meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Alles durcheinander (Montag, 26. August)

3 Kommentare

Ich komme immer noch nicht ganz klar mit diesem Wochenende! Das war so anstrengend!
Freitag ja erstmal F. weg. Das war ein ganz komisches Gefühl, mit Baby B. mal einfach so ganz in Ruhe und alleine Zeit zu haben. Und so haben wir eigentlich nichts anderes gemacht, als miteinander zu sein. Eine ganz neue, schöne aber auch sehr traurige Erfahrung. In diesen Momenten (und eigentlich auch das ganze restliche Wochenende) fällt mir auf, wie wenig ich eigentlich von Baby B. weiß, wie wenig Zeit ich im Alltag für ihn habe und wie schwierig unsere Beziehung ist. Und, dass definitiv ich die Schuld daran trage.
Wir haben uns am Mittag dann für sein Schläfchen in unser großes Bett gelegt und sage und schreibe drei Stunden geschlafen. Das war scheinbar wirklich nötig. Und es war so friedlich. Wie wir beide wieder wach waren, haben wir noch eine Stunde im Bett gespielt, er ist aufgestanden, hat bis drei gezählt und hat sich fallen lassen, ist rumgesprungen, hat gegackert und gegluckst, das war sehr erfüllend und schön.

Damit wir noch ein bisschen rauskommen, sind wir in einen nahegelegenen Park gefahren, haben uns auf die Wiese gesetzt und Quatsch gemacht. Getobt, gespielt, den Ball geworfen, er hat „Handstand“ geübt, nochmal zwei Stunden nur für uns, ganz ohne Verpflichtungen, ganz ohne Stress, nur er und ich.

Aber nicht genug damit, dieses Gefühls-Chaos zwischen Traurigsein, dass F. nicht da ist und Glücklichsein, dass ich die Chance habe, B. näher zu kommen, ist dann auch noch das ganze Beziehungsdebakel über mich / uns hereingebrochen.
Wir haben im Alltag so wenig Zeit zum Reden und in Anwesenheit von F. können und wollen wir nicht reden, er versteht inzwischen viel, muss einfach nicht alles mitkriegen, das sind Dinge, die nur T. und mich etwas angehen.

Und so sind wir zuerst am Samstag Vormittag losgefahren, um für F.´s Zimmer einen neuen Teppich zu kaufen, wir wollen in der Zeit, in der er nicht da ist, unser Versprechen einlösen und aus seinem Kinderzimmer ein Schulkind-Zimmer machen.
Wir haben dann noch ein bisschen aufgeräumt, ich habe ein kleines Nickerchen in der Hängematte gemacht, aber so richtig nah waren wir uns die ganze Zeit nicht.
Und nachdem T. wieder nicht angefangen hat, von sich aus mit mir zu sprechen, habe ich ihn (wieder einmal) gefragt, wann er denn mit mir reden würde. Ja halt, wenn ich wollen würde. Aha. Gut, dann wollte ich also gleich. Da hat er mir dann so hingeworfen, was er denn alles in den letzten Tagen gemacht hätte, wie weit er gekommen sei und ich habe nur gedacht, ich hör nicht richtig. Es gibt wirklich viel zu klären im Moment, das Leasing unseres einen Autos läuft aus, da müssen Entscheidungen getroffen werden, es geht um eine Umschuldung mit all ihren Konsequenzen und so weiter.
Aber die Sachen, die er sich da zum Teil überlegt hatte, waren weder genauer überlegt, noch bis in alle Konsequenzen durchdacht… verdammt, ich hatte so gehofft, dass er nach unserem letzten Gespräch (ja, also gut: Streit) ein bisschen weiter gedacht, ein wenig genauer hingeschaut hätte.
Das Schlimmste war aber sein Ton. Er hat mir nicht ruhig Sache für Sache, Gedanke für Gedanke erklärt sondern war von Anfang an leicht aggressiv, hat mir das Gefühl gegeben, ein bisschen dumm zu sein und die Sachen halt nicht richtig zu verstehen. Das war wirklich gruselig und plötzlich waren wir – wieder einmal – an dem Punkt wo garnichts mehr geht. Wir haben uns angekeift, plötzlich lag das Wort „Trennung“ in der Luft, es ist echt eskaliert.
Zum Glück ist aber alles im Rahmen geblieben, Baby B. ist durch die Wohnung gesaust, unbeeindruckt von alle dem, was da zwischen uns so abgelaufen ist.
Ich war echt verzweifelt. Wieso gibt es keine Fort-Schritte? Wieso dreht sich alles im Kreis? Wieso kriegen wir das nicht besser hin? Wieso ist er so naiv, fast größenwahnsinnig, geht immer wieder davon aus, dass für ihn Fristen, Termine, Mahnungen etc. nicht gelten, dass sich dann schon alles zum Guten wenden wird und alle Betroffenen daran interessiert sind, für ihn die beste, angenehmste und einfachste Lösung zu finden? Wieso geht er nicht vorwärts? Warum muss das alles immer so weh tun? Wieso geht er nicht von sich aus auf mich zu? Warum gibt es kein „Wir“? Wo ist unsere Liebe geblieben? Und wie viel kann sie noch aushalten, wie vielen Belastungen kann sie noch standhalten? Dieses Gefühl in einer Beziehung zu sein, umgeben von Menschen, die man liebt und trotzdem so dermaßen einsam zu sein, das ist kaum auszuhalten.
Es gab dann eine Fortsetzung, wir haben beide eine Zeit gebraucht, T. ist dann auf mich zugekommen, ich habe gemerkt, dass ihm das alles echt leid tut. Mir tut es auch leid. Ich weiß, dass er mir und unserer Familie nichts Böses will, dass er im Gegenteil nur unser Bestes möchte. Ich weiß, dass es ihm unglaublich schwer fällt zu agieren, einen Anfang zu finden, nach einer Lösung zu suchen und den Weg dahin konsequent zu gehen. Ich weiß auch, dass er meine Hilfe nicht will, dass er das Gefühl hat, es alleine schaffen zu müssen, für sein Ego, vielleicht für seine Männlichkeit.

