meinewelt

Gedanken, Ideen, Träume, Erinnerungen einer 41-Jährigen

Keine Zeit (11. Februar)

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Und es nimmt kein Ende. Einfach keine Zeit. Immer etwas zu tun. Ununterbrochen. Auch vierundzwandzig Stunden täglich. Kein Problem.
Einzige Möglichkeit den täglichen Wahnsinn zu stoppen: schlafen. Kurz, tief, voller Träume und meist mehrmals pro Nacht unterbrochen.

Ich will wirklich nicht meckern oder undankbar sein, aber ich frage mich schon, wie andere Familien das machen. Vielleicht ist ihr soziales Netz dichter? Die Omas und Opas strapazierfähiger?
Ihre Nerven stärker? Ihre Schmerztoleranz höher? Ihre Grundhaltung positiver?

Und jetzt: einfach wieder müde. Ein unglaublicher Tag liegt hinter mir, im Ergebnis garnicht so aufregend, zwei Zahnarztbesuche, einmal Einkaufen, ein bisschen spielen, ein bisschen aufräumen, kochen und jetzt noch zwei Stunden lernen.
Klingt nicht wirklich anstrengend. War es aber. Und ich habe das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen. Warum ist es stressig, das Baby viermal an einem Tag anzuziehen, rauszutragen und in den Kindersitz zu stopfen? Warum ist es mühsam, bei drei Läden anzuhalten und jedes Mal beide Kinder aus dem Auto zu holen (sie wollten partout nicht im Auto bleiben), nebenbei Anweisungen zum Thema „Verkehr auf dem Parkplatz“ zu geben und dann im Laden versuchen das Schlimmste (heute zum Beispiel hatte Baby B. ein Stück Apfel mit im Supermarkt, den es sich irgenwann so weit in den Hals gesteckt hat, dass es zwischen Nudeln und Gewürzen einen Schwall Apfel und Milch spucken musste. Wir haben dann mal ein Päckchen Taschentücher mitgenommen, und während ich dem Großen erklären musste, dass es kein Diebstahl ist, wenn ich die Packung sofort aufreisse und sie dann an der Kasse selbstverständlich zahlen werden, nebenbei dem Kleinen einen Teil des Übels von Hose und Jacke zu entfernen. Nur so ein Beispiel…) zu verhindern.

Rechtfertigen nimmt einen großen Teil meiner Zeit und Kraft in Anspruch.
Nein, F. geht nicht zur Ergotherapie – weil wir das nicht wollen. Ein Schwimmbadbesuch mit Kinder ist ein Höllenritt, sieht nur einfach aus, ist es aber garnicht. Ich habe nicht mal ein Mittagschläfchen gemacht. Die Wäsche habe ich auch schon zusammengelegt. Ich dusche dann heute Abend. Nein, ich war noch nicht einkaufen. Ich habe die Kinderzahnpasta einfach vergessen. Ich finde die Fotos für die „Kindergarten-Freunde-Alben“ nicht.

Übringens: ich hasse Kindergarten-Freunde-Alben. So ein Scheiß! Da schreiben Mütter für ihre, noch nicht schreiben könnenden, Kinder die Antworten rein, auf so tolle Fragen wie: In welche Kindergartengruppe gehst du? Wer ist dein Lieblingssänger? Was magst du garnicht? Was wünscht du mir? Und das einzige, was die Kinder selber machen, ist dann auf einem fünf mal fünf Zentimeter großen weißen Feld ein „Das-habe-ich-dir-gemalt“ zu fabrizieren, was auf Grund des begrenzten Platzes und der Vielzahl von Freundebüchern überhaupt keinen Spaß macht und leider reine Pflichterfüllung ist.

Und man muss sich vorstellen, neulich im Kindergarten war eine Mutter völlig erschüttert, als F. mir laut erzählt hat, dass er in das Freunde-Buch von Lilli nicht reinschreiben wolle, schließlich seien sie keine Freunde und es ihr in ihr Fach zurückgelegt hat. „Da wird die Lilli aber traurig sein!“ Also habe ich mich stellvertretend für meinen Sohn gerechtfertigt und ihm den Rücken gestärkt. Wennn ihr keine Freunde seid, macht es wirklich keinen Sinn reinzuschreiben.

Nach etlichem von einem Fach wieder zurück ins andere legen, hat die schlaue Lilli es F. in die Tasche geschmuggelt, was er erst zuhause bemerkt und dann lässig kommentiert hat. „Also gut, wenn sie unbedingt will!“

Ich bin abgeschweift…
Jedenfalls wäre es mir deutlich leichter ums Herz, wenn ich nicht das Gefühl hätte, mich rechtfertigen zu müssen und es dann in der Folge tatsächlich auch nicht machen würde.
Interessantes Thema.
Wenn ich mal wieder Zeit habe und nicht gerade schlafe, werde ich darüber nachdenken.

Jetzt ist es an der Zeit, das eben Gelernte zum Thema „Elterngespräch – Entwicklungs-, Beratungs- und Konfliktgespräch“ sacken zu lassen und vielleicht die ein oder andere Sache noch bei T. anzuwenden, vor lauter „Keine-Zeit-haben“ kommt sogar die Liebe zu kurz und die Stimmung ist nur so lala. Ich werde also jetzt kongruent, empathisch und wertschätzend ins Bett gehen.
Klingt gut.

Gute Nacht.

Farbe des Tages bzw. der Nacht: tiefschwarz – hab gleich die Augen zu
Stimmung: gereizt und halb verzweifelt (Wie soll ich das nur alles schaffen?)
Morgen: Faschingsdienstag, Tag der Moosgeistervertreibung, F. steht da voll drauf
Was noch: Morgen kriegen wir unser neues Auto! Hurra! Nachdem das verunfallte tatsächlich ein wirtschaftlicher Totalschaden ist!

Autor: longing for peace

I lost myself.... Und heute ist der Tag, an dem ich beginnen will, Stück für Stück mich und mein Leben zurück zu gewinnen. Und dazu will ich schreiben...

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