meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Was für unglaubliche Tage… (Montag, 22. Juli)

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…liegen hinter mir. Ich konnte garnicht schreiben vor lauter Terminen, Ereignissen, Erlebnissen!

Aber heute! Der erste einigermaßen ruhige Tag (bisher zumindest, ist ja erst 9 Uhr!) und ich versuche meine Gedanken zusammen zu fassen, zu sortieren und sie hier in schriftlicher Form festzuhalten.

Mittwoch habe ich zum letzten Mal geschrieben, genau. Donnerstag. Ja, der Donnerstag. Eine wilde Achterbahnfahrt! Um halb acht in der Früh (war der einzig mögliche Termin) war ich bei J., meiner Friseurin, die mir die Haare für den großen Tag der Notenbekanntgabe hochgesteckt hat.
Und dann hatte ich zum ersten Mal seit längerem einfach nur Zeit. Zumindest bis 14:00 Uhr, da musste ich schon losfahren zu N., meiner lieben Freundin und Gesinnungsgenossin, von der aus wir zur Schule losgefahren sind und wo ich dann, nach einer wilden Partynacht, auch die Nacht verbringen sollte.

Wir sind also zur Schule getingelt, haben am Hauptbahnhof noch ein paar Andere getroffen und sind zusammen kurz vor vier an der Schule gewesen, schnell noch ein Gruppenfoto und los ging´s. Wir wurden einzeln von der Konrektorin in einen Raum gerufen wo uns das Ergebnis mitgeteilt wurde.
Ich war die Erste (rein alphabetisch…) und was soll ich sagen? Seit 18 Juli 2013, 16:15 Uhr bin ich
STAATLICH GEPRÜFTE ERZIEHERIN!!!!
Die ganze Schufterei, die ganze Mühsal, die Zweifel, die Angst, der Ärger, die Belastung – alles hat sich gelohnt, ich habe es geschafft!! Eineinhalb Jahre Lernen und Zaudern, das alles liegt jetzt hinter mir.
Und so habe ich mit zarten 39 Jahren einen zweiten „richtigen“ Beruf! Unglaublich.
Entsprechend gefreut habe ich mich natürlich. Und die anderen mit mir! Das war wirklich schön!
Und dann die nächsten Mädels, alles gut, alle gut! Erst bei H. war dann der Spaß vorbei. Eine Fünf in PPH, einem der Hauptfächer. Das geht nicht, da gibt es kein Mündliches, keine Möglichkeit der Verbesserung, da muss man die Prüfung tatsächlich noch einmal machen. Und sie war so unglaublich traurig und verzweifelt. Die Arme. Und dann war endlich N. dran – und dann war´s nur noch dramatisch. Die Liebe, Gute, kam raus und hat gleich schon geweint und ihr Zeugnis einfach in die Tasche gesteckt. Sie hat sechs Fünfer! Unglaublich! Und unvorstellbar! Wie konnte denn das nur passieren??
Und unsere diplomatische Schulleiterin höchst persönlich hat dann gemeint, es hätten zwar nicht alle geschafft, wir sollten aber doch trotzdem ein Gläschen Sekt trinken… Das war irgendwie komisch und ich bin mit den Beiden rausgegangen. Da konnte ich H. überreden, sich einfach am nächsten Tag in der Arbeit krank zu melden, sich gleich in den Zug zu ihrem Liebsten zu setzen und sich in Ruhe trösten zu lassen.
N. wollte auch lieber heim, wollte aber auf keinen Fall, dass ich mitkomme. Obwohl mir das wirklich lieber gewesen wäre, ich wollte sie nicht alleine lassen. Noch dazu, wo sie wirklich sehr geschockt und verstört war.
Die beiden sind dann gemeinsam Richtung Bahnhof abgezogen und zurückgeblieben ist ein schales Gefühl. Ausgerechnet die Beiden, die mir sehr ans Herz gewachsen und wichtig sind.
Wir haben uns dann entschieden, gemeinsam Essen zu gehen und es dann dabei zu belassen. Und so wurde es noch ein sehr netter, wenn auch nicht so ausgelassener Abend.

Freitag haben die Jungs und ich nach F.´s „Kika-Pause“ (ich glaube, ich hab schon mal davon geschrieben, Freitag hole ich die Jungs um 12 Uhr, danach fahren wir heim, legen uns gemeinsam ins große Bett, Baby B. macht Mittagsschläfchen, F. darf Kika schauen und ich lese, kuschle mit meinen Jungs oder schlafe auch ein bisschen) ein Picknick am Weiher geplant. Wir sind jetzt seit einer Woche fast jeden Abend am ortsansässigen Weiher, anders ist das ja echt nicht auszuhalten.
Und so haben wir Eier gekocht, Brot und Gemüse eingepackt, einen Kräuterquark gemacht und T., als er nach Hause gekommen ist, damit überrascht.
Es war ein herrlicher Abend. Die Sonne nicht mehr so stark und intensiv, das Wasser angenehm kühl und erfrischend, nicht mehr so viele Leute da – einfach perfekt…