Am Nachmittag dann noch ein zweites Gespräch. Eine weitere Krise. Diesmal ging es um unsere Liebe. Um Aufmerksamkeit. Um Wertschätzung.

Es gab viele Tränen. Ich hab mich ganz wund gefühlt. Und dann auch noch mit halbem Herzen. Mein anderes halbes hat F. mitgenommen. Es hängt irgendwo zwischen hier und Berlin in der Luft… Das war echt viel.
Aber ich konnte mal richtig weinen, alles rausheulen, zumindest das hat wirklich gut getan, hat Druck von mir genommen. Ich versuche immer nur alles perfekt zu machen, zu funktionieren, alles zu organisieren, da bleibt manchmal wenig Zeit für meine Gefühle…

Und so war es dann doch noch ein ruhiger, ein wenig gedrückter Samstagabend. Ganz geschafft haben wir es nicht, die Distanz zwischen uns zu überwinden, körperlich waren wir uns garnicht nah und so sind wir irgendwann einfach eingeschlafen.
Sonntag haben wir uns – dank Dauerregens – in aller Ruhe auf F.´s Zimmer stürzen können. Also Zimmer ausgeräumt, alles abgeklebt, Zimmer gestrichen. Wir waren gut den ganzen Vormittag beschäftigt, es war eine etwas gedrückte, angespannte Stimmung. Ich wollte locker sein, habe ihn immer wieder gefragt, ob alles ok ist, warum er grantig ist und so. Hat nicht so gut geklappt.

Nachmittags sind wir ein bisschen draußen gewesen, alles immer noch sehr bemüht, ein bisschen angestrengt, aber was habe ich erwartet? Klar hat ihn das genau wie mich alles mitgenommen. Wir konnten schlecht so tun, als wäre nichts gewesen.

Abends hat es ewig gedauert, bis Baby B. schlafen wollte, T. war sehr geduldig und hat es schließlich gegen neun Uhr geschafft, ihn zum Einschlafen zu bringen.
Wir haben dann einen wirklich lustigen Film zusammen angeschaut, die Stimmung war etwas gelöster, nur die körperliche Nähe haben wir immer noch nicht richtig hingekriegt. Wir haben dann noch eine Zeit im Bett gelesen und als wir dann um halb zwölf das Licht ausgemacht haben, ist Baby B. auch gleich noch daher gekommen und hat den Rest der Nacht gemütlich zwischen uns verbracht…

Ein anstrengendes, merkwürdiges Wochenende. Noch fehlen mir die Zuversicht und das Vertrauen von einem neuen Anfang zu sprechen. Auch wenn ich glaube, dass wir genau den gebrauchen könnten. Wir brauchen Hilfe. Es ist so unglaublich viel passiert in den letzten Jahren, wir müssen uns neu sortieren, unsere Liebe (die zweifelsfrei da ist) neu entdecken, uns Zeit nehmen, einander wieder kennen zu lernen, den Respekt wieder finden. Große Aufgaben. Große Gefühle. Große Angst.

