meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Ein bisschen besser (Dienstag, 1. Oktober)

4 Kommentare

Irgendwie war es gestern Abend natürlich nicht viel früher, dass ich ins Bett gekommen bin.
Ich bin ja der Meister aller Klassen! Da habe ich mir im Juni bei Groupon einen Gutschein für ein 40-seitiges Fotobuch gekauft, sensationeller Preis und sooo viel Zeit! Quatsch! Gestern war der letzte Tag! Der Gutschein hat nur bis 30.09. 0:00 Uhr gegolten!
Und was macht die sparsame Frau? Legt sich, nachdem die Kinder endlich im Bett waren, todmüde mit dem Laptop ins Bett, muss sich erstmal die Software runterladen, hat natürlich auch überhaupt keinen konkreten Plan, wie sie diese vierzig Seiten füllen soll (hab in den letzten drei Monaten immer mal wieder so ein kleines bisschen drüber nachgedacht…) und fängt dann an, wie wild Hintergründe auszuwählen, Schriftarten zu bestimmen, Texte zu formulieren… zu müde. Viel zu müde. Um 23 Uhr und mit 12 (!) gestalteten Seiten habe ich aufgegeben. Mist!

Um halb zwölf kam Baby B. dann wild schreiend zu uns ins Bett. Nachdem er sich beruhigt hatte, lag er im Dunkeln neben mir, ich war schon fast am Einschlafen, T. noch im Bad, da hat er sich an mich gekuschelt, meine Hand genommen und mir angefangen auf „babyisch“ Geschichten zu erzählen. Hat einfach so ein bisschen vor sich hin gebrabbelt, ich hatte seinen ganz speziellen „Baby B.-Duft“ in der Nase, hmmm, das war schön.

Heute Früh das übliche Chaos. Ich könnte von 24 möglichen im Moment 23 Stunden und 55 Minuten täglich mit F. streiten. Unglaublich. Der hat einen Ton drauf, ist motzig, unleidig, unfreundlich – und folgt wie eine Scheibe altes Toastbrot – nämlich überhaupt nicht. Und wie schon gesagt, je mehr ich meckere, desto weniger klappt es. Ich kann aber auch nicht bei allem einfach so drüber stehen, nix sagen, nicht reagieren.
Das macht mich echt fertig. Ich wünschte, es gäbe eine Möglichkeit dieses ganze Schulspektakel noch mal auf „null“ zu stellen, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Vorher Regeln und Pflichten formulieren. Vorher einen Plan machen. Das wäre schön. Uns nochmal alle auf einen normalen „Level“ zu bringen. Wir sind ja den ganzen Tag miteinander schon auf hundertachzig. Das heißt, dass wir alle bei der kleinsten Kleinigkeit eigentlich schon am Limit sind, explodieren. Es ist so unglaublich schwer im Moment wieder runterzukommen. Gut, ich bin sowieso kein besonders guter „Streit-Aufhörer“. Ich bin in der Regel nicht der, der auf den anderen zugeht, eine Annäherung unternimmt. Ich bin eher bockig und brauche eine gewisse Zeit zum „Ausrauchen“.
Aber im Moment kenne ich mich echt selber nicht mehr. Das muss irgendwie anders gehen. Es muss anderen Eltern mit ihren Kindern doch auch so gehen.
Ich liebe ihn so und es tut mir wirklich sehr leid, wenn ich sehe, dass ihn das natürlich auch alles anstrengt und belastet. Das will ich ja garnicht. Aber er leistet sich echt eine Sache nach der nächsten.

Vielleicht können wir die freien Tage ja dazu nutzen, mal garnicht über die Schule zu reden, den Druck rauszunehmen, was Nettes gemeinsam zu unternehmen und uns alle auszuruhen und runterzukommen. Und dann nochmal klar und deutlich formulieren, was, wann und wie getan werden muss. Und wer für was zuständig ist. Und wann Zeit ist zum Spielen und Ausruhen. Auch das ist wichtig, dass das für F. verlässlich ist.
Und so brummt der Mutter Kopf, was sonst…