Samstag habe ich endlich meinen „Putz-Tag“ bekommen. T. und ich haben die Wohnung auf den Kopf gestellt. Das war sowas von dringend nötig! Ich habe das Gefühl, dass ich durch das ganze Schul- und Prüfungs-Dings überhaupt nicht mehr wirklich zu irgendetwas gekommen bin. Ich habe immer nur verschoben und verschoben. „Sobald die Prüfungen vorbei sind werde ich…“ das Auto putzen, die Wohnung wieder einmal komplett auf Vordermann bringen, meine Klamotten ausmisten, die Küchenschränke leeren und neu sortieren, den Garten….usw.
Jedenfalls haben wir am Samstag ganz gut was geschafft, wir haben uns F.´s Zimmer vorgenommen und mal wieder richtig ausgemistet und geputzt, das war allerhöchste Zeit und hat ihm richtig gut getan. (Natürlich hat er während dessen ziemlich gemeckert und gemotzt – aber danach war´s richtig schön!)
Und dann haben wir noch Küche, Wohnzimmer und Bad geschafft, ich hab sogar noch meine T-Shirts, Pullis und Röcke aussortiert und dann war´s Nachmittag und wir alle völlig erschöpft.
Die Oma hat Baby B. dann bei uns abgeholt, er hat zum ersten Mal richtig bei ihr übernachtet und F. hat sich gewünscht, dass wir am „Bruder-freien-Abend“ wieder zum Baden gehen und danach einen Film anschauen. Das war auch für uns durchaus praktikabel und so waren wir erst Schwimmen und haben uns dann „Rapunzel – neu verföhnt“ angesehen und es war ein richtig schöner, ausgelassener, entspannter Abend. Da fällt uns allen schon auf, dass es ohne Baby B. sehr viel ruhiger und gelassener läuft und ich glaube, dass gerade F. das sehr betrifft. Der hat echt Streß durch und mit seinem kleinen Bruder.

Sonntag haben wir in der Früh Baby B. abgeholt und den Tag beim Opa der Jungs auf dessen Bauernhof verbracht.
Es war schön zu sehen, wie Baby B. den Pferden und dem Hund völlig angstfrei entgegen getreten ist, sich hat anschnüffeln lassen und von sich aus an diesem Nachmittag immer wieder von sich aus zum Stall zurückgegangen ist.
Leider ist es ansonsten bei meinem Vater eher langweilig. Es ist schwer und zäh ein Gespräch zu beginnen, er hört nicht wirklich zu, scheint nicht sonderlich interessiert und so kann sich so ein Tag schon in die Länge ziehen. Ich meine, klar, wir haben wirklich nicht gerade die beste Beziehung, in der Vergangenheit ist unglaublich viel passiert und da muss ich vielleicht schon damit zufrieden sein, wie es momentan so läuft. Er liebt die Jungs und kümmert sich sehr um sie und das bedeutet mir wirklich unglaublich viel. Was dann so mit ihm und mir ist, das ist fast schon nebensächlich.
Und trotzdem war ich froh, als wir um 17:30 Uhr wieder auf dem Weg nach Hause waren.

Die Jungs sind (relativ brav) ins Bett gegangen und T. und ich haben noch über F. gesprochen, der momentan unglaublich anstrengend ist, schlecht hört und folgt, motzt und grantelt und haben nach Erklärungen, Lösungen und Möglichkeiten gesucht, ihm zu helfen. Ich bin froh, wenn wir so reden, dann habe ich das Gefühl, dass wir uns das mit der Erziehung auch irgendwie teilen, dass ich mit meinen Sorgen und Gedanken nicht alleine bin. Wir wollen jedenfalls versuchen, weniger zu motzen und an ihn hinzureden, wollen versuchen, ihn mehr zu verstehen und uns mehr Zeit für ihn alleine (ohne Baby B.) zu nehmen, so weit das im Alltag möglich ist.

Dann habe ich T. auf das noch ausstehende „Geld-Gespräch“ angesprochen, dass er mir für das Wochenende versprochen hatte. Und siehe da, wir sind ruhig und entspannt zusammen auf dem Sofa gesessen, er war freundlich, aufmerksam, hat mich ernst genommen und Verständnis gezeigt. Alles Dinge, die vor ein paar Wochen beim Thema Geld und Zukunft nicht möglich gewesen wären. Und so konnte ich auch ruhig reagieren, möglichst sachlich sein, nicht keifen, schreien oder um mich schlagen (bildlich natürlich nur!), sondern mich auf ihn einlassen. Klar, der Inhalt wurde deshalb nicht wirlich freundlicher, aber wir haben es geschafft einen riesigen Schritt gemeinsam zu gehen. Ich glaube, dass war das erste Mal in den gemeinsamen zehn Jahren, dass wir ein so gutes und ruhiges Gespräch über diese Themen führen konnten. Ich bin sehr erleichtert!

Morgen habe ich Hochzeitstag! Verdammt! In dem ganzen Tohuwabohu ist das völlig untergegangen. Vor drei Jahren war unser herrliches, unvergessliches Hochzeitsfest! Wahnsinn! So lange ist das schon wieder her, ich kann´s kaum glauben… Und was nicht alles passiert ist in dieser Zeit…
Hoffentlich finde ich heute noch einen Moment mit T. um den morgigen Tag zu besprechen…

Farbe des Tages: ein kräftiges, leuchtendes Orange – es ist unglaublich heiß heute…
Stimmung: ruhig, gelassen, ok
später: wir gehen wieder zum Baden, was sonst???
heute Abend: ruhig mit T. zusammen sein
morgen: keine Ahnung, mal sehen, was noch so kommt!!

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

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