Mit F. habe ich ein paar Mal telefoniert, er hat mich aus den unterschiedlichsten Gründen, in den verschiedensten Situationen angerufen. Er macht das alles ganz toll. Er ist schließlich auch zum ersten Mal so lange von Zuhause weg. Ich habe es geschafft, ihn nicht anzurufen, nicht zu heulen oder zu jammern, wenn wir miteinander gesprochen haben. Einmal hatte er scheußliches Heimweh, genau in dem Moment, wo ich mich gerade so richtig ausgeheult hatte, hat er angerufen. Ich habe mich echt zusammen-gerissen. Ich habe viele Vorsätze für die Zeit, wenn er wieder da ist.
Aber jetzt werde ich erst einmal jede freie Minute mit Baby B. verbringen. Mit meinem Baby. Wir zwei. Vielleicht ein ganz neuer Anfang? Vielleicht die Möglichkeit all das in den stressigen Alltag zu integrieren? Ich will es unbedingt. Er ist ein tolles Kind.

Farbe des Tages: ein aufgewühltes, schaumiges, stürmisches Meerwasser-Blau
Stimmung: traurig, müde, leer
später: hole ich Baby B. aus dem Kindergarten, heute war sein erster Tag nach den Ferien, mal sehen, was wir unternehmen können
noch später: Teppich rein in F.´s Zimmer
T. und ich: ich bin unsicher, abwartend, lauernd, vorsichtig, zurückhaltend

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

3 Kommentare zu “Alles durcheinander (Montag, 26. August)

  1. Hmm… also mein Kommentar Nummer 1: bitte unbedingt dieses Layout ändern. Diese gelbe Schrift auf dem Hintergrundbild kann einfach kein Mensch lesen 😦 Ich muss es mir immer markieren, damit ich einen Hintergrund hinter dem Text habe, aber blog.de verhindert leider auch die Markierung manchmal. Da die Texte immer lang sind, bin ich immer versucht, dann zwischendrin aufzuhören.

    2. Kommentar zum Inhalt: das hört sich alles sehr schwierig an. Vieles erinnert mich an mich und fühlt sich auch so an: da ist ganz viel Druck auf den Partner. Der ist vielleicht nicht so der Redner oder macht es – und das hört sich hart an, ist aber gar nicht so hart gemeint – einfach nicht SO wie DU es gerade willst. Diese Phasen hatte ich am Anfang meiner Beziehung auch und habe es vereinzelt auch heute noch. Das kann nicht klappen, weil ihr von unterschiedlichen Standpunkten aus agiert. Du willst reden und er muss jetzt so erzählen, wie Du es Dir vorstellst. Er tickt aber einfach anders. Wie Männer eben. Und das es zum Klinch kommt, ist vorprogrammiert! Ich lasse meinen inzwischen machen. Frage auch ab und an mal nach. Wenn aber da nicht viel kommt, lasse ich lockerer. Und so harmonieren wir auch besser. Manchmal erwarte ich zu viel und es fühlt sich so an, als wäre das bei Euch auch so (ich wäre als Partner auch angespannt von diesem vielen Druck, der da kommt!). Und das ist nicht der Fehler bei Dir, sondern vielleicht muss man echt einen Weg finden, eine Art zu finden, wie Ihr Euch dann beide im Gespräch wohl fühlt. Denn er scheint sich total unwohl zu fühlen. Einfach, weil er anders tickt. Und so kriegst Du Deine Wünsche nach einem Gespräch nicht befriedigt. Man denkt wohl immer: „warum muss ich denn immer alles ansteuern?“ Muss man aber gar nicht. Der Partner kommt auch mal, wenn was ist. In einer Situation, in der er es für angemessen hält?