Farbe des Tages: ein richtig kräftiges Orange, der Herbst ist definitiv nicht mehr zu leugnen, also mache ich das Beste daraus! Was, weiß ich allerdings noch nicht…
Stimmung: immernoch müde, sonst recht ruhig, allerdings mit einem randvollen Kopf und einem noch volleren Herzen…
später: die Bewältigung des neuen „Dienstags-Chaos“: 14 Uhr Baby holen, Essen für selbiges organisieren, 15 Uhr F. holen, in der Mittagsbetreuung nach seine Hausschuhen suchen, heim, kurze Pause für alle (nein, natürlich nicht für mich, ich muss die Wäsche machen, aufräumen usw.), 16:45 Uhr losfahren zur Musikschule, nein halt, vorher brauchen wir noch ein leeres Heft dafür, muss er heute unbedingt mitbringen…., Baby B. und ich gehen einkaufen und holen im Anschluss, also um 18 Uhr F. wieder ab, bis wir Zuhause sind ist es 18:30 Uhr und ich muss ein schnelles Abendessen organisieren (jede Woche am Dienstag McDonals funktioniert irgendwie nicht…)
danach: SCHLAFEN
morgen: hihihi, 10 Uhr! Ein neues Tattoo! Hurra! Endlich! Ich warte schon über ein halbes Jahr. T. und ich haben frei, herrlich, ich freue mich einfach nur auf die nächsten beiden Tage!!

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

4 Kommentare zu “Ein bisschen besser (Dienstag, 1. Oktober)

  1. Wow 🙂

    Ich warte auch schon seit dem Frühling auf meinen Tattoo-Tag morgen. Termin ist 11 Uhr *grins* Ich hab vor 2 Wochen ja aus lauter Ungeduld noch eins dazwischengeschoben… Als ob es nicht genug zu tun gibt *grins*

    Viel Glück für morgen, dass es nicht so weh tut und dass das Motivgesteche so wird, wie Du es Dir gewünscht hast 🙂

    Und zum Schulkindermistzeugsaufgerege… Mir hilft es in ganz angestrengten Momenten, mir meine Maus einfach anzusehen und mich an die Liebe zu erinnern, mit der ich sie in der Welt willkommen geheißen habe. Dann muss ich plötzlich grinsen und wir kuscheln und können gemeinsam über ne Lösung nachdenken.

  2. Im Ernst?? Dein Termin ist morgen um elf? Unfassbar, meiner ist von elf auf zehn vor verschoben worden! Gruselig, oder?
    Ich hab schon zwei Tattoos und freu mich wirklich sehr auf morgen. Ist ja jedes Mal ein lebensverändernder Einschnitt…
    Wenn Du magst, erzählst Du mir von Deinen?
    Dir auf jeden Fall viel, viel Spaß!

  3. Und meiner wurde von 10 auf 11 nach hinten verschoben *lach*

    Mein erstes Tattoo hab ich mir mit 18 stechen lassen – Mephisto auf meiner Schulter, mit der Intention, dass er gut auf mich aufpassen wird (mich hat Faust sehr fasziniert und die Ehrlichkeit, mit der Mephisto auf sein Gegenüber zutrat [filmisch wurde dieses Thema hervorragend von Al Pacino eingefangen im Film „Der Anwalt des Teufels“] – er sagte nämlich immer „Du hast zwei Möglichkeiten und wenn du dies machst, bekommst du das und wenn du das andere machst, bekommst du jenes“. Im Gegensatz zu Gott, der sagt „Mach mal“ und am Ende wirst du bestraft – und um der Bestrafung zu entgehen, betet man 3 Rosenkränze und fertig ist diese Anlügerei *bäh*)

    Gut. Zurück zum Tattoo…

    Ich bin für den Mephisto auf meiner Schulter jetzt volljährig, hab ihn also 18 Jahre bei mir und bin jetzt bereit dazu, allein auf mich aufzupassen.

    Deshalb hab ich es mir covern lassen von der wunderbaren Donna Tinta.

    Guckst Du: http://donnatinta.de/Home.html

    Ich bin fasziniert davon, dass sie Aquarelle auf die Haut malt und hab jetzt eben selbst eins. Einen archimedischen Körper mit Aquarell, die Vereinigung von Chaos und absoluter Ordnung quasi *grins*

    Das zweite Tattoo, das, was ich also vor ein paar Tagen „dazwischengeschoben“ habe, ist die Verschnörkelung eines Namens bzw. die Initialen desselben Namens.

    Spannenderweise sieht es so gut verschnörkelt aus, dass ich die Erklärung für meine sicher schimpfendes Mutter auch so sagen könnte: Es ist zum einen der Anfangsbuchstabe meines Sohnes. Gleichzeitig ergeben die beiden Buchstaben ein sehr ähnliches Bild, da die Strichführung beinahe gleich ist. Und das wiederum steht für meine Zwillinge, von denen ich ja nur noch eine habe…

    Also alles gut *grins*

    Dieses Tattoo befindet sich auf meinem linken Unterarm, auf der Innenseite.

