meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Allein, allein… (Samstag, 12. Oktober)

2 Kommentare

Die Jungs sind gestern Nachmittag um kurz vor Vier losgefahren.
Und ich hatte gar keine Zeit für mein übliches „Abschiedsgrummeln“, das Gefühl, dass es blöd ist, wenn sie ohne mich fahren, dass ich allen nochmal ganz dringend sagen muss, dass ich sie liebe und sie unbedingt vorsichtig fahren sollen (also T. natürlich).
Nein, ich musste selber gleich los. Teil 1 von 3 des Kindersachenbasars.
Eigene Sachen, die man verkaufen will, hinbringen. Ist nur halb so lustig, wie es klingt, ich war mit meiner Mutter da und wir sind eine Stunde angestanden, unsere Kisten Zentimeter für Zentimeter nach vorne schiebend…dann wird jedes Teil nochmal in die Hand genommen, mit einer Verkäufernummer versehen – geschafft!

Wir sind dann zusammen essen gegangen, das war ok für mich, trotz meines eingeschränkten „Allein-sein-Zeitkontingents“.
Wir waren lange nicht zu zweit und so konnten wir mal wieder richtig quatschen, ohne Störung oder Unterbrechung eines Kindes.
Sie hat sich dann auch wirklich interessiert gezeigt, was denn wohl so bei mir los wäre, warum alles gerade so schwer wöge, wie ich es mir leichter machen könnte…
Und dann plötzlich, völlig aus dem Zusammenhang herausgerissen, wie eine Ohrfeige: „Ja, es ist wirklich schwer für die die Menschen in deiner Umgebung, sich deiner Liebe gewiss zu sein. Ich hab jahrelang nicht gewusst, ob ich erwünscht bin und deinen Kindern wird es nicht anders gehen. Kein Wunder, dass Baby B. ein Papakind ist.“ sprach sie, holte Luft und sagte dann nahtlos: „Und du, stell dir mal vor, bei mir in der Arbeit, also da will ich doch jetzt ein neues Büro und da…..“.
Toll oder? Ich war so unglaublich perplex, ich glaube, ich bin bloß mit offenem Mund da gesessen, die Frage, ob ich da wohl gerade alles richtig verstanden habe, kreiste in meinem Kopf, die Suche nach einer richtigen Antwort darauf – pling! Zeitpunkt verpasst.
Ich weiß nicht, wie ich aus diesem Abend letztlich rausgekommen bin – vielleicht war es das Bier. Oder meine gute Laune, weil zuhause eine leere Wohnung auf mich wartete. Oder das liebevolle Telefonat mit T. Ich weiß es nicht. Ich habe jedenfalls nicht reagiert, nicht kommentiert, ich hab es einfach so stehen lassen. Ob das richtig oder falsch ist, weiß ich nicht, aber ich hab echt schon genug anderes Zeug an der Backe, da brauche ich das jetzt nicht auch noch…
Warum können Mütter (oder zumindest meine)nicht einfach in dem Moment, wo ihnen etwas auffällt oder missfällt, ihren Mund aufmachen und es aussprechen. Ganz ruhig, das Gegenüber (also in dem Fall mich, ihre Tochter) als erwachsenen Gesprächspartner ernst nehmen und sagen, was sie denken oder fühlen. Dieses unsägliche „Hintenrum-Getue“ geht mir so dermaßen auf den Wecker!
Schluss jetzt!
Ich war also um halb neun in meinem leeren Zuhause und habe mich einfach nur ins Bett gelegt und drei Folgen „Sex and the City“ angeschaut. Very nice!

Heute morgen dann Teil 2 von 3, um sieben Uhr aufstehen, damit ich alles in allem pünktlich um halb neun wieder vor Kindersachenbasar-Ort war. Schönen Platz in der Schlange sichern, möglichst weit vorne, um neun geht es schließlich los. Türen auf und die Horde rein. Und diesmal war es Krieg. Ich übertreibe nicht! Unfassbar viele Menschen, die unfassbar viele Klamotten, Schuhe, Taschen, Spielsachen, Schlittschuhe, Bücher, Kinderwagen (um nur einiges zu nennen) an sich reißen, prüfen, für gut oder schlecht, passend oder unpassend befinden, dazwischen Kinder (was die da zu suchen haben werde ich nie verstehen)an deren Körper Klamotten gehalten werden, ein riesen Gedränge, Geschubse und Geschiebe, bis man dann endlich wieder im Erdgeschoß angekommen, seine neuen bzw. alten Habseligkeiten ausleert und bezahlt und eine Stunde später schweißgebadet den Gemeindesaal verlässt. Völlig ausgelaugt aber zufrieden, kurz im Kopf überschlagend: jawohl, die Jungs sind komplett für den Winter eingekleidet, das was ich da für sechzig Euro erstanden habe, hätte im freien Verkauf vermutlich um die zweihundert gekostet. Wunderbar!

Teil 3 von 3 folgt dann morgen, da muss man zwischen 16 und 18 Uhr wieder hin, seine nicht verkaufbaren Reste und seine hart erarbeiteten Einkünfte (abzüglich 20% für die Gemeinde) wieder abholen. Nochmal anstehen, nochmal warten….
Alles in allem kostet mich dieses Vergnügen zweimal im Jahr rund zehn Stunden meiner Lebenszeit… aber was tut man nicht alles.

Nach dem Basargedöns und einem netten kleinen Einkauf habe ich mir ein ausführliches Mittagsschläfchen gegönnt. Mit Uhr. Das finde ich herrlich. Immer, wenn man wieder so ein bisschen aufwacht, auf die Uhr schauen, nur um festzustellen, dass man alle Zeit der Welt hat und überhaupt noch nicht mal ans Aufstehen zu denken braucht….göttlich. Ja, ich bin ein wenig skurril.