    Vielleicht – und das ist nur eine Mutmaßung – projezierst Du aber das schlechte Gewissen mit der wenigen Zeit einfach auch auf Eure Partnerschaft und ihn. Und gibst ihm so das Gefühl: „ich muss hier alles regeln und dann vernachlässigst Du mich auch noch.“ Vielleicht geht es ihm aber genauso, dass er sich nicht so verstanden oder gebraucht ´fühlt, wie er sich das wünscht.

    Ziemlich viele Mutmaßungen und Klugscheißerei von mir. Aber ich kann die Situation total verstehen und bestätigen: es geht verdammt vielen Paaren so! Ich erkenne da auch viel von mir wieder. Von außen lässt sich immer viel doofes Zeug schreiben, aber das viel mir einfach als Einziges dazu ein!

    Ich hoffe, es kommt nicht so verletzend rüber, wie es geschrieben ist 😦

  2. Gut, dann also doch dieses kitschige Design, bis ich hoffentlich irgendwann dahinter komme, wie man ein eigenes Design evtl. sogar mit eigenen Fotos erstellen kann… 😉
    Das mache ich dann, wenn ich mal richtig viel Zeit habe (also vermutlich, wenn ich in Rente gehe… 🙂 )

    Du hast völlig recht, es hört sich alles nach sehr viel Druck an. Und das ist es auch.
    Und ich stimme völlig mit Dir überein, dass man den Partner auch einfach mal in Ruhe lassen muss, ihn mal machen lassen sollte.
    In diesem speziellen Fall geht es allerdings um Sachen, die ganz direkt auch mich und in der weiteren Konsequenz die ganze Familie betreffen. Und da hört der Spaß einfach auf.
    Und dabei geht es nicht um „Umerziehen“ oder den Partner grundlegend zu verändern, über dieses Stadium sind wir nach zehn Jahren Beziehung hinaus. Wir hatten genug Zeit uns zu überlegen, ob wir mit den jeweiligen Macken und Besonderheiten des Anderen leben und umgehen können.
    Einzig und alein einen Weg zu finden, mit den Sachen, die uns beide betreffen, die Auswirkungen und Konsequenzen auf den anderen haben,umzugehen, das haben wir noch nicht.
    Und klar, ich bin ein „gebranntes Kind“, ich hab viele Sachen erlebt, die mit Geld, mit Schulden, mit Bürokratie zu tun hatten, sicher ein Grund, warum ich die Dinge gerne geregelt, sortiert, geordnet und übersichtlich habe. Außerdem spart man sich immens viel Zeit und Energie, wenn man mal alles in Ordnung hat.

    T. weiß, dass ich so ticke, ich weiß, dass er es nicht tut. Und das ist, wie gesagt, auch ok für mich. Nur eben nicht, wenn es um die Familie geht.
    Die Verantwortung wird ungleich größer wenn man gemeinsam Kinder hat und für sie die Sorge trägt.
    Da können wir nicht mehr nur nach dem Motto leben „Wird schon irgendwie gehen“.
    Ich weiß, das hört sich jetzt alles unglaublich spießig und konservativ an. Gruselig. Entspricht nicht so ganz den freiheitlichen, idealistischen Vorstellungen, die ich früher von meiner Zukunft hatte… 😉

    Nur noch eins: Vorwürfe sind scheiße. So oder so. Da hast Du völlig recht. Und sie haben letztlich in einer Beziehung nix zu suchen. Aber aus dieser Spirale wieder rauszukommen, das ist echt hart…

    Danke, dass Du Dir so viele Gedanken gemacht hast, tut immer wieder gut, auch mal einen „Außenblick“ auf das Ganze zu hören!

  3. Jippiiee! ich kann es voll gut lesen. Hab lieben Dank dafür…

    Ich dachte schon, mein Kommentar wäre zu hart oder würde sich so lesen, als würde ich nur Dir die Vorwürfe machen. Das sollte es nämlich nicht sein. Sondern eher so ein Eindruck, den ich gewinne. Aber ich bin im Moment auch echt zickig und launisch unterwegs und deswegen ist meine Ausdrucksweise eher ruppig statt liebevoll 🙂

    Ich bin ziemlich sicher, dass es auch in ihm etwas rumort und er dann mehr auf Dich zukommen wird. Manche brauchen einen kleinen Anstoß und schwupps: läufts 🙂

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