    Spaß hatte ich beim Stechen des Aquarells keinen – ich wurde 3 Stunden lang gepiesakt und ich hab am Ende nur noch gezittert, weil ich so fertig war. Die Schmerzen waren wirklich sauschlimm… Kann gar nicht verstehen, dass man sich so was freiwillig antut *grins*

    Ich möchte aber gern noch eine faszinierende Kleinigkeit reinreichen – Du kennst meine Geschichte mit Jot ^^ Er sagte mir, dass ihm das Tätowieren nicht weh tut und dass er das einfach locker und entspannt durchhält. Als Donna Tinta die letzte Viertelstunde an mir rumstach, konnte ich nicht anders – ich stellte mir vor, dass da Jots Schulter unter der Nadel liegt, nicht meine.

    Es hat nicht mehr wehgetan *seufz*

    Und jetzt Du ^^

    Erzähl bitte 🙂

  4. Tut mir leid, dass ich erst jetzt schreiben kann, hab grade ein bisschen Chaos…
    So sehr Chaos, dass nicht mal das tättowieren am Mittwoch richtig Spaß gemacht und eine große Portion Endorphine freigesetzt hat wie die beiden Male davor….
    Aber schön ist es trotzdem geworden.

    Also mein erstes habe ich mir mit 33 stechen lassen. Es ist eine Art Lebensblume an der Außenseite meines linken Unterschenkels. Verschiedene Blätter, Gräser und Lilien, an deren Blätter für mich wichtige Daten stehen. Geburtsdaten der Kinder, Hochzeitstag, aber auch einige (Gott sei Dank) wenige Todestage.
    Entstanden ist die Idee, als ich 2006 ein Kind verloren habe und es kein Grab oder keine „Gedenkstätte“ für es gibt. Mit dem Tattoo habe ich es bei mir, ganz in meiner Nähe. Das fühlt sich auch heute noch gut und richtig an…

    Das zweite ist am inneren rechten Unterarm. Es sind chinesische Schriftzeichen, die „alles bleibe wo es hingehört“ bedeuten. Sinnbildlich für mich, weil ich oft dazu neige, Dinge an mich ranzulassen oder mich mit solchen zu belasten, die garnichts mit mir zu tun haben. Es hat ziemlich lange gedauert, bis dieses Tattoo richtig „zu mir“ gehört hat, jetzt empfinde ich es auch als Bereicherung, als mahnende Erinnerung…

    Und das Neue. Kennst Du den Film „Hotel Marigold“? Da hab ich das Zitat zum ersten Mal gehört. „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende“, im Original übrigens von Oskar Wilde…

    Dieser optimistische, pragmatische Spruch ziert jetzt als „Flugspur“ eines Schmetterlings meine linke Schulter bis aufs Dekoltee. Der sieht aus, als wäre er dort gelandet und würde still und entspannt dort sitzen.
    Ich finde es herrlich. Kitschig und irgendwie mädchenhaft und trotzdem sehr passend…

    Deine Idee des Mephistos finde ich extrem spannend. Ihn als Aufpasser zu sehen – auf diesen Gedanken wäre ich vermutlich nie gekommen. Aber Deine Begründung finde ich schlüssig und stimmig.
    Was ich noch nicht ganz verstehe, hast Du Dir Dein altes Tattoo quasi „aquarellisch“ verschönern lassen? Oder ist dabei ein ganz neues herausgekommen?
    Den Stil von Donna Tinta finde ich großartig. Da ist jedes für sich und in sich schon ein Kunstwerk.

    Hast Du schon das Gefühl, es gehört richtig zu Deinem Körper? Ich finde, das dauert immer ein bisschen. Die Heilung der Haut, die Auseinandersetzung durch die Pflege… das ist ein richtiger Prozess.

    Und so wünsche ich Dir, dass es gut heilt, keine Kruste kriegt und danach immer noch so aussieht, wie Du es Dir wünscht!

    PS: eigentlich hatte ich gehofft, ich hätte noch ein wenig zeitlichen Aufschub, aber was tut mein nettes Kind: „Du Oma, schau doch mal, die Mama hat ein neues Tattoo, hast du das schon gesehen?“ Ganz toll, vielen Dank! So erwachsen kann man garnicht sein, dass einem so was trotzdem noch irgendwie Stress macht. Blöd, oder?

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