Seit einer unglaublichen halben Stunde scheint die Sonne jetzt wie verrückt ins Wohnzimmer und ich habe mich einfach mitten reingesetzt. Das muss den Spaziergang, den ich eigentlich noch machen wollte, ersetzen. Tür auf, Sonne und Frischluft rein – das reicht!
Um mich rum – Ordnung. Ich konnte gestern Vormittag noch richtig zackig aufräumen und putzen, also auch von dieser Seite alles Bestens. Einzig und allein die Wäscheberge, die mich hier bald überragen, machen mir doch etwas Sorge. Also gut, morgen werde ich am Morgen bügeln. Damit dränge ich auch den letzten Rest eines schlechten Gewissens zur Seite und kann im Moment einfach an Garnichts denken. Überhaupt nichts.
Gut, an mein anstehendes Beauty-Programm vielleicht noch. Fingernägel, Haarkur, Gesichtsmaske, Körperpeeling…und danach wieder ab ins Bett, Film rein, Eis auf,…besser geht nicht.

Trotz allem bin ich nachdenklich. Der Unterschied ist nur, dass ich meine Gedanken einfach so fließen lassen kann. Es ist unglaublich ruhig (ich habe im Moment nicht mal Musik an) und genau diese Stille lässt mich alles das hören, was in meinem Kopf und meinem Herzen los ist. Im Alltag übertönt von Krach und Stress. Das ist schön. Ich halte sie noch nicht fest, die Gedanken, lasse sie kreisen und fließen. Das klingt kitschig, fühlt sich aber richtig an.
Mal sehen, was morgen kommt. Vielleicht eine Art „Auswertung“? Damit ich für die nächste Zeit einen Plan habe. Oder zumindest eine Idee. Wie es weitergeht. Wer ich bin und warum.

Ich vermisse T. Das ist schön. Ein gutes Gefühl. Gerade mal vierundzwanzig Stunden getrennt und schon fehlt er mir. Sein Lachen. Sein Geruch. Seine Hände. Seine Nähe.

Und trotzdem es eine verdammt kurze Zeit ist, die Vorstellung, dass F. morgen Nachmittag auf mich zugerannt kommt „Mama!“ ruft, sich in meine Arme wirft und mir unbedingt ALLES erzählen muss, das Baby B. mit seinen kurzen Beinchen hinterhersaust und – mit was auch immer – versuchen wird, meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, gut und richtig. Und warm und weich.
Meine Familie.

PS: Und irgendwann, wenn ich es schaffe, Youtube-Links hier reinzustellen, was mir bisher verwehrt geblieben ist, werde ich hier dann und wann mal ein Lieblingslied einstellen.
Heute wäre es definitiv „Gewinner“ von Clueso und zwar unbedingt in der Version mit der STÜBA-Philharmonie. Genau das werde ich jetzt hören. Ein unglaublich kraftvolles, liebevolles und aufregendes Lied. Ich denke an Dich, T….

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

2 Kommentare zu “Allein, allein… (Samstag, 12. Oktober)

  1. Ein wunderschöner Eintrag, liebe blasslila 🙂

    Mehr mag ich, im Gegensatz zu sonst, nicht dazu sagen – nicht, dass ich diese schöne Stimmung noch zerrede *grins*

  2. *kinnlade runterklapp*… Mütter, nä? … sach ma… why are we always so intimidated by them? Ich habe auch ein weitestgehend gutes Verhältnis zu meiner Mutter… Oder so. Aber wenn wir mal in Ruhe reden, dann schafft sie es immer wieder, so… einen tiefen Treppenabsatz zu schaffen und mich baffled dasitzen zu lassen. *blörks*… Und aller Schlagfertigkeit zum Trotz bin ich dann ein mundtotes Stück.
    Aber Mütter und Deine Aussage: :)) :)) :))
    … haben wir die gleiche Mutter? :)) :)) :))
    *BÄMM – Headshot!! Voll ins Knie!!!*

    Ich hoffe, ich trigger damit jetzt nicht…

    Glückwunsch zum Einkleiden der Jungs – Ich Hornochse habe vor 1 1/2 Wochen mal locker 110 Ökken für eine Jacke und Winterstiefel für meinen Lütten rausgehauen. Plus die Klamotten in der Woche davor, die bei Lidl und Aldi „im Angebot“ waren. *narf*

    Um das Uhr-Du-kannst-mich-mal-Schläfchen… hach, ein wenig beneide ich es, aber noch mehr gönne ich es!!! 😀 (und das, obwohl ich erst nur EIN Kind habe :DD )

    [Ich glaube, ich muss gerade meine leichte Hypomania willkommen heißen… denn um diese Uhrzeit noch so intensiv lesen und kommentieren und bloggen……..]

    Also: Nein, nicht skurril, außer Du möchtest Dich so nennen und abheben. 😉 Ansonsten: Für uns Nicht-Normalos ganz normal. ;D

    youtube-videos reinstellen, sofern blog.de es mal zulässt:

    unter dem Video ist eine Leiste: Info / Teilen / Hinzufügen.

    Auf Teilen klicken
    Dieses Video teilen / EINBETTEN / E-Mail

    Nicht vergessen: auf ALTEN EINBETTUNGSCODE VERWENDEN das Häkchen setzen. Dann Größe auswählen (zur vorsicht immer kleinste Größte erstmal wählen) und den Link kopieren. Den dann im Blog einfügen und dann sollte dit wuppen! 😀

    Matsch pläschör! (much pleasure 😉 )

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