuviele Sachen sind da einfach noch im Argen, aber er war trotzdem so lieb und hat mich massiert und gekrauelt, das ist wie Seelenbalsam.

Heute Früh war das Kopfweh zum Glück weg, ich hab mir ein bisschen mehr Zeit gelassen als sonst, ich bin heute schließlich den ganzen Tag im Büro, da kommt es nicht auf die Minute an.

Trotzdem grummelt es sehr in meinem Bauch, wenn T. und ich es nicht so recht schaffen, friedlich und liebevoll miteinander umzugehen. Das leidige Thema Geld geistert gerade wieder durch unsere Beziehung. T. geht gerade meines Erachtens sehr „verantwortungslos“ damit um, er hat seinen kompletten Monatslohn zur Begleichung von Rechnungen ausgegeben (was ja grundsätzlich lobenswert ist!) weil er eine größere Summe von einer Versicherung erwartet. Was wir allerdings in der Zwischenzeit machen hat er sich nicht überlegt. Mein Chef zahlt meine Rechnung zwar immer schnell, trotzdem sitzen wir jetzt quasi in einem „Geldloch“. Ich finde seinen Gedanken, dass Versicherungen, wenn sie das Geld doch zur Zahlung freigeben, auch innerhalb von zwei/drei Tagen tatsächlich zu zahlen hätte, ziemlich naiv und kurzsichtig.
Egal, wir hängen jedenfalls ein bisschen in der Luft und das kann ich ja alles andere als gut aushalten. Irgendwie bin ich da ein „gebranntes Kind“. In Geldangelgenheiten brauche ich Ordnung und Ruhe, nur dann fühle ich mich wohl. Und vor allem brauche ich einen Partner, der mit mir spricht. Der mich teilhaben lässt an dem, was er da so plant und vorhat. Wo ich vielleicht auch die Gelegenheit bekomme, mein Veto einzulegen, oder zumindest meine Bedenken vorzubringen.
Aber das ist ein Thema, das schon immer zwischen uns brodelt. Und eigentlich sollte man davon ausgehen, dass man dann erst recht damit umgehen kann. Ein Problem, das es schon so lange gibt und das immernoch zwischenn uns steht. Saublöd.
Und trotzdem kommen wir aus diesen Mustern (noch) nicht wirklich raus. Er redet nicht von sich aus. Ich stelle ihn irgendwann zur Rede. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass ich was erfahre, was ich vielleicht hätte nicht erfahren sollen. Ich bin sauer. Er erstmal bockig. Er redet erst recht nicht. Ich bin verletzt und habe Angst. Er fühlt sich schuldig, kapselt sich ab, distanziert sich von mir, wird „klein“…
Ein ekliger, unangenehmer Teufelskreis. Weiß grad nicht, wie ich da raussoll. Letzte Information: ich telefoniere gleich heute Früh nochmal mit der Versicherung und rufe dich dann sofort an. Jetzt ist es viertel nach eins und ich hab noch nichts von ihm gehört…
Wie soll ich ihm denn da vertrauen? Oder seinen guten Willen erkennen?

Gut, dass ich viel zu tun habe. Der Schreibtisch stöhnt und ächzt noch immer!
Aber heute will ich zumindest den Punkt erkennen, an dem es mir zuviel wird. Will rechtzeitig bremsen.
Nur nach Hause will ich irgendwie nicht. Habe ich Kraft, Energie und Lust für weitere Auseinandersetzungen? Kann ich diese kalte, fast emotionslose Distanz zwischen uns aushalten? Ich bin müde. Und ich mag nicht. Ich will heim und mich hinlegen und ausruhen und von garnichts was wissen, keine Schulprobleme, keinen Dreck in der Wohnung sehen, keinen Lärm, keinen Streit. Ich will schlafen. Ich muss schlafen…

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

Ein Kommentar zu “Übernommen (Donnerstag, 5. Dezember)

  1. Und erneut die Idee, Dir wieder ein Auszeitwochenende zu erobern.

    Alles das, was Dich fertig macht, sind die Erwartungen, die vor allem andere an Dich stellen. Das ist alles nicht das, was DU willst.

    Ja, ich weiß, dass es schier unmöglich ist, in diesen wenigen Tagen vor Weihnachten zur Ruhe zu kommen und etwas nur für sich allein zu machen.

    Was hilft?

    Vielleicht ganz klar auf Deinen Mann zugehen und ihm sagen: Baby, ich liebe dich, das weißt du. Und ich versuche, alles, was ich kann, in unser gemeinsames Leben reinzugeben. Doch heute kann ich nicht mehr. Ich möchte mich ausruhen. Sonst enden diese leidigen Streitereien nicht.

    Und dann lässt Du Dir ein Bad ein und verziehst Dich mit einem Buch (dem verzauberten April? ^^) dorthin. Und danach gehst Du einfach ins Bett.

    Wenn Du von Dir kennst, dass Du nicht „einfach so“ abschalten kannst, nimm Dir vor dieser Auszeit ein Blatt Papier und schreib in 10 Minuten ALLES auf, was Dir durch den Kopf geht. Alles! Und dann, in Deiner Entspannungsphase, wenn die Gedanken wiederkommen, schiebst Du sie zur Seite, indem Du Dir klarmachst, dass die Gedankenzeit vorhin war und dass Du alles, was wichtig war, zu denken, schon vorhin aufgeschrieben hast.

    Ich denk an Dich.

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